Metacetamol ist ein Regioisomer von Paracetamol mit analgetischen und antipyretischen Eigenschaften, das jedoch noch nie als Arzneimittel vermarktet wurde.
Gewinnung und Darstellung Metacetamol kann durch Reaktion von m-Aminophenol mit Essigsäure gewonnen werden.Sumana T., Pushpa Iyengar, Sanjeevarayappa C., Manoj Kumar K.E., Vijay K.: Synthesis, Characterization and Pharmacological study of Metacetamol derivatives. In: Journal of Applicable Chemistry, 2014, 3(1):47-55.
Eigenschaften Die Verbindung besitzt eine monokline Kristallstruktur mit der .Lindsay McGregor, Denis A. Rychkov u. a.: A new polymorph of metacetamol. In: CrystEngComm. 17, 2015, S. 6183, doi:10.1039/c5ce00910c. Es sind noch zwei weitere orthorhombische Kristallstrukturen bekannt.V. A. Drebushchak, L. McGregor, D. A. Rychkov: Cooling rate “window” in the crystallization of metacetamol form II. In: Journal of Thermal Analysis and Calorimetry. 127, 2017, S. 1807, doi:10.1007/s10973-016-5954-0.
Im Jahr 1980 hatte eine pharmakologische Studie zur Toxizität von Metacetamol bei Mäusen gezeigt, dass Dosen von bis zu 900 mg/kg (i.p.) bei diesem Modellorganismus keine Lebernekrose—nicht einmal eine signifikante Erschöpfung des hepatischen Glutathions—verursachten, was darauf hindeutete, dass Metacetamol ein sichereres Analgetikum und Antipyretikum sein könnte als Paracetamol.E. B. Nelson: The pharmacology and toxicology of meta-substituted acetanilide I: acute toxicity of 3-hydroxyacetanilide in mice. In: Research communications in chemical pathology and pharmacology. Band 28, Nummer 3, Juni 1980, S. 447–456, PMID 7403659. Aufgrund dieser Studie und weiterer an Mäusen und Hamstern durchgeführter Untersuchungen wurde jahrzehntelang behauptet, dass Metacetamol ein nicht-toxisches Analogon von Paracetamol sei. Im Jahr 2012 jedoch, als Metacetamol schließlich ex vivo an menschlichen Leberschnitten sowie bei Ratten getestet wurde, erwies sich Metacetamol als ebenso toxisch wie Paracetamol, und das, bei allen getesteten Konzentrationen. Die ausgeprägten interspezifischen Unterschiede in der Toxizität von Metacetamol unterstreichen die Bedeutung der Verwendung menschlicher Gewebe für eine bessere Vorhersage der Toxizität beim Menschen.
Einzelnachweise
Kategorie:Nichtopioid-Analgetikum Kategorie:Phenol Kategorie:Acetanilid