Die Dortmund-Ems-Kanal-Route (abgekürzt: DEK-Route), auch Dortmund-Ems-Kanal-Radweg genannt, ist ein rund 350 Kilometer langer und nahezu steigungsfreier Radfernweg in Deutschland, der das Ruhrgebiet mit der Nordseeküste verbindet. Die 1999 zum 100-jährigen Jubiläum des Dortmund-Ems-Kanals eingerichtete Route verläuft überwiegend direkt entlang des Kanals sowie im Norden entlang der Ems bis Emden und nach Emden durch die Gemeinden Krummhörn und Norden im Landkreis Aurich. Die beiden Ziel- bzw. Endorte sind Dortmund und Norddeich.

Charakteristik Die Dortmund-Ems-Kanal-Route verbindet das Ruhrgebiet mit Ostfriesland und der Nordsee. Es gibt den Schiffsverkehr auf dem Kanal und der Ems, Schleusen, Häfen und Wehre zu sehen. Die Route führt vorbei an Industriedenkmälern durch die Parklandschaft des Münsterlandes und das Emsland mit seinen vielen Flüssen und Kanälen bis nach Ostfriesland.

Die Route ist ohne nennenswerte Steigung und verläuft abseits des Autoverkehrs über asphaltierte oder befestigte Wege. Sie ist für Familien mit Kindern sowie Radfahrer aller Altersgruppen geeignet.

Nach ADFC-Angaben sind: Der Schwierigkeitsgrad: ca. 91 % leicht, 9 % mittel Die Streckenbeschaffenheit: ca. 35 % rennradgeeignet, 65 % wird Tourenrad empfohlen Die Verkehrsbelastung: ca. 99 % keine bis geringe, 1 % mäßig 837 Hm Anstiege; 925 Hm Abfahrten

Streckenverlauf Der Radweg führt durch die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen: Vom Ruhrgebiet durchs Münsterland, durchs Emsland, durch Ostfriesland bis zum Wattenmeer an der Nordseeküste. In Nordrhein-Westfalen verläuft die Strecke durch einige Kreise und Städte der Regierungsbezirke Arnsberg und Münster, in Niedersachsen durch die Landkreise Emsland, Leer und Aurich sowie die Stadt Emden.

Den größten Teil führt die Strecke – von Dortmund bis nach Dörpen im Emsland – entlang des Dortmund-Ems-Kanals, anschließend bis Emden rund 60 km – gemeinsam mit dem Emsradweg – an der Ems entlang und dann noch etwa 30 km bis Norddeich Mole querfeldein. Von Norddeich aus starten die Fähren zu den Ostfriesischen Inseln Juist und Norderney. mini|Der Radfernweg in Schwieringhausen mini|Radfahrer auf der Route in Münster mini|Radfahrer am Kanal bei Lingen mini|Asphaltierter Wegabschnitt am Kanalufer in Münster

Abschnitt Dortmund–Olfen ADFC-Angaben: 34,6 km; bergauf 100 Hm; bergab 135 Hm Schwierigkeitsgrad: ca. 90 % leicht; 10 % mittel Streckenbeschaffenheit: ca. 90 % rennradgeeignet; 10 % Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: keine bis geringe

Ein Endpunkt der Route ist der Hauptbahnhof in Dortmund, der sich damit zur Anreise per Bahn anbietet. Die Route startet auf der Schützenstraße Richtung Norden und führt nach ca. 2 km in den Fredenbaumpark. Nach weiteren 2 km durch den Park wird der Dortmund-Ems-Kanal erreicht und überquert. Die Route verläuft jetzt direkt am Kanal entlang, passiert den Industriehafen, wo die dichte Stadtbebauung verlassen wird, unterquert die BAB 2 und erreicht nach ca. 14 km die Schleusenanlagen von Waltrop. Hier gibt es mehrere Schifffahrtsbauwerke und Industriedenkmäler zu sehen. Das historische Schiffshebewerk Henrichenburg gehört zum Schleusenpark Waltrop, das eine Ansammlung alter und neuer Schleusenvorrichtungen enthält. Daneben gibt es hier die Ausstellung „Wasserstraßen und Schifffahrt“ der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West. Die nahe gelegene Stadt Waltrop bildet den Übergang zwischen Ruhrgebiet und dem ländlichen Raum des Münsterlandes. Neben dem historischen Ortskern mit der Pfarrkirche St. Peter kann dort das Heimatmuseum Riphaushof besichtigt werden, das auch die montane Vergangenheit der Stadt zeigt. Hinter den Schleusenanlagen zweigt der Rhein-Herne-Kanal vom Dortmund-Ems-Kanal ab, der von der Radroute überquert wird. Die Route verläuft jetzt am östlichen Stadtrand von Datteln, quert den Wesel-Datteln-Kanal, der hier nach Westen vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt, und erreicht nach ca. 14 km das Abschnittsziel Olfen. Zusammen mit dem Datteln-Hamm-Kanal, der nach Osten abzweigt, ist Datteln der größte Kanalknotenpunkt Europas. Die Stadt Datteln wird über die Schleusenanlage, welche das Eingangstor zum Wesel-Datteln-Kanal bildet, verlassen und folgt der sogenannten „Alte Fahrt“, einem stillgelegten Arm des Dortmund-Ems-Kanals, nach Olfen. Auf dem Weg nach Olfen überquert die „Alte Fahrt“ die Lippe mit Hilfe einer Trogbrücke.

