Ludwigschorgast ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern.
Geografie Geografische Lage Ludwigschorgast liegt im Naturpark Frankenwald in der Planungsregion Oberfranken-Ost.
Gemeindegliederung Ludwigschorgast hat vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Drahtmühle (Einöde) Erlenmühle (Einöde) Lindenhof (Einöde) Ludwigschorgast (Hauptort)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Ludwigschorgast. Sie hat eine Fläche von 5,942 km² und ist in 1435 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4141 m² haben.
Geschichte Der Ort wurde in einer Urkunde, die im Zeitraum von 1326 bis 1328 entstand, als „Ludwigschorgast“ erstmals erwähnt. Der Ortsname enthält den slawischen Personennamen Skorogast. Das Bestimmungswort Ludwig- diente zur Unterscheidung von dem benachbarten Marktschorgast.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 143. Es ist davon auszugehen, dass es den Ort davor auch schon gab. Ludwigschorgast war der östliche Vorposten des Erzbistums Bamberg und erhielt etwa um 1200 eine Steinburg mit einem Rundturm. Die Verleihung des Marktrechtes erfolgte am 28. März 1476 durch Bischof Philipp von Henneberg. Der Ort wurde im Hussiten- und im Bauernkrieg, unter Markgraf Albrecht Alcibiades sowie im Dreißigjährigen und im Siebenjährigen Krieg zerstört.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ludwigschorgast aus 63 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Marktschorgast. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Marktschorgast. Grundherren waren das bambergische Kastenamt Stadtsteinach: 3 Höfe, 1 Dreiviertelhof, 5 Halbhöfe, 6 Viertelhöfe, 2 Achtelhöfe, 6 Güter, 11 Söldengüter, 1 Söldenhaus, 8 Tropfhäuser, 1 Wirtshaus mit Brau, 1 Schmiede; der Rat von Ludwigschorgast: 2 Gütlein, 1 Söldengut, 1 Tropfhaus, 1 Hirtenhaus; die Pfarrei Ludwigschorgast: Kirche, Pfarrhaus, 6 Sölden, 1 Tropfhaus; die Mittelmesse Kupferberg: 1 Haus; die Frühmesse Kupferberg: 1 Gütlein; die Schule: 1 Haus; das Spital Kupferberg: 1 Söldengut. Hier werden abweichend 66 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.
Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1802 gehört Ludwigschorgast zu Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Ludwigschorgast dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Kupferberg zugewiesen. Ein Jahr später entstand der Steuerdistrikt Ludwigschorgast, zu dem Drahtmühle und Erlenmühle gehörten. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Ludwigschorgast, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach. Am 1. Oktober 1840 wurde sie an das Landgericht Stadtsteinach und dem Rentamt Stadtsteinach überwiesen (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Ab 1862 gehörte Ludwigschorgast zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt).
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs der Markt von 918 auf 971 um 53 Einwohner bzw. um 5,8 %. Am 31. Dezember 2002 hatte Ludwigschorgast 1033 Einwohner.
Gemeinde Ludwigschorgast Jahr 1819 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2000 2010 2015 2021Einwohner 428 485 553 585 594 568 558 549 504 490 474 467 473 494 484 487 535 622 926 971 969 988 881 1021 975 985 980HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 82 84 84 90 89 110 161 237 332 352Quelle
Ort Ludwigschorgast Jahr 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 428 585 550 495 450 475 952 950 974 872Häuser 75 82 88 87 108 158 234Quelle
Politik Erster Bürgermeister ist seit Mai 2026 Uwe Müller (SPD). Vorgängerin war bis 2026 Doris Leithner-Bisani (CSU), die 2008 Fred Popp (CSU) abgelöst hatte.
Der Marktgemeinderat besteht nach der Gemeinderatswahl 2026 aus acht Mitgliedern: CSU: 4 SPD: 4
Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Untersteinach.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß-grün.
Bau- und Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 2020 nach der amtlichen Statistik 86 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, 447 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort, sowie 20 Arbeitslose. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen Betrieb, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. 2016 bestanden 3 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 287 Hektar.
Verkehr Der Haltepunkt Ludwigschorgast liegt an der Bahnstrecke Bamberg–Hof. Die Bundesstraße 303 führt an Untersteinach vorbei nach Stadtsteinach (5,5 km nordwestlich) bzw. nach Wirsberg (4 km südöstlich). Die Bundesstraße 289 führt nach Kulmbach (8,5 km westlich) bzw. nach Kupferberg (1,6 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Erlenmühle, Lettenhof und Raasen vorbei zur Kreisstraße KU 22 bei See (2 km südlich).
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2024): Kindergärten: drei Gruppen, darunter eine Kindergarten- und eine Krippengruppe Grundschulen: eine mit 18 Lehrern und 137 Schülern
Persönlichkeiten Friedrich Braunersreuther (1880–1965), Gewerkschafter und Politiker (SPD)
Literatur
Weblinks
Markt Ludwigschorgast
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Obermainland Kategorie:Markt in Oberfranken Kategorie:Gemeindegründung 1812
Kategorie:Ersterwähnung 1326 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach