Die Roten Teufel des EC Bad Nauheim (eigentlich Eishockey Cracks Bad Nauheim GmbH & Co. KG) sind eine Eishockeymannschaft aus Bad Nauheim. Sie nehmen als Nachfolger des VfL Bad Nauheim Eissport, der 1982 Insolvenz anmelden musste, und dem zuvor neugegründeten EC Bad Nauheim, am Spielbetrieb der DEL2 teil. Im Jahr 2013 erreichte der Verein die Meisterschaft in der Eishockey-Oberliga und damit den größten Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte.
Ihre Heimspiele tragen die Mannschaften des Vereins im 4.445 Zuschauer fassenden Colonel-Knight-Stadion aus.
Geschichte VfL Bad Nauheim (1946 bis 1982) Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Bad Nauheim noch 1945 auf Weisung des lokalen Befehlshabers der alliierten Streitkräfte, US-Colonel Paul Rutherford Knight, am Rande des großen Teiches im Kurpark ein Kunsteisstadion erbaut. Der Bau dieses Stadions erregte zur damaligen Zeit nicht nur in Deutschland großes Aufsehen. So nahmen noch vor der Eröffnung am 22. Januar 1946 aus Ostpreußen geflüchtete Eishockeyspieler des ehemaligen Eissportvereins VfL Rastenburg Kontakt nach Bad Nauheim auf. Man suchte und traf sich dort und gründete noch 1946 eine Eishockey-Abteilung innerhalb des VfL Bad Nauheim.
mini|110px|links|Logo des VfL Bad Nauheim ab 1946
Die schnell mit dem Beinamen „Rote Teufel“ ausgestatteten Mannschaft nahm schon 1947 an der Deutschen Eishockey-Meisterschaft teil. Dabei belegte der VfL Bad Nauheim nach dem Gewinn der hessischen Meisterschaft den 1. Tabellenplatz der Südwest-Endrunde, wurde aber wegen des Einsatzes nicht spielberechtigter Spieler disqualifiziert. In der Endrunde zur Deutschen Eishockey-Meisterschaft 1948 erreichte der VfL Bad Nauheim hinter dem SC Riessersee den 2. Platz und wurde Vizemeister.
Noch 1948 gehörte der VfL zu den Gründungsmitgliedern der Eishockey-Oberliga als der damals höchsten deutschen Eishockeyliga. In der Saison 1957/58 verpasste der VfL Bad Nauheim die Qualifikation für die neu geschaffene Bundesliga. Der Aufstieg aus der Oberliga gelang erst im folgenden Jahr.
mini|110px|links|Logo des VfL Bad Nauheim Eishockey (1978–1982)
In der Saison 1973/74 erreichte der VfL Bad Nauheim mit dem dritten Platz seine beste Endplatzierung in der Bundesliga. Nachdem er 1979 letztmals die Meisterrunde erreicht und die Saison 1978/79 mit dem fünften Platz abgeschlossen hatte, ging es mit dem VfL unaufhaltsam bergab.
Um den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können, wurde zur Saison 1979/80 die Eishockeyabteilung als VfL Bad Nauheim Eishockey aus dem Hauptverein ausgegliedert. Die restlichen VfL-Abteilungen gründeten unter dem Namen VfL Bad Nauheim 1978 einen neuen Verein. Dieser Verein, der heute noch aktiv ist, wurde nach dem Konkurs des VfL Eishockey wieder in VfL Bad Nauheim e. V. umbenannt.
Am 9. März 1981 kam es im Bundesligaspiel gegen den Kölner EC zu einer Massenprügelei. Der Schiedsrichter verhängte inklusive Match-, Spieldauer- und Disziplinarstrafen insgesamt 166 Strafminuten.
In der Saison 1981/82 erreichte der VfL nur noch einen Abstiegsplatz, obwohl er mit Bill Lochead den Torschützenkönig der Bundesliga stellte. Statt des Abstiegs folgte der Konkurs und das Ende des VfL Bad Nauheim Eishockey. In der mit der Gründung der DEL 1994 abgeschlossenen ewigen Tabelle der Bundesliga belegt der VfL Bad Nauheim den 12. Platz. Mit Werner Kadow, Helmut Keller, Rolf Knihs, Paul Langer, Rainer Makatsch, Dieter Niess (Kapitän), Peter Obresa und Rainer Philipp wurden über die Jahre hinweg immer wieder VfL-Spieler zur deutschen Nationalmannschaft einberufen. Noch heute steht Rainer Philipp mit 90 DEB-Länderspieltoren an dritter Stelle der DEB-Ewigenliste und mit 199 DEB-Länderspieleinsätzen an neunter Stelle. Bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck gewann er mit der deutschen Nationalmannschaft die Bronzemedaille. Für seine Verdienste wurde er mit der Aufnahme in die Hall of Fame Deutschland geehrt.
