Matthias Geyer (* 1962) ist ein deutscher Journalist, der von 2006 bis 2019 das Gesellschaftsressort des Nachrichtenmagazins Der Spiegel leitete.
Laufbahn Geyer arbeitete ab 1989 für den Spiegel, wo er zunächst im Sportressort tätig war und später als Reporter im Hauptstadtbüro.Matthias Geyer spiegel.de 2006 wurde er Leiter des Gesellschaftsressort, das er bis 2013 mit Cordt Schnibben, von 2013 bis 2014 mit Stefan Willeke, von 2014 bis 2016 mit Ullrich Fichtner und ab 2016 alleine leitete.
Er erhielt 2004 den Egon-Erwin-Kisch-Preis (als Ko-Autor der Reportage Schröders Spiel über die Macht-Mechanismen in der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder)Spiegel-Redakteure ausgezeichnet spiegel.de, 18. Juni 2004 und 2008 den Henri-Nannen-Preis für beste investigative Leistung – er hatte mit den ebenfalls ausgezeichneten Udo Ludwig, Lothar Gorris und Detlef Hacke in jahrelanger Arbeit nachgewiesen, dass auch das Team Telekom im Radsport verbotene Dopingmittel benutzte.Spiegel-Redakteure gewinnen Nannen-Preis spiegel.de, 10. Mai 2008 Er porträtierte und interviewte unter anderem Guido Westerwelle (Der ewige Guido, Nr. 49, 2003)Der ewige Guido spiegel.de, 1. Dezember 2003 und Oskar Gröning (Der Buchhalter von Auschwitz, Nr. 19, 2005).Der Buchhalter von Auschwitz spiegel.de, 9. Mai 2005
2004 erhielt er den Georg von Holtzbrinck Preis für Wirtschaftspublizistik mit Alexander Smoltczyk für Operation Dosenpfand – mit deutscher Gründlichkeit ins Chaos (Nr. 32, 2003) über die Einführung des Pfands auf Einweggetränkebehälter in Deutschland und Das Nürnberger Labor (über die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, Nr. 49, 2003).Das Nürnberger Labor spiegel.de, 1. Dezember 2003 2017 erhielt er mit Ullrich Fichtner, André Geicke und Andreas Wassermann den Deutschen Reporterpreis für eine Reportage über den Skandal um den Bau des Flughafens Berlin Brandenburg (Wie Deutschland am Bau eines Flughafens scheiterte, Nr. 34, 2017).Reporterpreis 2017 – Das sind die Preisträger spiegel.de, 12. Dezember 2017
Zum 1. Januar 2019 sollte er zum Blattmacher ernannt werden.Das ist das neue Führungsteam der Redaktion horizont.net, 6. Dezember 2018 Seine Ernennung wurde allerdings bis zum Abschluss der Untersuchung des Fälschungsskandals um Claas Relotius ausgesetzt.Teile der designierten "Spiegel"-Führung lassen Verträge ruhen sueddeutsche.de, 28. Dezember 2018 Als Leiter des Gesellschaftsressorts hatte er von 2016 bis 2018 die Arbeiten von Relotius betreut.Hat der Spiegel ein Compliance-Problem? / Debatte um Verantwortung für Relotius-GAU horizont.net, 27. Dezember 2018 Er blieb Leiter des Gesellschaftsressorts, dessen Leitung Relotius am 1. Januar 2019 hätte übernehmen sollen.Spiegel-Skandal: Wie Relotius die todkranke Schwester erfand morgenpost.de, 17. September 2019 Am 20. März 2019 teilte der Spiegel-Verlag mit, dass Geyer, auch wenn er laut der Untersuchungsergebnisse keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trägt, auf die Position des Blattmachers verzichtet und die Leitung des Gesellschaftsressorts abgibt. Als Redakteur für besondere Aufgaben blieb er aber an die Chefredaktion angebunden.Konsequenz aus Relotius-Affäre: designierter Spiegel-Chefredakteur Ullrich Fichtner bekommt Posten nicht meedia.de, 20. März 2019 Im Abschlussbericht der Untersuchung wurde ihm vorgeworfen, er sei Hinweisen nicht nachgegangen und habe die Aufklärung verzögert.Der Fall Relotius spiegel.de, 25. Mai 2019„Die Reaktionen waren langsam und mangelhaft“ welt.de, 24. Mai 2019Warum der Relotius-Bericht für den „Spiegel“ so verheerend ist uebermedien.de, 24. Mai 2019 Am 23. August 2019 wurde bekannt, dass der Spiegel-Verlag Geyer gekündigt und dieser gegen die Kündigung geklagt hatte. Einen Tag vor dem ersten Verhandlungstag am 27. August 2019 einigten sie sich darauf, dass der Spiegel-Verlag die Kündigung zurückzieht und Geyer einen Aufhebungsvertrag unterschreibt.Relotius-Vorgesetzter soll nicht mehr beim „Spiegel“ arbeiten welt.de, 26. August 2019Wie die Relotius-Kommission einen Buhmann fand uebermedien.de, 26. August 2019
Werke Matthias Geyer, Dirk Kurbjuweit, Cordt Schnibben: Operation Rot-Grün. Geschichte eines politischen Abenteuers, DVA, München 2005, ISBN 3-421-05782-6.
Einzelnachweise
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