mini|hochkant|Wappen derer von Holleuffer.

Holleuffer, auch Holleufer oder Holläufer, schließlich Holleuffer-Kypke, ist der Name eines ursprünglich sächsischen, später auch in Thüringen, Anhalt, Hannover und Preußen verbreiteten Uradelsgeschlechts.

Holleuffer ist ebenfalls der Name eines 1839 nobilitierten preußischen Briefadelsgeschlechts, das als Bastardlinie vom erstgenannten abstammt.

Geschichte Mit Ripert, Vogt von Freiberg, wurde das Geschlecht 1223 zuerst urkundlich erwähnt.Hubert Maximilian Ermisch: Urkundenbuch der Stadt Freiberg in Sachsen, Band I, Giesecke & Devrient, Leipzig 1891, S. X. Der namensstiftende Stammsitz Hohenlauft (bei Döbeln) wurde urkundlich am 13. Mai 1293 mit Pezoldus dictus Holeufer (Holofer) erstmals erwähnt;Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden. auch 1302 tritt Petzold Holopher urkundlich auf.

Die durchgängige Stammreihe der Familie beginnt mit Heinrich Hollaufer (vom Hollauffte, † nach 1414).Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1929. 28. Jg., Justus Perthes, Gotha 1928, S. 326. Die Familie war umfassend im Meißnischen begütert.Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 1, Verlag Ludwig Rauh, Berlin 1855, S. 370. Zahlreiche Glieder haben als Offiziere in der sächsischen Armee und preußischen Armee gedient.

Zu den Besitzungen gehörten: Zschepa (um 1540), Braußwig (um 1550), Cottewitz (um 1550), Mühlitz (um 1565), Bresen, Burkartshain (16.–18. Jh.) mit Streuben und Mühlbach (ab 1565), Lüttewitz (Mitte 17. bis Anfang 18. Jh.), Zollwitz bei Colditz (Ende 16., Anf. 17. Jh.), Eula (um 1630), Hersdorff (1620), Strelln (Anf. 18. Jh.), Obernitzschka und Storkwitz.

Obernitzschka kam 1754 als Erbe an Johanna von Holleufer, geborene von Krosigk a.d.H. Poplitz, Tochter des Heinrich von Krosigk und Gemahlin des Karl Friedrich v. Holleuffer auf Burkartshain.Nitzschka-Info. Ihr Sohn war Heinrich August von Holleuffer (1762–1844) auf Obernitzschka, Deutzen, und Kühnitzsch; die Güter Benkendorf und Delitz am Berge erwarb er 1799 und verkaufte sie 1809, auch die übrigen Güter konnte er nicht halten. Sein Sohn Karl Friedrich von Holleuffer (1804–1895) wurde preußischer Generalleutnant.

mini|Das Barockschloss Wiederau gehörte bis 1945 der Familie von Holleuffer-Kypke Am 12. Mai 1907 kam es infolge der Erbschaft des von Graf Johann Christian von Hennicke herrührenden Familienfideikommiss-Ritterguts Wiederau bei Leipzig, das über seine Enkeltochter, die in die Familie von Berlepsch geheiratet hatte, an die Familie Kypke bzw. von Radke-KypkeSächsisches Staatsarchiv, Bestand 20572: Rittergut Wiederau bei Pegau. Vgl. Personenblatt Berlepsch Heinrich Moritz von gelangt war,GenWiki: Kurze Chronik der Familie Kypke, 1990 bzw. 1900 zur königlich sächsischen Namensvereinigung Holleuffer-Kypke.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1922, 21. Jg., Gotha 1921, S. 355.Vgl. GGT/A-H-A. 1923. 23. Jg., 1924, Gotha 1923, S. 330; ff. 28. Jg., 1929, S. 363.

Friedrich von Holleuffer (1807–1863), preußischer Leutnant im Kürassier-Regiment Nr. 7 und Franz von Holleuffer (1815–1888), preußischer Leutnant der 4. Artillerie-Brigade, natürliche Söhne des sächsischen Premierleutnants Friedrich von Holleuffer (1761–1828), wurden am 18. September 1839 in Berlin in den preußischen Adelsstand erhoben. Ersterer setzte die Stammlinie fort, während der jüngere Bruder ohne Nachkommen blieb.

