Thiersheim ist ein Markt im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Regierungsbezirk Oberfranken) an der Bayerischen Porzellanstraße und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Thiersheim.
Geographie Lage Thiersheim liegt in der Nähe des Galgenbergs im Fichtelgebirge, nahe der Grenze zur Tschechischen Republik unmittelbar an der Bundesautobahn 93 (Anschlussstelle 11, Thiersheim).
Gemeindegliederung Es gibt 15 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Grafenreuth (Gemarkungsteil 1), Hohenberger Forst (Gemarkungsteil 2), Kothigenbibersbach (Gemarkungsteil 2), Stemmas und Thiersheim. Die Gemarkung Thiersheim hat eine Fläche von 7,737 km². Sie ist in 2062 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3752,02 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Berthardsruhe, Böhmmühle und Mittelmühle.
Geschichte Ortsgeschichte Der Name Thiersheim leitet sich wahrscheinlich ab von Heim des Teor (oder Tior, Tier). Im Jahre 1182 fand Thiersheim erstmals urkundliche Erwähnung in einer von Kaiser Friedrich Barbarossa bestätigten Schenkung des Ortes an das Benediktinerkloster Reichenbach. Von 1415 bis 1791 stand Thiersheim unter der Herrschaft der einstigen Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg beziehungsweise Bayreuth. Das Markgraftum Ansbach-Bayreuth gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis und kam 1792 zum Königreich Preußen. Nach vorheriger vierjähriger französischer Besetzung gelangte der Ort 1810 zum Königreich Bayern. Im Jahr 1818 entstand mit dem Gemeindeedikt die politische Gemeinde, die im Jahr 1871 1249 Einwohner hatte, von denen 1235 evangelisch waren. 1914 erhielt Thiersheim über die Bahnstrecke Holenbrunn–Selb Stadt Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz. 1986 wurde der Personenverkehr eingestellt. Inzwischen wurde die Strecke stillgelegt und abgebaut.
2007 fanden im Rahmen der 825-Jahr-Feier ein feierlicher historischer Festzug und ein historischer Markt statt.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1977 die Gemeinde Stemmas eingegliedert. Am 1. April 1977 kamen Teile der aufgelösten Gemeinde Kothigenbibersbach hinzu. Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Grafenreuth (Gemeindeteile Grafenreuth, Kleehof, Leutenberg, Putzenmühle und Wampen) folgten am 1. Januar 1978. Zum 1. April 2013 wurde ein Teil des gemeindefreien Gebiets Hohenberger Forst eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 2194 auf 1793 um 401 bzw. um 18,3 %.
Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2002 führten zu folgenden Sitzverteilungen bzw. Stimmenanteilen im Marktgemeinderat: Partei/Liste 2002 2008 20142020Sitze%Sitze CSU 7 6 5 41,6 5 Aktive Liste (AL) 2 3 5 31,8 4 SPD 5 5 4 26,6 3 Gesamt 14 14 14 100 12
Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl 2026 wurde Franziska Reihl (CSU) im zweiten Wahlgang mit 62,3 % der Stimmen gewählt und ist seit Mai 2026 im Amt. Zweiter Kandidat in der Stichwahl war der damalige Bürgermeister Werner Frohmader (BWF),Ergebnisse Stichwahl Bürgermeister/-in Markt Thiersheim 2026 der zuletzt 2020 mit 58,9 % der Stimmen im Amt bestätigt worden war.
Wappen
Städtepartnerschaften Bochov, Tschechien
Kirchliche Einrichtungen mini|hochkant=1.4|right|Evangelische Kirche St. Ägidien aus spätromanischer Zeit evangelische Kirchengemeinde Thiersheim, St. Ägidien katholische Kirchengemeinde Thiersheim, Mariä Himmelfahrt Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Thiersheim
Kultur und Sehenswürdigkeiten Friedhof Auf dem Gemeindefriedhof erinnert eine KZ-Grabstätte mit einem Gedenkstein an 22 KZ-Opfer, die durch die NS-Gewaltherrschaft ihr Leben verloren und dort begraben wurden.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 195 Die Umbettung der Opfer, die zunächst am Wegesrand des „Evakuierungsmarsches“ vom KZ Buchenwald zum KZ Flossenbürg verscharrt worden waren, auf den Friedhof Thiersheim erfolgte im Januar 1946; die Einweihung des Gedenksteins fand am 12. August 1948 statt.siehe Darstellung in Constanze Werner: KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern, Schnell und Steiner: Regensburg 2011, ISBN 978-3795424831, Seite 201–203
Bau- und Bodendenkmäler
Persönlichkeiten Johann Michael Füssel (1753–1824), evangelischer Pfarrer, Hofmeister und Reiseberichtsautor Willi Müller (* 1936), Politiker (CSU), Abgeordneter des Bayerischen Landtags und Staatssekretär
Literatur mini|hochkant=1.4|right|Markt Thiersheim – Blick von Norden
Dietmar Herrmann: Flurnamensteine in und um Thiersheim. In: Der Siebenstern, Heft 2011, S. 288. Friedrich Wilhelm Singer: Das Altstraßenstück Gefrees – Eger. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken, 43. Band. Bayreuth 1963. S. 93 ff. Friedrich Wilhelm Singer (Hrsg.): Heimat an der Hohen Warte. Selbstverlag des Marktes Thiersheim, 1982. Harald Stark: Die Familie Notthafft – auf Spurensuche im Egerland, in Bayern und Schwaben. Weißenstadt 2006, ISBN 3-926621-46-X
Weblinks
Gemeinde Thiersheim
Einzelnachweise
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