Abschnitt Olfen–Münster ADFC-Angaben: 45,8 km; bergauf 141 Hm; bergab 135 Hm Schwierigkeitsgrad: ca. 71 % leicht; 29 % mittel Streckenbeschaffenheit: ca. 31 % rennradgeeignet; 69 % Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: keine bis geringe

Nach Olfen führt die Radroute zurück zum Dortmund-Ems-Kanal, überquert diesen und erreicht nach ca. 11 km die Burg Lüdinghausen. Neben dieser Burg hat die Stadt zwei weitere Burgen, die Burg Vischering und die Burg Wolfsburg sowie viele historische Gebäude mit typisch westfälischen Fassaden zu bieten. Die Route führt danach weiter zur Burg Kakesbeck, die noch zu Lüdinghausen gehört, und führt nach ca. 13 km zurück an das Ufer des Dortmund-Ems-Kanals, der gequert wird. Dort wird die Gemeinde Senden mit ihrem Schloss erreicht. In Senden quert die Route erneut den Dortmund-Ems-Kanal, führt vorbei am Venner Moor und der Pfarrkirche St. Johannes Baptist mit einer Holzdecke aus dem 16. Jahrhundert, quert die BAB 1 und erreicht nach ca. 11 km Amelsbüren, das bereits zur Stadt Münster gehört. Nach weiteren 11 km erreicht die Route den Abzweig, der vorbei am Hauptbahnhof zur Altstadt führt. Das Zentrum der Altstadt liegt über den Albersloher Weg ca. 2,5 km abseits der Route.

Abschnitt Münster–Schmedehausen ADFC-Angaben: 21,3 km; bergauf 75 Hm; bergab 90 Hm Schwierigkeitsgrad: ca. 90 % leicht; 10 % mittel Streckenbeschaffenheit: ca. 61 % rennradgeeignet; 39 % Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: keine bis geringe

Die Radroute führt ca. 12 km direkt am Dortmund-Ems-Kanal bis zur Ortschaft Gelmer, die noch zur Stadt Münster gehört. Hier wird die Route für einige Kilometer abseits des Kanals geführt, bevor sie an der „Marina Alte Fahrt Fuestrup“ wieder den Kanal erreicht, wo sie bis zu Abschnittsziel Greven-Schmedehausen bleibt. Unmittelbar vor Schmedehausen wird wieder einmal die Kanalseite gewechselt und die Route verläuft nun am westlichen Ufer.

Abschnitt Schmedehausen–Lingen ADFC-Angaben: 73 km; bergauf 245 Hm; bergab 273 Hm Schwierigkeitsgrad: ca. 90 % leicht; 10 % mittel Streckenbeschaffenheit: ca. 58 % rennradgeeignet; 42 % Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: keine bis geringe

