mini|Don Rosa, der Autor von Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden (im Original: The Life and Times of Scrooge McDuck) ist ein Comic des Comicautors und -zeichners Don Rosa. In zwölf Hauptkapiteln auf 212 Seiten wird die umfangreiche Lebensgeschichte des fiktiven Fantastilliardärs Dagobert Duck in den Jahren 1877 bis 1947 beschrieben. Die Handlung beruht in großen Teilen auf Andeutungen und Indizien zu Dagobert Ducks Leben in den Geschichten von Carl Barks, der die Figur erfunden hat.

Das Werk, das in den Jahren 1991 bis 1994 entstand, gilt als das Opus magnum von Don Rosa und wurde 1995 mit dem Eisner Award ausgezeichnet.

Handlung Frühe Kindheit Die Handlung beginnt einen Tag vor Dagoberts zehntem Geburtstag 1877 in Schottland. Dort wächst Dagobert in einer verarmten schottischen Adelsfamilie auf, die aus Vater Dietbert, dessen Bruder Jakob, Mutter Dankrade, Dagobert und seinen beiden jüngeren Schwestern Mathilda und Dortel besteht. Die Familie hat schon lange ihren Stammsitz, die Duckenburgh, zu Gunsten eines Wohnsitzes in Glasgow verlassen.

Der Junge erhält zum zehnten Geburtstag von seinem Vater einen Schuhputzkasten, mit dem er seinen ersten Zehner verdient. In der folgenden Zeit erarbeitet er sich auch mit dem Verkauf von Torfblöcken zum Heizen weiteres Geld. Währenddessen gelingt es ihm, die Whiskervilles, einen verfeindeten Clan, vom McDuckschen Familienstammsitz zu vertreiben. Als er genug verdient hat, folgt er mit 13 Jahren seinem Onkel Diethelm nach Amerika. Dabei verbringt er die Überfahrt als Schiffsjunge auf einem Viehtransporter.

Abenteuer in Amerika Mit Diethelm bereist Dagobert den Mississippi auf der Suche nach einem gesunkenen Dampfer namens Drennan Whyte und macht dabei Bekanntschaft mit den Panzerknackern (den Vätern und dem Großvater der heutigen Panzerknacker), die im Auftrag des Gauners Peristaltus Pork, eines Kontrahenten von Diethelm, arbeiten. In dieser Geschichte erhalten die Panzerknacker auch ihren Namen, als Dagobert sie nach dem Diebstahl eines Panzerschranks als Panzerschrankknacker bezeichnet. Die beiden Ducks treffen auf Dankwart Düsentrieb, Daniel Düsentriebs Großvater, der daraufhin als Maschinist auf ihrem Dampfer anheuert.

Nachdem sich sein Onkel zur Ruhe gesetzt hat und sich ganz dem Schreiben von Groschenheften widmet, übernimmt Dagobert den Dampfer. Finanziell bringt ihn dies nicht weiter, weshalb er sich als Cowboy in den Weiten Montanas versucht. Dabei macht er viele Erfahrungen und trifft in den Dakota Badlands auf den späteren US-Präsidenten Theodore Roosevelt, der ihm wichtige Ratschläge mitgibt. Als die Zeit der Cowboys zu Ende geht, wird er von seinem Arbeitgeber Murdo McKenzie notgedrungen entlassen. Bei seiner folgenden Suche nach Silber stößt er auf eine Kupferader, die sich durch die Einführung der Elektrizität und die damit verbundene Nachfrage als Goldgrube entpuppt. Durch ein altes Minengesetz gelangt er in den Besitz einer ganzen Kupfermine, die zuvor Kuno Klever, dem Vater seines späteren Rivalen Klaas Klever, gehört hat. Dieser hat ihn unterstützt, weil er Gefallen an dem jungen Kupfergräber gefunden hat und sich selbst für „reich genug“ hielt.

Kurzzeitige Heimkehr Nach fünf Jahren kehrt Dagobert erstmals zurück nach Schottland. Da seine Familie die Grundsteuer für das Schloss nicht bezahlen konnte, soll es nun gepfändet und an die Whiskervilles verkauft werden. Um dies zu verhindern, verkauft Dagobert seine Kupfermine für 10.000 Dollar. Damit bezahlt er die Steuern, sodass das Schloss im Besitz der Familie bleibt. Bei einem Duell mit Argus Whiskerville wird Dagobert allerdings von einem Blitz getroffen, fällt in den Burggraben und wird bewusstlos. Im Jenseits entscheidet der „Rat der Ducks“ jedoch, ihm noch eine Chance zu geben, das für ihn im „Buch der Ducks“ vorgezeichnete Schicksal zu erfüllen, und schickt ihn zurück auf die Erde.