Mit dem Gut Daudieck bei Horneburg im Landkreis Stade, das um 1800 an die Familie kam, wurde 1863 ein Fideikommiss über 204 ha gestiftet. mini|Wappen derer von „Holleufer“.

Wappen Das Stammwappen zeigt in Gold eine aufgerichtete, rot bewehrte schwarze Greifenklaue (bisweilen auch Adlerklaue) mit roter Schnittfläche. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken drei silberne Gartenlilien an grünen beblätterten Stängeln.

Das Wappen der 1839 nobilitierten Brüder Holleuffer zeigt einen leeren goldenen Schild. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken eine silberne Gartenlilie an einem grünen beblätterten Stängel zwischen zwei schwarzen Straußenfedern.

Angehörige Heinrich August von Holleuffer (1762–1844), Domdechant und Prälat des Stifts Merseburg, Präsident der Landesstände Hermann von Holleufer (1803–1878), deutscher Verwaltungsbeamter und Politiker Karl Friedrich von Holleuffer (1804–1895), preußischer Generalleutnant Albert von Holleuffer (1805–1874), Landrat im Landkreis Prüm, konservativer Fraktionsführer im Landtag Schwarzburg-Sondershausen Conrad von Holleuffer (1818–1897), deutscher Kommunalpolitiker (1852–1882 Bürgermeister von Salzwedel) Bernhard Hugo von Holleuffer (1827–1888), preußisch-hannoverscher Stallmeister und Sachbuchautor zum Dressurreiten Julius von Holleufer (1842–1906), preußischer Generalmajor Hans Dietrich von Holleuffer (1855–1902), deutscher Politiker (Deutschkonservative Partei) Konrad von Holleuffer-Kypke (1878–1949), deutscher Politiker (KPD) während der Weimarer Republik Joachim-Albrecht von Holleuffer (1921–2012), Konteradmiral der Bundeswehr, von 1975 bis 1977 Stellvertreter Befehlshaber Flotte Elisabeth Grupp (* 1966), geborene von Holleuffer, Ehefrau von Wolfgang Grupp

Literatur Genealogisches Handbuch des Adels (GHdA), Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Hans Friedrich von Ehrenkrook, Walter von Hueck, Christoph Franke, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn. (Auszug): GHdA, Adelslexikon Band V, Band 84 der Gesamtreihe, Limburg (Lahn) 1984, S. 321–322. (Nennt weiterführende Literatur). Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A (Uradel) Band IX, Band 43 der Gesamtreihe, Limburg (Lahn) 1969, S. 192–200. Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter. Band 3, Red. Moritz Maria von Weittenhiller, Irrgang, Brünn/Wien 1878, S. 275–276; Band 5, Brünn/Wien 1880, S. 182–186. Genealogisches Taschenbuch des Uradels. Band 2, Red. Alexander Freiherr von Dachenhausen, Irrgang, Brünn 1893, S. 223–227 Gothaisches Genealogisches Taschenbuch, Justus Perthes, Gotha. (Redaktion u. Druck jew. im Vorjahr/Auszug): Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1900. 1. Jahrgang, Gotha 1899, S. 420–425.; ff. Fortsetzungen 1901–1942. Letztausgabe(n) zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser 1908. 2. Jahrgang, Gotha 1907, S. 504–505.; Fortsetzungen 1909–1929 Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 4, Voigt, Leipzig 1863, S. 249–250. (nennt weiterführende Literatur) J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, Bauer & Raspe/Emil Küster, Nürnberg: Adolf Matthias Hildebrandt: II. Band, 9. Abteilung, Der Hannöversche Adel, 1870. S. 9, Tfl. 10. Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt, Adolf Matthias Hildebrandt: III. Band, 2. Abteilung, 1. Band, Preußen, 1878, S. 175, Tfl. 223. George Adalbert von Mülverstedt: VI. Band, 11. Abteilung, Ausgestorbener Anhaltischer Adel, 1905, S. 78, Tfl. 45 George Adalbert von Mülverstedt: VI. Band, 13. Abteilung, Abgestorbener Adel der Fürstentümer Schwarzburg, 1908, S. 16, Tfl. 10.

Weblinks

Holleufer zu Obernitzschka

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1223 Kategorie:Sächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Preußisches Adelsgeschlecht