Die Radroute verläuft weiter am westlichen Kanalufer und erreicht nach etwa dreieinhalb Kilometern das Schuhmachermuseum von Ladbergen, das allerdings am östlichen Kanalufer liegt. Eine Brücke kurz vor dem Museum ermöglicht den Besuch. Der Flughafen Münster/Osnabrück liegt westlich der Route und wird kurz darauf passiert. Weiter auf dem Uferweg erreicht dann die Route nach etwa zwölf Kilometern die Ortschaft Dörenthe. Der Ort ist ein Stadtteil von Ibbenbüren, das zum Tecklenburger Land zählt. Nach weiteren zwei Kilometern am Kanal wird der Naturerlebnispark Dörenthe und der „Botanische Garten Loismann“ erreicht. Nach weiteren vier Kilometern auf dem östlichen Uferweg erreicht die Route die Ortschaft Riesenbeck, die zur Stadt Hörstel gehört. Hier gibt es ein Landmaschinenmuseum, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die Entwicklung landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen anhand gebrauchsfähiger Exemplare darzustellen. Wiederum drei Kilometer später treffen sich im sogenannten „Nassen Dreieck“ der Mittellandkanal und der Dortmund-Ems-Kanal. Nach dem Überqueren des Mittellandkanals wechselt die Route an der Schleuse das Kanalufer und erreicht die Ortschaft Bevergern, welche ebenfalls zur Stadt Hörstel gehört. Der Ort besitzt einen historischen Ortskern mit einem kleinen Museum. Auch ist ein Abstecher zur ca. 4 km entfernten Surenburg, dem größten Wasserschloss des Tecklenburger Landes, möglich. Die Route verläuft weiter am Westufer des Dortmund-Ems-Kanals und erreicht nach ca. 4 km den Ort Rodde, der zur Stadt Rheine gehört. Nach drei Kilometern wechselt die Radroute wieder einmal die Kanalseite und Richtung Westen führt die Emsland-Route nach ca. 5 km in die Altstadt von Rheine. Die an der Ems gelegene Stadt Rheine bietet dem Besucher mit dem Falkenhof-Museum, dem Museum Kloster Bentlage, der Saline Gottesgabe und ihren Kirchen und der historischen Innenstadt einiges an Sehenswürdigkeiten. Für vier Kilometer wechselt die Route wieder ans östliche Ufer, bevor sie an der Schleuse Altenrheine ans Westufer zurück wechselt. Hier bleibt die Route die nächsten ca. 17 km, bevor sie bei der Schleuse Hesselte am Ostufer weiterführt. Nach vier Kilometern ist die Schleuse Gleesen erreicht, hinter der sich Dortmund-Ems-Kanal und Ems mit der Großen Aa vereinigen, die von Osten mündet. Nach drei Kilometern verlässt der Dortmund-Ems-Kanal bereits wieder das Bett der Ems und diese verabschiedet sich mit dem im Volksmund „Wasserfall“ genannten Emswehr Hanekenfähr. Die Radroute wechselt wieder einmal die Kanalseite und erreicht am westlichen Ufer nach ca. 6 km das Abschnittsziel Lingen. Die Lingener Altstadt liegt ca. einen Kilometer östlich der Route. Am Lingener Marktplatz steht das historische Rathaus von 1555, das mit seinem Treppengiebel das Wahrzeichen der Stadt ist. In der Altstadt bietet Lingen sehenswerte historische Gebäude und Kirchen sowie das Emslandmuseum.

Abschnitt Lingen–Lathen ADFC-Angaben: 46,5 km; bergauf 142 Hm; bergab 150 Hm Schwierigkeitsgrad: ca. 93 % leicht; 7 % mittel Streckenbeschaffenheit: Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: keine bis geringe

Die Route verläuft weiter auf der westlichen Kanalseite und passiert die Lingener Stadtteile Altenlingen und Holthausen, bevor sie nach rund acht Kilometern vor dem Geester See das Kanalufer wechselt. Hier bleibt die Route bis zur Schleuse Meppen, die nach etwa elf Kilometern erreicht wird. Auf dem Weg werden die Ortschaft Osterbrock, ein Ortsteil von Geeste, und die Schleuse Verloh passiert. Der Dortmund-Ems-Kanal und mit ihm die Radroute führt unmittelbar an der Altstadt von Meppen vorbei. Dort sind vor allem das historische Rathaus, die Jesuitenresidenz und die Gymnasialkirche sehenswert. Eine wasserbauliche Besonderheit ist die Koppelschleuse, die zwischen 1826 und 1830 erbaut und als Teil des ehemaligen Ems-Hase-Kanals erhalten blieb. Im Bereich der Altstadt mündet von Westen die Hase und von Osten die Ems in den Dortmund-Ems-Kanal, und für circa sechs Kilometer nutzt der Kanal das Bett der Ems. Der Radweg wechselt nach der Hase-Mündung wieder einmal ans östliche Ufer und bleibt hier bis zur nächsten größere Siedlung Haren, die nach ungefähr 15 Kilometern erreicht wird. Das bekannteste Gebäude der Kleinstadt ist die St.-Martinus-Kirche, welche im Volksmund als Emslanddom bezeichnet wird. Außerdem können auf dem Haren-Rütenbrock-Kanal einige Museumsschiffe besichtigt werden. Vor und nach Haren nutzt der Dortmund-Ems-Kanal abschnittsweise den Ems-Lauf. Nach Haren verlässt die Radroute für circa zwei Kilometer das Ems-Ufer, passiert die Schleuse Hilter und erreicht nach ca. 10 km Lathen. Die Gemeinde ist vor allem durch die seit 2011 stillgelegte Versuchsstrecke der Magnetschwebebahn Transrapid bekannt.

Abschnitt Lathen–Papenburg mini|Beschilderung am Abzweig des Küstenkanals ADFC-Angaben: 35,2 km; bergauf 68 Hm; bergab 77 Hm Schwierigkeitsgrad: ca. 93 % leicht; 7 % mittel Streckenbeschaffenheit: ca. 18 % rennradgeeignet; 82 % Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: ca. 91 % keine bis geringe; 9 %mäßige