Ködnitz (oberfränkisch: KhengstE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach. S. 200.) ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern.

Geographie Lage Ködnitz liegt am linken Ufer des Weißen Mains zwischen dem Rangen im Westen und der Weinleite im Osten, beides sind Erhebungen, die zum Obermainischen Hügelland zählen. Die Weinleite ist als Naturschutzgebiet ausgezeichnet. Südlich des Ortes befindet sich ein ehemaliger Sandsteinbruch, der als Geotop ausgezeichnet ist.

Gemeindegliederung Es gibt 21 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Einöde Veitsgraben ist kein amtlich benannter Gemeindeteil.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Kauerndorf, Ködnitz und Kulmbacher Forst (Gemarkungsteil 0). Die Gemarkung Ködnitz hat eine Fläche von 13,946 km². Sie ist in 1932 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 7218 m² haben. In ihr liegen sämtliche Gemeindeteile der Gemeinde mit Ausnahme von Forstlasmühle, Kauerndorf und Mühlberg.

Geschichte Der älteste Teil der Gemeinde ist der Gemeindeteil Kauerndorf, der bereits kurz nach der Stauferzeit im sogenannten Interregnum im Jahr 1256 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Der Gemeindeteil Ködnitz wurde 1310 als „Kotentz“ erstmals urkundlich erwähnt. 1363 wurde der Ort erstmals „Kodnitz“ genannt. Namensgebend ist der slawische Personenname Choten mit dem Zugehörigkeitssuffix -ice. Der Ortsname bedeutet also Ort des Choten.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach. S. 82 f.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. S. 122.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ködnitz aus 40 bewohnten Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Dieses hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (5 Anwesen: 1 Sölde mit Zapfenschankgerechtigkeit, 1 Tropfgütlein, 2 Tropfhofstätten), der Markgräfliche Lehenhof Bayreuth (5 Anwesen: 2 Drittelhöfe, 1 Sölde, 1 Söldengütlein, 1 Tropfhaus), das Stiftskastenamt Himmelkron (14 Anwesen: 1 Mahlmühle, 1 unbebautes Gütlein, 1 Söldengut, 6 Sölden, 2 Häuslein, 2 Tropfhäuser, 2 Tropfhäuslein), das Klosteramt Kulmbach (7 Anwesen: 2 Drittelhöfe, 2 Sechstelhöfe, 1 Sölde, 1 Tropfhaus, 1 Hofstatt, 1 öde Hofstatt), die Amtsverwaltung Streitau (3 Anwesen: 1 Halbhof, 2 Viertelhöfe, 1 Tropfhaus), das Amt St. Johannis (4 Anwesen: 1 Gütlein, 3 Sölden), das Gotteshaus St. Petrus, Kulmbach (5 Anwesen: 3 Viertelhöfe, 2 Achtelhöfe).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis. S. 609 f.

Ködnitz, ein ehemaliges Amt des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth, fiel im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich. Mit dem ehemaligen Fürstentum (→ Pays réservé) wurde Ködnitz 1810 an das Königreich Bayern verkauft.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Ködnitz dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Tennach und der 1812 gebildeten gleichnamigen Ruralgemeinde zugewiesen.

Im Jahre 1818 wurde der Gemeindesitz nach Ködnitz verlegt und die Gemeinde dementsprechend umbenannt. Zur Gemeinde gehörten Buchhaus, Ebersbach, Fölschnitz, Haaghof, Hauenreuth, Heinersreuth, Leithen, Listenberg, Maierhof, Pinsenhof, Reisighof, Spitzeichen, Stephansreuth, Tennach und Zettmeisel. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten einige Anwesen bis 1848 Patrimonialgerichten an, die aus den ehemaligen Rittergütern entstanden sind. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Reuth gegründet. 1831 wurde Plassenburg eingemeindet. Ab 1862 gehörte Ködnitz zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in Amtsgericht Kulmbach umbenannt). 1894 wurde auf dem Gemeindegebiet Höllgraben erbaut.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis. S. 759 f. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Fläche von 14,139 km², die sich durch die Umgliederung der Plassenburg nach Kulmbach im Jahre 1908 auf 14,008 km² verkleinerte.

Eingemeindungen Ködnitz wurde am 1. April 1971 durch die Gebietsreform um die Gemeinde Kauerndorf vergrößert. Teile von Höllgraben wurden am 1. Januar bzw. am 1. April 1978 nach Kulmbach umgegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1677 auf 1562 bzw. um 6,9 %.

Gemeinde Ködnitz Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2015 2017Einwohner 662 848 1717 1474 1725 1814 1685 1794 1798 1607 1669 1661 1668 944 965 940 944 865 1262 1282 1031 1111 1700 1786 1690 1595 1560HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2017 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet. 126 149 148 161 151 162 168 183 452 525 526 Quelle

Ort Ködnitz Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 180 188 213 273 200 296 276 360 308 277 289Häuser 40 46 46 47 49 54 76Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis. S. 725.

Politik und Öffentliche Verwaltung Die Gemeinde ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Trebgast. Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2026 Michael Heisinger. Seine Vorgängerin war Anita Sack.

Gemeinderat Die Kommunalwahlen seit 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat: Partei/Liste200820142020 Sitze Sitze % Sitze CSU 3 322,263 SPD 1 15,781 Wählergemeinschaft Fölschnitz/Freie Wähler 3 333,224 Wählergemeinschaft Kauerndorf/Wählerunion 2 2 17,87 2 Wählergruppe Rangen 2 212,631 Wählergemeinschaft 1 18,241 Gesamt 12 12 100 12

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß.

Wirtschaft Im Jahr 2022 erzielte Ködnitz Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 197.000 EUR. Mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 330 % zählt die Gemeinde zu den steuerlich attraktiven Standorten Deutschlands.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Spitzeichner Turm (Mai 2010) Unweit östlich des Gemeindeteils Spitzeichen steht der 1927 errichtete Spitzeichener Turm, ein überdachter etwa zehn Meter hoher Aussichtsturm.Für einen spontanen Rundblick auf den Spitzeichener Turm auf infranken.de vom 28. Oktober 2014, abgerufen am 11. Februar 2016

Dorfschulmuseum Im 1860 errichteten Schulhaus des Orts wurde 1993 das Dorfschulmuseum eröffnet. Bis 1969 wurden in dem Sandsteingebäude in einem einzigen Klassenzimmer bis zu 75 Schulkinder aller Jahrgangsstufen gemeinsam unterrichtet. Geöffnet ist das Museum sonn- und feiertags von April bis Oktober von 14 bis 16 Uhr.Lesen, schreiben, Rohrstock in: Nordbayerischer Kurier vom 23./24. März 2024, Wochenendbeilage

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Verkehr Die Staatsstraße 2182 führt nach Fölschnitz (2,1 km nordwestlich) bzw. nach Waizendorf (1,5 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Listenberg vorbei zur Kreisstraße KU 10 (1,7 km südwestlich). Von dieser zweigt eine Gemeindeverbindungsstraße nach Ebersbach ab. Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen an Reuth vorbei nach Reuthlashof (3,5 km nordöstlich) und nach Reisighof (3 km südwestlich). Ein Anliegerweg verbindet mit Veitsgraben (0,7 km südlich).

Literatur

Weblinks

Gemeinde Ködnitz Dorfschulmuseum in Ködnitz

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Obermainland Kategorie:Ersterwähnung 1310 Kategorie:Gemeindegründung 1818

Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach