Guttenberg ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern. Mit weniger als 500 Einwohnern ist es die kleinste Gemeinde in Oberfranken.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt am Südostrand des Naturparks Frankenwald. Durch das Gemeindegebiet fließt der Liesbach, ein linker Zufluss der Unteren Steinach.
Gemeindegliederung Es gibt 14 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöden Fichten, Schroth und Spitzberg sind mittlerweile abgebrochen.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Guttenberg. Sie hat eine Fläche von 10,655 km² und ist in 979 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 10884 m² haben. In ihr liegen sämtliche Gemeindeteile von Guttenberg.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Die Geschichte der Gemeinde ist eng an die der Adelsfamilie Guttenberg gebunden. Die erste urkundliche Erwähnung war im Jahre 1148. Heinrich von Plassenberg erbaute 1315 die örtliche Burg Guttenberg, nach der sich seine Nachkommen benannten. Die Burgen Alt- und Neuguttenberg wurden 1523 durch den Schwäbischen Bund zerstört, aber wieder aufgebaut (siehe auch Wandereisen-Holzschnitte von 1523).
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Guttenberg aus 74 Anwesen. Das Hochgericht übte das Burggericht Guttenberg aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Marktschorgast auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Burggericht Guttenberg. Grundherren waren das Burggericht Guttenberg (3 Schlossgebäude, evangelische Pfarrkirche, evangelisches Pfarrhaus, Schulhaus, Amtshaus, Gerichtsdienerhaus, 2 Wirtshäuser, 2 Mahlmühlen, 1 Hof, 6 Güter, 5 Gütlein, 3 Tropfgütlein, 47 Wohnhäuser), das Rittergut Steinenhausen (1 Anwesen), das Rittergut Schlößlein (Schlossgebäude, 3 Häuser, 1 Malzhaus).
Die Herrschaft der von Guttenberg, die auch zum Fränkischen Ritterkreis gehörten, wurde 1802 von Bayern besetzt, 1804 an Preußen übergeben, nach dem Frieden von Tilsit 1807 von Frankreich in Besitz genommen und fiel 1810 endgültig an Bayern.
Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Guttenberg gebildet, zu dem folgende Orte gehörten: Baiersbach, Breitenreuth, Buch, Eeg, Fichten, Guttenberg, Guttenberger Hammer, Hohenreuth, Hübnersmühle, Kaltenstauden, Kollerbachsmühle, Maierhof, Messengrund, Möhrenreuth, Neuenwirtshaus, Pfaffenreuth, Schroth, Schwärzleinsdorf, Spitzberg, Streichenreuth, Tannenwirtshaus, Torkel, Torschenknock, Traindorf, Triebenreuth, Vogtendorf (Guttenberg), Vogtendorf (Stadtsteinach), Weidmes und Weiglas.
Zugleich entstanden folgende Ruralgemeinden: Guttenberg mit Breitenreuth, Buch, Eeg, Fichten, Kaltenstauden, Maierhof, Messengrund, Möhrenreuth, Neuenwirtshaus, Pfaffenreuth, Schroth, Spitzberg, Streichenreuth, Torkel, Torschenknock und Vogtendorf; Traindorf mit Baiersbach, Hohenreuth und Tannenwirtshaus; Triebenreuth mit Kollerbachsmühle und Schwärzleinsdorf; Vogtendorf; Weidmes mit Guttenberger Hammer, Hübnersmühle und Weiglas. Die Ruralgemeinde Guttenberg war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg. Von 1819 bis 1848 übernahm das Herrschaftsgericht Guttenberg weitestgehend die Befugnisse, die das Landgericht hatte. 1840 wurde die Gemeinde an das Landgericht Stadtsteinach und 1853 an das Rentamt Stadtsteinach überwiesen (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Ab 1862 gehörte Guttenberg zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt).
Ausgliederung Im Jahr 1951 beantragten die 120 Einwohner des Gemeindeteiles Neuguttenberg die Umgemeindung nach Traindorf. Bei einer Abstimmung stimmten 80 % für die Umgliederung. Am 1. Januar 1964 genehmigte die Regierung von Oberfranken die Gebietsänderung.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 495 auf 484 um 11 bzw. um 2,2 %. Am 31. Dezember 2002 hatte Guttenberg 583 Einwohner.
Gemeinde Guttenberg Jahr 1819 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2000 2010 2015 2018Einwohner 735 1113 1020 1065 1075 1112 1140 1145 1101 1037 963 819 719 729 738 704 749 702 986 982 657 618 502 561 536 501 484HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2018 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet. 138 137 136 136 135 145 148 159 199 199 Quelle Einwohnerzahl ist etwas höher als angegeben, da für die zwei guttenbergischen Anwesen von Vogtendorf die Angaben fehlen.
Ort Guttenberg Jahr 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 395 610 671 639 457 383 513 416 414 327Häuser 77 76 77 76 73 94 108Quelle
Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Untersteinach.
Bürgermeister Erste Bürgermeisterin ist seit Mai 2026 Stephanie Meister (CSU). Der 2020 gewählte Vorgänger Philip Laaber (CSU) trat 2026 nicht mehr an. Vorgänger war seit Mai 1996 Eugen Hain (CSU/Parteilose Wählergemeinschaft). Gemeinderat Die Kommunalwahlen seit 2002 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat: 2002 2008 2014 2020 2026 CSU/Parteilose Wählergemeinschaft 6 6 6 6 8 SPD/Freie Wähler 2 2 2 2 0 Gesamt 8 8 8 8 8
Zur Kommunalwahl 2026 trat nur die CSU-Liste an.An der Spitze der kleinsten Gemeinde in: Nordbayerischer Kurier vom 12. / 13. September 2026, S. 22.
Wappen
Baudenkmäler mini|Die Burg Guttenberg liegt auf einem bewaldeten Bergsporn, der nur von der Ortsseite einfach zu erreichen ist.
Einige herrschaftliche Gebäude der Adelsfamilie Guttenberg prägen das Erscheinungsbild der Gemeinde. Hervorstechend ist das Schloss Guttenberg, sowie das Untere Schloss, von dem noch das Hauptgebäude am Bienengarten Nr. 2 erhalten ist. Dort lebte von 1951 bis 1959 der deutsch-kanadische Architekt Louis Löschner, ein Vertreter der Bauhaus-Schule.
Bodendenkmäler
Verkehr Die Kreisstraße KU 13 führt nach Maierhof (1,2 km nördlich) bzw. nach Untersteinach zur Bundesstraße 303 (3 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Vogtendorf (1,1 km nordwestlich).
Söhne und Töchter der Gemeinde Christian Nützel (1881–1942), Volksliedsammler Maximilian von und zu Guttenberg (1889–1914), Gutsbesitzer und Jurist sowie Landtagsabgeordneter Wilhelm Uhlig (1930–2022), Bildhauer Der ehemalige Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist in Guttenberg nicht geboren, lebt jedoch auf dem gleichnamigen Schloss im Gemeindegebiet.
Ehrenbürger Enoch zu Guttenberg (1946–2018), Dirigent
Literatur
Weblinks
Gemeinde Guttenberg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ersterwähnung 1148 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach