Nicole Grochowina (* 1972 in Hamburg) ist eine deutsche Historikerin und Ordensschwester der evangelischen Communität Christusbruderschaft Selbitz.

Leben Nicole Grochowina besuchte von 1983 bis 1992 die UNESCO-Projektschule, Helene-Lange-Gymnasium (Hamburg). Ab 1992 studierte sie Geschichtswissenschaft, Japanologie und Ethnologie an der Universität Hamburg, was sie 1997 mit dem Magister Artium abschloss.

Nach dem Abschluss der Promotion 2003 mit dem Thema Konfessionelle Indifferenz und Dissidententum in der Grafschaft Ostfriesland im 16./17. Jahrhundert an der Universität Hamburg war sie von April 2002 bis Dezember 2004 Post-Doc an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

2004 bis 2008 arbeitete sie als Assistentin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und habilitierte sich 2007 dort mit dem Thema Das Eigentum der Frauen. Konflikte vor dem Jenaer Schöppenstuhl, 1780-1800.

2008 trat sie der Communität Christusbruderschaft Selbitz bei, einem evangelischen Orden mit Hauptsitz in Oberfranken.

Seit 2012 lehrte sie als Privatdozentin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit, von 2018 bis 2024 als wissenschaftliche Assistentin, Projektmitarbeiterin, Lehrstuhlvertretung und ab 2026 als außerplanmäßigen Professorin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

Die Wissenschaftlerin ist seit 2020 in die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern berufen, 2021 in die 13. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und zugleich in die 13. Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands. 2024 wurde sie von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland zum Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt.https://www.ekd.de/rat-der-ekd-drei-neue-mitglieder-gewaehlt-87100.htm

Forschungsschwerpunkte Nicole Grochowina arbeitet unter anderem zur Konfessionsgeschichte, zu Frauen- und geschlechtergeschichtlichen Beziehungen und der Rechtsprechung im ausgehenden 18. Jahrhundert.

Auszeichnungen

1998 bis 2000: Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2003 bis 2004: Stipendium des Wissenschaftskollegs Berlin, des Max-Weber-Kollegs, Erfurt mit Forschungsaufenthalt in Durham, North Carolina, USA. 2004 bis 2006: Habilitationsstipendiatin der FSU-Jena

Schriften (Auswahl) als Herausgeberin mit Steffen Bruendel: Kulturelle Identität. Über den Zusammenhang von Vergangenheitsdeutung und Zukunftserwartung für die Konstruktion Kollektiver Identitäten (= Les travaux du Centre Marc Bloch. Band 18). Centre Marc Bloch, Berlin 2000, ISBN 2-11-091094-1. Indifferenz und Dissens in der Grafschaft Ostfriesland im 16. und 17. Jahrhundert (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 23. Theologie. Band 766). Lang, Frankfurt am Main/Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien 2003, ISBN 3-631-39820-4 (zugleich Dissertation, Hamburg 2001). als Herausgeberin mit Hendrikje Carius: Eigentumskulturen und Geschlecht in der Frühen Neuzeit (= Comparativ. Band 4). Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2005, ISBN 3-86583-080-3. als Herausgeberin mit Stefanie Freyer und Katrin Horn: FrauenGestalten Weimar-Jena um 1800. Ein bio-bibliographisches Lexikon. (Reihe Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800. Ästhetische Forschungen, Band 22.) Winter, Heidelberg 2009; 2., überarb. Auflage 2009, ISBN 978-3-8253-5656-9. (Inhaltsverzeichnis) Das Eigentum der Frauen. Konflikte vor dem Jenaer Schöppenstuhl im ausgehenden 18. Jahrhundert (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe. Band 26). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2009, ISBN 978-3-412-20289-7 (zugleich Habilitationsschrift, Jena 2007). als Herausgeberin mit Rainer Oechslen: Streit der Religionen – Konflikt und Toleranz. Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern zum Themenjahr 2013 „Reformation und Toleranz“. Mabase-Verlag, Nürnberg 2013, ISBN 9783939171294. Franziskus und Luther. Freunde über die Zeiten (= Franziskanische Akzente. Band 12). Echter, Würzburg 2017, ISBN 3-429-04316-6. Reformation (=Seminar Geschichte). de Gruyter. Berlin, Boston 2019, ISBN 978-3-11-045473-4 als Herausgeberin mit Herbert Lauenroth und Lothar Penners: Prophetie im Prekären. Reflexionen zum »Miteinander für Europa«. LIT, Münster 2019, ISBN 978-3-643-14467-6 mit Mervat Kelli, Adriana Valerio: La madre di Dio. Maria nelle confessioni cristiane. Mailand 2022. mit Albrecht Schödl (Hg.): „Das Land ist sehr gut.“ Gemeinsames Leben neu erkundet. Leipzig 2022. mit Klaus Fitschen und Oliver Schuegraf (Hg.): Lutheran Identity. Cultural Imprint and Reformation Heritage. Gütersloh 2023. mit Astrid von Schlachta (Hg.): Täuferisches Leben in Bayern. Eine Spurensuche. Leipzig 2023.

Weblinks https://www.geschichte.phil.fau.de/faudir/pd-dr-nicole-grochowina/ Kurzporträt bei der Evangelischen Kirche in Deutschland 13. Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands

Einzelnachweise

Kategorie:Historiker (Frühe Neuzeit) Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Standort Erlangen) Kategorie:Person des Christentums (Bayern) Kategorie:Person (Selbitz, Oberfranken) Kategorie:Person (Evangelische Kirche in Deutschland) Kategorie:Ordensangehöriger (evangelisch) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Frau