Sarah Ellen O’Connor (* 1. Februar 1973) ist eine US-amerikanische Naturstoffchemikerin. Sie untersucht die Vielzahl von Stoffwechselprodukten in Pflanzen, die oftmals als Arzneistoffe auch von medizinischem Interesse sind, wie Alkaloide und Iridoide. Im Zentrum ihrer Forschung steht die Frage, wie Pflanzen diese komplexen Verbindungen aus einfachen Bausteinen herstellen und wie sich die Stoffwechselwege über die Zeit entwickelt haben. Von 2011 bis 2019 war sie Projektleiterin am John Innes Centre in Norwich, Großbritannien. Im November 2018 wurde sie von der Max-Planck-Gesellschaft zum Wissenschaftlichen Mitglied ernannt. Sie leitet die Abteilung Naturstoffbiosynthese am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena.

Ausbildung Sarah O’Connor studierte von 1991 bis 1995 an der University of Chicago; ihre Studien schloss sie als Bachelor of Science in Chemistry ab. Anschließend promovierte sie bis zum Jahr 2000 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Barbara Imperiali zum Thema Conformational Effects of Asparagine-Linked Glycosylation. Ihren Doktortitel erhielt sie für ihre Forschung über Proteinglykosylierung. Sie war Postdoktorandin an der Harvard Medical School, wo sie zusammen mit Christopher T. Walsh an der Epothiolon-Biosynthese arbeitete. Von 2003 bis 2010 kehrte sie als Professorin an das MIT zurück.

Forschung Zu den wissenschaftlichen Arbeiten von Sarah O’Connor zählen detaillierte Untersuchungen wichtiger Arzneipflanzen: Rauwolfia serpentina, Catharanthus roseus und Aspergillus japonicus. Mittels Bioinformatik und Enzymcharakterisierung deckt ihre Arbeitsgruppe auf, über welche Biosynthesewege diese Pflanzen Wirkstoffe herstellen. Durch den Einbau neuer Enzyme, wie zum Beispiel einer Halogenase oder einer Oxidase, entstehen neue Varianten dieser Moleküle, die in der Natur nicht vorkommen. Ziel der Forschung ist es, „neuartige Verbindungen“ mit noch besseren Eigenschaften, wie etwa reduzierten Nebenwirkungen, herzustellen.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften 2011 – Pfizer Award in Enzyme Chemistry 2011 – Royal Society Wolfson Research Merit Award 2013 – Wain Medal 2017 – Mitglied der European Molecular Biology Organization 2018 – European Research Council (ERC) Advanced Grant 2019 – Perkin Prize for Organic Chemistry 2022 – Honorarprofessorin und Ehrenmitglied der Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena 2022 – Ernest Guenther Award 2023 – Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2023 – Mitglied der Royal Society 2024 – Prelog-Medaille und -Vorlesung des Laboratoriums für Organische Chemie der ETH Zürich 2024 – Aufnahme als Mitglied der Sektion Organismische und Evolutionäre Biologie in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina 2024 – Ehrendoktorwürde der Universität Tours 2026 – Mitglied der American Academy of Arts and Sciences

Weblinks Webseite der Abteilung Naturstoffbiosynthese am MPI für chemische Ökologie Mitgliedseintrag von Sarah O'Connor bei der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Einzelnachweise

Kategorie:Chemiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Massachusetts Institute of Technology) Kategorie:Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft Kategorie:Mitglied der European Molecular Biology Organization Kategorie:Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Royal Society Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Leibnizpreisträger Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Frau