Weitere Reisen In Transvaal macht sich Dagobert auf die Suche nach Gold und Diamanten, kann aber kein größeres Vermögen anhäufen. Stattdessen lernt er seinen späteren Rivalen Mac Moneysac kennen und wird von diesem überlistet, kann jedoch wenig später Rache nehmen.

Kurz darauf reist er wieder nach Amerika, um nahe dem Ort Windy City nach Gold zu graben. Auch hier gelingt es ihm nicht, reich zu werden. Er schickt allerdings seiner Familie genug Geld, damit diese wieder in der Duckenburgh leben kann.

Als er anschließend beim Goldrausch in Australien sein Glück sucht, trifft er im Outback auf einen Aborigine und hilft diesem im Kampf gegen einen Räuber. Die Möglichkeit, dem Aborigine selbst den geretteten wertvollen Opal zu stehlen, nimmt er nicht wahr. Kurze Zeit später gelingt es jenem, die Traumpfade zu lesen, uralte Prophezeiungen, die auf Höhlenwände gemalt sind. Dagobert wird dort vorhergesagt, dass er im Norden, am Yukon, Erfolg haben wird.

Goldsuche am Klondike Am Yukon River kommt er gerade rechtzeitig zum Goldrausch in Alaska und Kanada an. Über Skagway und den Chilkoot Pass gelangt er nach Dawson. In der Nähe, an einem Nebenfluss des Klondike im White Agony Creek, steckt er sich einen Claim ab. Hier macht er sich einen Namen als Knauser und Geizhals, findet das „Straußeneinugget“, ein großes Goldnugget, und verdient schließlich seine erste Million. Er lernt auch die Barsängerin Nelly, genannt der „Stern des Nordens“, kennen. Sie ist die erste, für die er Gefühle hegt. Gleichzeitig muss er sich mit vielen Claimräubern und Betrügern herumschlagen. Zu dieser Zeit erreicht ihn auch die Nachricht vom Tod seiner Mutter.

Nachdem er seinen Claim ausgebeutet hat, wird er Bankier, und durch Investitionen innerhalb der nächsten fünf Jahre zum Milliardär.

Rückkehr nach Schottland und Umzug nach Entenhausen Als Dagobert nach Schottland zurückkehrt, hat er sich reichlich verändert: Er ist nicht mehr der aufstrebende junge Dagobert, sondern ein knallharter Geschäftsmann und wird von den Bewohnern nicht sehr freundlich aufgenommen. Auch seine Mühen, von den Schotten als einer der ihren anerkannt zu werden, sind vergeblich. Er beschließt, mit seinen Schwestern nach Amerika zurückzukehren und ein Stück Land zu besiedeln, das Fort Entenhausen, welches er von Emanuel Erpel, dem Enkel des Stadtgründers Emil Erpel, gekauft hat. Dagoberts Vater verstirbt – von Dagobert unbemerkt – am Tag der Abreise.

In Entenhausen begegnet Dagobert der Familie Duck, deren Sohn Degenhard Dagoberts Schwester Dortel heiratet (aus dieser Verbindung geht später Donald Duck hervor). Er trifft, nach mittlerweile 22 Jahren, die Panzerknacker wieder, die ihn erneut ausrauben wollen. Dazu wird er auch noch von der amerikanischen Armee angegriffen, da Präsident Roosevelt durch ein Missverständnis der Meinung ist, ein schottischer Milliardär würde eine Militärbasis in der Stadt errichten. Jedoch kann dies ausgeräumt werden, auch weil die beiden einander kennen, und die Panzerknacker werden gemeinsam in die Flucht geschlagen. Um seine damals acht Fässer Gold – seine erste Milliarde – zu schützen, baut er den riesigen Geldspeicher anstelle des alten Forts Entenhausen.

Weg zum reichsten Mann der Welt Nach sieben weiteren Jahren, in denen Dagobert seinem Ziel, reichster Mann der Welt zu werden, immer näher rückt, nimmt er seine Schwestern, die sich seitdem um die Verwaltung seiner Gelder in Entenhausen gekümmert haben, mit auf seine Reisen. Nachdem Dagobert das Dorf eines Afrikanerstammes niederbrennen lässt, der ihm sein Land nicht verkaufen will, verlassen ihn seine Schwestern enttäuscht und kehren zurück nach Entenhausen. Dagobert bereut und will seinen Schwestern ursprünglich folgen, doch durch einige lohnende Geschäfte auf dem Weg, die er sich nicht entgehen lassen will, gerät das Vorhaben in Vergessenheit.

