Milmersdorf [ˈmɪlmɐsdɔʁf] ist eine Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg (Deutschland). Sie wird vom Amt Gerswalde mit Sitz in der gleichnamigen Gemeinde verwaltet.

Geografie Die uckermärkische Gemeinde liegt in einem wald- und seenreichen Gebiet zwischen den Städten Prenzlau, Joachimsthal und Templin. Das Gemeindegebiet reicht im Süden bis in die Schorfheide und hat Anteile am Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Die hügelige Umgebung erreicht nahe dem Ortsteil Hohenwalde eine Höhe von 109 m ü. NHN. Der größte See im Gemeindegebiet ist der Kölpinsee.

Umgeben wird Milmersdorf von den Nachbargemeinden Gerswalde im Nordosten, Temmen-Ringenwalde im Südosten sowie Templin im Südwesten, Westen und Nordwesten.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus folgenden bewohnten Gemeindeteilen und Wohnplätzen:Serviceportal Brandenburg. Gemeinde Milmersdorf Gemeindeteile

Wohnplätze

Historisch gehörten auch die Wohnplätze Ahrensberg, Alt-Hohenwalde, Collin und Wilhelmshof zu Milmersdorf.

Geschichte Im Jahr 1320 taucht der Name Mildebraderstorp erstmals urkundlich auf. Über Melmersdorp entwickelte sich langsam der Name Milmersdorf.

Zum 1. Mai des Jahres 1849 wurden die Milmersdorfer Postexpedition und Station aufgrund der Fertigstellung der Chaussee von Templin bis zu ihrer Einmündung in die Berlin-Prenzlauer-Chaussee aufgehoben. Die Tour der Berlin-Prenzlauer Personenpost zwischen Templin und Prenzlau wurde auf die neue direkte Chaussee verlegt.

Milmersdorf in der ländlichen Region Uckermark besitzt keinen typischen Ortskern und keine gewachsenen Dorfstrukturen. In den 1960er Jahren wurden hier Arbeitskräfte für ein großes Betonwerk – im Ortsteil Götschendorf – angesiedelt (heute Betonwerk Milmersdorf GmbH). Für die Beschäftigten wurde damals Wohnraum in Form der so genannten „Plattenbauten“ geschaffen.

2007 wurde das russisch-orthodoxe Kloster Götschendorf gegründet.

Verwaltungsgeschichte Milmersdorf und seine heutigen Gemeindeteile gehörten seit 1817 zum Kreis Templin in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Templin im DDR-Bezirk Neubrandenburg. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Uckermark.

Eingemeindet wurden:

1. Mai 1954: Petersdorf

1. Oktober 1961: Ahrensdorf, am 1. Juli 1993 nach Templin ausgegliedert

1. Januar 1973: Götschendorf

31. Dezember 2001: Groß KölpinHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 39

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 329 1890 279 1910 270 1925 256 1933 217 1939 260 Jahr Einwohner 1946 379 1950 409 1964 1 987 1971 2 163 1981 2 522 1985 2 477 Jahr Einwohner 1990 2 460 1995 1 979 2000 1 843 2005 1 814 2010 1 626 2015 1 466 Jahr Einwohner 2020 1 463 2021 1 436 2022 1 418 2023 1 403 2024 1 389 2025 1 373

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 22–25Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Milmersdorf besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus zehn Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 59,7 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wir für hier 61,6 % 6 49,4 % 5 Einzelbewerber Klaus-Christian Arndt – – 20,8 % 1 AfD – – 7,9 % 1 Einzelbewerberin Marie Winter – – 7,6 % 1 Einzelbewerber Ingo Tabbert 9,1 % 1 7,6 % 1 Einzelbewerberin Antje Schindler – – 3,7 % – Einzelbewerber Roland Kirsch 3,5 % – 3,0 % – Die Linke 11,3 % 1 – – CDU 9,0 % 1 – – Einzelbewerberin Antje Plötz 5,6 % 1 – – Insgesamt 100 % 10 100 % 9

Bei der Wahl 2024 entfielen auf den Einzelbewerber Arndt zwei Sitze, von denen einer unbesetzt bleibt.

Bürgermeister 1998–2019: Klaus-Christian Arndt (SPD) seit 2019: Elke Grabowski (Wir für hier)

Grabowski wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 81,5 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 Am 9. Juni 2024 wurde sie wiederum ohne Gegenkandidat mit 61,1 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Ihre Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Sehenswürdigkeiten mini|Kirche Milmersdorf mini|Kloster Götschendorf In der Liste der Baudenkmale in Milmersdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Verkehr In Milmersdorf kreuzen sich die Landesstraßen L 23 zwischen Templin und Joachimsthal sowie die L 100 zwischen Mittenwalde und Groß Schönebeck. An der Kreuzung beider Landesstraßen wurde die ursprüngliche Ampelregelung 2020 durch einen Kreisverkehr ersetzt.L 100: Ausbau der Ortsdurchfahrt Milmersdorf ausgeschrieben. auf www.ls.brandenburg.de Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Pfingstberg an der A 11 Berlin-Stettin.

Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Britz–Fürstenberg mit dem Bahnhof Milmersdorf war von 2006 bis 2018 zwischen Joachimsthal und Templin eingestellt und wurde von Dezember 2018 bis Dezember 2022 wieder von Eberswalde bis Templin durchgängig bedient.Bahnstrecke Eberswalde-Templin wird wiederbelebt. auf www.rbb24.de Seitdem ist der Zugverkehr der RB63 wieder eingestellt.

Der öffentliche Personennahverkehr wird unter anderem durch den PlusBus des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg erbracht. Folgende Verbindungen führen, betrieben von der Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, durch Milmersdorf: Linie 502: Templin ↔ Milmersdorf ↔ Mittenwalde ↔ Haßleben ↔ Prenzlau Linie 515: Templin ↔ Milmersdorf ↔ Ringenwalde ↔ Friedrichswalde ↔ Joachimsthal

Persönlichkeiten Hermann von Arnim (1802–1875), Rittergutsbesitzer, geboren in Milmersdorf Angela Merkel (* 1954), ehemalige deutsche Bundeskanzlerin, besitzt im Gemeindeteil Hohenwalde eine Datsche

Weblinks

Gemeinde Milmersdorf beim Amt Gerswalde Sagen und Geschichten aus Milmersdorf

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Uckermark Kategorie:Ersterwähnung 1320