EC Bad Nauheim (1981 bis 2001) mini|links|x110px|Logo des EC Bad Nauheim (1981–1993)
Als sich schon die finanziellen Probleme des VfL abzeichneten, nahm der 1981 von der Eishockeytrainingsgemeinschaft der NachtjägerFrankfurter Allgemeine Zeitung: Druckausgabe: 8. Juli 1981: "Ein zweiter Eishockey-Verein in Bad Nauheim: Die "Nachtjäger" wagen sich ans Licht" eingesehen über den Benutzerzugang der Bayerischen Staatsbibliothek am 17. Januar 2021 gegründete EC Bad Nauheim (Eishockey Club Bad NauheimAmtsgericht Friedberg, VR 558 (1981–1990), VR 846 (1990–2001).) in der viertklassigen Regionalliga Süd-West den Spielbetrieb auf. Bereits nach seiner zweiten Saison feierte der EC Bad Nauheim den Aufstieg in die drittklassige Oberliga Nord. Im Finale um die Regionalligameisterschaft unterlag er allerdings der Bad Reichenhaller EG.
In der folgenden Saison gewann der Verein die Meisterschaft der Oberliga Nord und stieg in die 2. Bundesliga Nord auf. Bis auf die beiden Spielzeiten 1990/91 und 1993/94 gehörte der EC bis 2004 ununterbrochen der zweithöchsten Liga an. Auch nach Einführung der Deutschen Eishockey Liga nahm der EC weiterhin an der zweitklassigen 1. Liga Nord teil. Seinen größten Erfolg feierte der Verein in den Jahren 1998 und 1999 mit den beiden Vizemeisterschaften und dem damit nur knapp verpassten Aufstieg in die DEL.
Während der Saisonen Spielzeiten 1990/91 sowie 1991/92 und zu Beginn der Saison 1992/93 spielte der Verein unter Insolvenzverwaltung, konnte aber jeweils finanziell gerettet werden. In der Spielzeit 2000/01 musste der Verein erneut einen Insolvenzantrag stellen. Um den Spielbetrieb für die Mannschaften des EC Bad Nauheim fortführen zu können, wurde die in der 2. Bundesliga spielende Profimannschaft im Sommer 2001 in die EC Bad Nauheim Spielbetriebs GmbH, der Nachwuchs- und Amateurspielbetrieb in den neu gegründeten Verein Rote Teufel Bad Nauheim NachwuchsAmtsgericht Friedberg, VR 1089. ausgegliedert.
EC Bad Nauheim Spielbetriebs GmbH (2001 bis 2004) Ab 2001 setzte die Profimannschaft den Ligenspielbetrieb unter der Führung des Alleingesellschafters und Mäzens Hans-Bernd Koal fort. Verpassen oder zu frühes Ausscheiden in den Play-offs der 2. Bundesliga verhinderte dabei jedoch den vom Alleingesellschafter angestrebten Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga, woraufhin sich Koal nach dem Ende der Saison 2003/04 zurückzog und die GmbH damit zur Einstellung des Spielbetriebs zwang.
Rote Teufel Bad Nauheim (2004–2006) mini|In der Oberliga-Saison 2011/12 gewann der EC Bad Nauheim alle acht Hessenderbys. Hier feiert die Mannschaft einen 4:2-Erfolg in Frankfurt. Nach der Einstellung des Spielbetriebs durch die GmbH war das Ziel der ersten Mannschaft des Stammvereins, der nun als Rote Teufel am Spielbetrieb der und den damit verbundenen Wiederaufstieg aus dem Hessischen Eissportverband in die Eishockey-Oberliga. Dies gelang dem Verein, dessen Profimannschaft nach der erfolgreichen Lizenzerteilung durch die Eishockeyspielbetriebsgesellschaft für die Oberliga in die Rote Teufel Bad Nauheim Spielbetriebs GmbH ausgegliedert wurde. Die Amateur- und Nachwuchsmannschaften blieben unter dem Dach des Stammvereins.
Am 7. Februar 2006 und damit noch während der Vorrunde der Saison 2005/06 musste von der Geschäftsführung der GmbH ein erneuter Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt werden. Sportlich nahm die Mannschaft nach Abschluss der Vorrunde an der Abstiegsrunde teil, wo der sportliche Klassenerhalt mit dem letzten Platz verpasst wurde. Am 20. März 2006 wurde schließlich über die GmbH dann das Insolvenzverfahren eröffnet. Zwar hätten die Roten Teufel wegen der Nichtdurchführbarkeit der Grundsatzbeschlüsse der ESBG über die Ligeneinteilung trotz des sportlichen Abstiegs an der Oberligaspielzeit 2006/07 teilnehmen dürfen, dies wurde jedoch durch das laufende Verfahren verhindert.
