mini|Carl-Rosen-Denkmal in Großröhrsdorf
Carl Rosen (eigentlich Carl Friedrich Richter; * 24. Oktober 1811 in Großröhrsdorf; † 4. Mai 1862 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller und Revolutionär.
Leben Carl Friedrich Richter wuchs in Großröhrsdorf in der Oberlausitz auf. Aufgrund harter Arbeit nahm er nur wenig am Schulunterricht teil. Nach seiner Konfirmation veröffentlichte er erste Gedichte.200. Geburtstag von Carl Rosen. In: Rödertal-Anzeiger. 28. Oktober 2011, S. 8 (grossroehrsdorf.de [PDF; 1,5 MB], abgerufen am 29. Dezember 2018). Er bestand 1830 die Ausbildung zum Leineweber als Geselle. Er diente von 1832 bis 1838 als Soldat in Dresden. Wann er sein Pseudonym annahm, ist bisher noch nicht bekannt. Er war als Improvisator tätig. Vor 1849 veröffentlichte er in der Zeitschrift Camenzer Wochenschrift und in der Sächsischen Dorfzeitung zahlreiche Gedichte, unter anderem dieseCamenzer Wochenschrift. Nr. 5, 4. Februar 1847, S. 39, Nr. (stadtarchivkamenz.de). Das unter 2. wiedergegebene Gedicht erschien unter dem Titel Meine letzte Erinnerung an P. auch in: Sächsische Dorfzeitung. Ein unterhaltendes Wochenblatt für den Bürger und Landmann. Nr. 6. Dresden 5. Februar 1847, S. 24 ().:
Erinnerung an 29. Januar. Zwei kleine Lieder.
1. Er sagt, ich hätt’ es ihm geschenkt. Wie? Laßt ihr euch von Armen schenken? Ein Kerl, wie ich, der Schulden hat, Kann der an solche Dinge denken?
Ihr habt von jeher mich benutzt, Benutzt auch meine Uebereilung, Ich gratulir’ zu solchem Sinn Und danke für die theure Heilung.
All’ eure kluge Freundlichkeit Verräth der Habgier argen Teufel, — Doch Eins vergönnt ihr mir gewiß, An eurer Ehre — meine Zweifel.
2. Und sie werden wieder fragen, Da sie nicht die Rückkehr hoffen, „Kann so wenig er vertragen? „War so fürchterlich besoffen.“
In ihm zuckte jede Fiber, Jedes Glied am Körper bebte, Jedes Fühlen schäumte über, Jede Kraft, die in ihm lebte.
„Auch sein Gang, er ist ein Wanken, „Wie zerbrochen sind die Glieder.“ Nur der Schmerz und die Gedanken, Nicht der Wein, der warf ihn nieder.
Seht die leichenbleichen Wangen, Und des starren Auges Gluten, Seine Kraft ist schlafen gangen Und das Herz will sich verbluten.
„Hat der Mann sein Weib verloren? „Litt er an der Ehre Schaden?“ Nein, er hat kein Weib verloren, Nur der Freund hat ihn verrathen.
„Darum blaß wie eine Leiche, „Darum zittern ihm die Glieder?“ Wie der Sturm die junge Eiche Brach der herbe Schmerz ihn nieder.
Im Sommer 1848 veröffentlichte Rosen den Aufsatz 1833 und 1848 im Deutschen Volksfreund.Zit. n. Darin schilderte er die Inhaftierung und den Tod Bernhard Moßdorfs auf der Festung Königstein. Der Aufsatz sorgte in Sachsen für Aufsehen, und das Justizministerium veranlasste Ermittlungen zu den Umständen von Moßdorfs Tod. Anschließend erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Rosen wegen „Verleumdung des Festungsgouverments zu Königstein“. Am 30. November 1848 wurde Rosen zu drei Wochen Haft und zur Übernahme der Verfahrenskosten verurteilt. Das Urteil wurde damit begründet, dass Rosen „das Gerücht von Moßdorfs harter Behandlung und seiner Ermordung ohne Kenntnis dessen Unwahrheit verbreitet habe“.Zit. n.
Carl Rosen wurde wegen seiner Beteiligung am Dresdner Maiaufstand als Hochverräter zu 10 Jahren verurteilt, saß im Gefängnis und wurde aus der Stadt Dresden verwiesen.
Veröffentlichungen (Auswahl) Eisenbahnfragen. In: Der Dampfwagen. Ein Beiblatt zur sächsischen Dorfzeitung. Nr. 3, Dresden 15. Januar 1847, S. 10 (). Die Societätsbrauerei und die Bierpreise. In: Sächsische Dorfzeitung. Ein unterhaltendes Wochenblatt für den Bürger und Landmann. Nr. 15. Dresden 9. April 1847, S. 118 (). Aus der Oberlausitz. In: Sächsische Dorfzeitung. Ein unterhaltendes Wochenblatt für den Bürger und Landmann. Nr. 20. Dresden 14. Mai 1847, S. 157 f. (). 1833 und 1848. In: Deutscher Volksfreund. Dresden 1848. als Hrsg.: Zeit und Gegenwart. Eine Monatsschrift für das Volk. Dresden 1849–1851. Der Aufstand in Dresden im Mai 1849 und meine Gefangenschaft. Ganz der Wahrheit getreu beschrieben. Selbstverlag, Dresden 1849, (bei SLUB Dresden). Adolph von Trützschler, sein Leben und Ende. Ein Kriminalfall für das Volk. Selbstverlag, (Dresden) 1849, (bei Digitale Historische Bibliothek Erfurt/Gotha).
Literatur Fliegende Rosen. Mai-Rosen, Klatsch-Rosen. In: Die Fackel. Oppositionsblatt gegen Lüge und Unverstand. Hrsg. von Hugo Häpe. Nr. 41, 13. Oktober 1849, S. 286 ().
Richter, Karl Friedrich (Karl Rosen). In: [Friedrich] R[ang] (Hrsg.): Anzeiger für die politische Polizei Deutschlands auf die Zeit vom 1. Januar 1848 bis zur Gegenwart. Ein Handbuch für jeden deutschen Polizeibeamten. Liepsch und Reichardt, Dresden , S. 286 (). Erhard Gebler: Karl Rosen. In: Unsere Heimat – Beilage zum „Anzeiger für Großröhrsdorf“. Nr. 187 (1931), , S. 765–770.
Ehrung Auf dem Rathausvorplatz in Großröhrsdorf wurde 1967 ein Gedenkstein für Carl Rosen errichtet. Eine Straße in seinem Geburtsort trägt seinen Namen.
Weblinks
Literatur Carl Rosens in der Sächsischen Bibliographie
Einzelnachweise
Kategorie:Revolutionär 1848/49 Kategorie:Autor Kategorie:Pseudonym Kategorie:Person (Großröhrsdorf) Kategorie:Person (Dresden) Kategorie:Teilnehmer am Dresdner Maiaufstand Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1811 Kategorie:Gestorben 1862 Kategorie:Mann