Da sich ständig weitere Erfolge ergeben, kehrt er erst nach 23 Jahren im Jahr 1930 nach Entenhausen zurück. Dagobert beschäftigt sich inzwischen nur noch mit der Vergrößerung seines Vermögens und interessiert sich nicht für seine Verwandten, die sich auf das Wiedersehen gefreut haben. Dagobert hat es geschafft, der reichste Mann der Welt zu werden, vergrault jedoch seine Familie. Dafür bekommt er bei seinem ersten Treffen mit dem jungen Donald von diesem einen Tritt in den Hintern verpasst.

Begegnung mit Donald und Tick, Trick und Track Das letzte Kapitel spielt 17 Jahre später im Jahr 1947. Dagobert lebt inzwischen seit Jahren verbittert und zurückgezogen in seiner Villa. Was aus seinem ehemaligen Vermögen wurde, ist unbekannt, sein Imperium hat er fünf Jahre zuvor aufgelöst, weil niemand seines Erbes würdig schien.

Am Weihnachtstag ebendieses Jahres fühlt sich Dagobert einsam und lässt seinen (inzwischen erwachsenen) Neffen Donald und dessen Neffen Tick, Trick und Track kommen. Weil Donald die Geschichten aus Dagoberts Leben für erfunden hält, zeigt ihm Dagobert, was wirklich in seinem alten Bürogebäude lagert: Ein großer Speicher mit all dem Geld, das er selber verdient hat. Jede Münze ist mit Erinnerungen an sein Leben verbunden. Nachdem die Panzerknacker den Geldspeicher überfallen, kann Dagobert sie zusammen mit Donald und dessen Neffen besiegen. In seinen Verwandten sieht Dagobert die Familie, die er nie hatte, und erkennt, dass er seine letzten Jahre vertan hat. Allerdings fühlt er sich zu alt und zu erschöpft, um wieder aktiv zu werden. Als Donald seinen Neffen vorhält, dass sie „den armen alten Mann ganz aufgebracht“ hätten, erwidert Dagobert den Tritt in den Hintern, den Donald ihm vor 17 Jahren verpasst hatte. Nun fühlt er sich wieder frisch und energiegeladen. Er wird motiviert, wieder zu handeln und neue Abenteuer zu erleben.

Kapitel Hauptkapitel Nr. Originaltitel Deutscher Titel Zeit der Handlung 1. The Last of the Clan McDuck Der Letzte aus dem Clan der Ducks 1877–1880 2. The Master of the Mississippi Der Herr des Mississippi 1880–1882 3. The Buckaroo of the Badlands Der Held der Badlands 1882 4. Raider of the Copper Hill Der Kupferkönig/Der Kupferkönig von Montana/Der Bezwinger des Kupferbergs 1884/1885 5. The New Laird of Castle McDuck Der Retter der Duckenburgh 1885 6. The Terror of the Transvaal Der Schrecken von Transvaal 1887–1889 7. Dreamtime Duck of the Never Never Der Jäger des heiligen Opals/Der Traumzeitwandler des Never Never 1893–1896 8. King of the Klondike Der Einsiedler am White Agony Creek/Der König des Klondike 1896/1897 9. The Billionaire of Dismal Downs Der Milliardär im Hochmoor 1898–1902 10. The Invader of Fort Duckburg Der Herrscher über Entenhausen/Der Eroberer von Fort Entenhausen 1902 11. The Empire-Builder from Calisota Der Geschäftsmann ohne Gewissen/Der gewissenlose Geschäftsmann aus Entenhausen/Der Großmagnat aus Calisota 1909–1930 12. The Richest Duck in the World Der Einsiedler der Villa Duck Weihnachten 1947

Zusatzkapitel Später schrieb Don Rosa weitere Geschichten, die Episoden aus der Lebensgeschichte von Dagobert Duck erzählen.

3B Abenteuer auf Java/Der Cowboy-Käpt’n der Cutty Sark (The Cowboy Captain of the Cutty Sark)Dagobert reist auf der Cutty Sark als Cowboy nach Java, um dort Stiere für ein traditionelles Stierrennen abzuliefern. Dabei gerät er in die Streitigkeiten zwischen zwei Sultanen und erlebt den Ausbruch des Danan auf Krakatau mit. Der Kapitän der Cutty Sark ist laut Zeichner nur ansatzweise dem von Gregory Peck gespielten Kapitän Ahab aus Moby-Dick nachempfunden. 6B Der Rächer von Windy City (The Vigilante of Pizen Bluff)Die Geschichte erzählt von der Zeit, als Dagobert in Windy City nach Gold sucht. Dort trifft er auf Geronimo, Buffalo Bill, Annie Oakley und P. T. Barnum. Gemeinsam treten sie in einem typischen Westerncomic gegen die Gebrüder Dalton an. Diesen „Fakt“ aus Barks’ Der arme reiche Mann („Only a poor old Man“, 1952) hatte Don Rosa in der Hauptreihe ausgelassen, das Versäumnis holt er hier nach.