Auch der Stammverein hatte im Sommer 2006 erhebliche finanzielle Probleme, die seinen Fortbestand gefährdeten.
EC Rote Teufel Bad Nauheim (2006–2013) mini|110px|links|Logo des EC Bad Nauheim (2007–2015) mini|Die Roten Teufel vor dem 4:0-Heimspiel-Sieg gegen den Krefelder EV 2012 mini|Choreo der Fankurve des ECN vor dem ersten Finalheimspiel gegen die Kassel Huskies (4:1) am 14. April 2013. In der Saison 2006/07 nahm die erste Seniorenmannschaft, die intern in die im Sommer 2006 gegründete Eishockeyclub Rote Teufel Bad Nauheim Spielunternehmungs GmbH ausgelagert wurde, erneut an der viertklassigen Regionalliga Hessen teil, während die Zweite Mannschaft in der fünftklassigen Landesliga Hessen spielte. Die erste Seniorenmannschaft erreichte in der Regionalligasaison 2006/07 den Vizemeistertitel in der gemeinsamen Aufstiegsrunde der Landesverbände Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen, womit man sich gleichzeitig das Aufstiegsrecht für die Oberliga erspielen konnte.
In der Oberliga-Saison 2007/08 nahmen die Roten Teufel unter dem Namen Eishockeyclub Rote Teufel Bad Nauheim Spielunternehmungs GmbH am Spielbetrieb der Nordgruppe der Oberliga teil. Nachdem die Teufel den 7. Platz in dieser Gruppe mit insgesamt neun Mannschaften erreichten, mussten sie in einer Play-down-Runde um den Klassenerhalt gegen die Eisbären Juniors Berlin antreten. Durch einen 2:1-Erfolg nach Verlängerung im sechsten Spiel der Best-of-Seven-Serie sicherten sich die Roten Teufel den Klassenerhalt in der Oberliga.
Dagegen erreichten die Roten Teufel in der darauf folgenden Saison das Play-off-Finale der Oberliga Nord, das sie aber gegen die Hannover Indians klar mit drei Niederlagen verloren.
Die Oberliga-Saison 2009/10 wurde wieder in einer eingleisigen Liga ausgespielt. Mit dem 4. Tabellenplatz in der Hauptrunde wurden die Play-offs erreicht, doch schieden die Roten Teufel schon im Viertelfinale nach sieben Spielen gegen den späteren Meister Starbulls Rosenheim aus.
Auch nach der Umstrukturierung der Oberliga in vier regionale Gruppen (Nord/West/Ost/Süd) und dem Start in der Weststaffel gelang dem EC Bad Nauheim fortlaufend der Einzug in die Play-offs. In der Saison 2010/11 erreichte Bad Nauheim in der Vorrunde den 3. Platz. In der mit den besten Mannschaften der Nord- und Ost-Gruppe nachfolgend ausgetragenen Endrunde erreichten die Roten Teufel den 1. Platz in der Pokalrundengruppe B und qualifizierten sich wieder für die Play-offs. Nach dem Sieg im Play-off-Viertelfinale gegen den EC Peiting verlor man wieder gegen den späteren Meister, diesmal im Halbfinale gegen den SC Riessersee.
Der Aufstieg in die 2. Bundesliga war auch in der Spielzeit 2011/2012 das erklärte Saisonziel. Nach 2. Platz in der Vorrunde und 1. Platz in der Qualifikationsrunde der Oberliga West, qualifizierten sich die Roten Teufel in der Endrunde der Oberliga-Nordgruppen durch den 2. Platz in der Gruppe A wieder für die Play-offs. Doch wie schon in den Vorjahren schieden die Roten Teufel gegen den späteren Meister aus, diesmal im Viertelfinale gegen die Tölzer Löwen.
Auch in der Saison 2012/13 erreichten die Roten Teufel die Play-offs. Nach siegreichen Runden gegen EHC Klostersee (Viertelfinale) und den VER Selb (Halbfinale) traf man im Finale auf den hessischen Konkurrenten Kassel Huskies. Nach vier von der jeweiligen Heimmannschaft gewonnenen Finalspielen gewannen die Bad Nauheimer schließlich das 5. und entscheidende Spiel in Kassel in der Overtime mit 3:2. Damit wurden die Roten Teufel nach 1984 wieder Oberligameister und hatten sich sportlich für den Aufstieg in die 2. Eishockey-Bundesliga qualifiziert.
EC Bad Nauheim (seit 2013) mini|Kapitän Chris Stanley feiert die Oberligameisterschaft 2013 mit dem EC Bad Nauheim