Emil Julius Woldemar Heyse (*  in St. Petersburg; † 28. April 1949 in Gmunden) war ein deutscher Schauspieler bei Bühne und Film.

Leben und Wirken Heyse, ein Sohn des Industriellen und St. Petersburger Ehrenbürgers Ludwig Heyse und dessen Frau Wilhelmine, geb. Keller,Russisches Staatliches Historisches Archiv St. Petersburg, Geburtsregister der Sankt-Petri-Kirche 1875, S. 35, Nr. 49 (online auf FamilySearch, anmeldepflichtig). erhielt vermutlich noch vor der Jahrhundertwende seine Schauspielausbildung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er an deutschen Provinzbühnen verpflichtet, darunter das Düsseldorfer Schauspielhaus unter der Leitung von Louise Dumont und die Städtischen Bühnen von Leipzig unter der Intendanz von Max Martersteig. Zu den Stücken, in denen Heyse in jener Zeit auftrat, zählen Frank Wedekinds Frühlings Erwachen, Henrik Ibsens Ein Volksfeind sowie Oscar Wildes Bunbury und Ein idealer Gatte.Rollenauswahl in Düsseldorf

In Berlin angekommen, begann Heyse mit Entstehung der Weimarer Republik auch zu filmen. Die folgenden zehn Jahre, bis zum Ende der Stummfilmzeit, war Emil Heyse mit einer Fülle von Nebenrollen – zumeist staatliche Würdenträger, Adelige und andere Respektspersonen – in Unterhaltungsproduktionen zu sehen. So spielte er einen Polizeichef in der Schauergeschichte Die Tophar-Mumie, den Graf Walewska in dem Historienstreifen Gräfin Walewska, den königlichen Leibarzt Dr. Hufeland in Königin Luise, den Marquis d’Argens in einem weiteren Monarchenproträt, Der alte Fritz. Er verkörperte aber auch einen Zirkusclown in dem Kriminaldrama Zirkus des Lebens und einen alten Knecht in der Heimatroman-Verfilmung Der Sohn der Hagar. 1924/25 hielt sich Heyse zu Theater- und Filmengagements in Wien auf. Mit dem frühen Tonfilm Der Andere, wo er einen Polizeikommissar verkörperte, endete Emil Heyses Filmtätigkeit. Spätere Theaterverpflichtungen sind nicht nachzuweisen. Er starb 1949 in seiner Wohnung in Gmunden.Stadtamt Gmunden, Sterberegister Standesamt Gmunden, Nr. 117/1949.

Heyse war mit Lucy, geb. Reitzes, verheiratet. Er war ein Neffe des Schriftstellers Paul Heyse. Als Todesdatum Emil Heyses ist hier fälschlich der 1. Mai angegeben.

Filmografie 1919: Störtebeker 1919: Der Rebell 1920: Die Augen der Welt 1920: Marionetten des Teufels 1920: Die Tophar-Mumie 1920: Gräfin Walewska 1921: Der Liebling der Frauen 1921: Der Mord in der Greenstreet 1921: Christian Wahnschaffe, 2. Teil: Die Flucht aus dem goldenen Kerker 1921: Das Spiel mit dem Feuer 1921: Zirkus des Lebens 1922: Hanneles Himmelfahrt 1922: Das Spiel mit dem Weibe 1922: Der steinerne Reiter 1923: Bob und Mary 1923: Die Buddenbrooks 1923: Der Mann mit der eisernen Maske 1924: Kaddisch 1924: … die sich verkaufen 1924: Die Sklavenkönigin 1925: Frauen aus der Wiener Vorstadt 1925: Gräfin Mariza 1925: Der Mann ohne Schlaf 1926: Junges Blut 1926: Die drei Mannequins 1926: Sein großer Fall 1926: Der Sohn der Hagar 1927: Der Kampf des Donald Westhof 1927: Svengali 1927: Bigamie 1928: Der alte Fritz (2 Teile) 1928: Königin Luise, 2. Teil 1928: Die Sache mit Schorrsiegel 1928: Eine Frau von Format 1929: Diane 1929: Die weißen Rosen von Ravensberg 1929: Das Schiff der verlorenen Menschen 1930: Liebe im Ring 1930: Der Andere

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Einzelnachweise

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