mini|Ausschnitt aus dem Gemälde „Los ultimos años de Ximénez“ von Rafael Ramirez. Pedro Ximénez Abril Tirado (auch Pedro Tirado, Abril Tirado oder Pedro Jiménez de Abril Tirado; getauft wahrscheinlich 17. November 1784 in Arequipa, Peru; † 12. Juni 1856 in Sucre, Bolivien) war ein peruanisch-bolivianischer Komponist.

Leben Pedro Ximénez Abril Tirado war – wie aus seiner Heiratsurkunde hervorgeht – der uneheliche Sohn von Buenaventura Ximénez und María del Carmen Abril. Dieser Umstand erschwert die genaue Bestimmung seines Geburtsdatums, da seinerzeit bei der Taufe unehelicher Kinder die Namen der Eltern nicht vermerkt wurden. Vermutlich bezieht sich der Taufeintrag eines kleinen Pedro vom 17. November 1784 auf ihn, der die Taufpaten Pío Tirado y Abril und María Manuela Tirado y Abril nennt, wahrscheinlich Verwandte seiner Mutter. 1819 heiratete er Juana Bernedo, die ebenfalls uneheliche Tochter von Manuela Bernedo. In einer Notarrechnung wird ihr Name allerdings mit Juana Casimira Cáceres angegeben, vermutlich nach dem rechtlich nicht anerkannten Namen ihres Vaters. Ximénez Abril Tirado arbeitete in den frühen 1830er Jahren als Komponist an der Kathedrale von Lima. Zwischen 1831 und 1838 wurden diverse Kompositionen wie Instrumentalkonzerte und Quartette aus seiner Feder in Lima aufgeführt. Auf Einladung des bolivianischen Präsidenten Andrés de Santa Cruz ging Ximénez Abril Tiradonach Bolivien. 1833 wurde er Kapellmeister an der Kathedrale von Sucre sowie an der Santa Iglesia Metropolitana de las Charcas. Er unterrichtete am Colegio Junin und am Mädchenkolleg in Sucre. 1844 wurde in Paris bei Parent & S. Richault eine Sammlung von einhundert Menutten für Gitarre von Abril veröffentlicht. Er starb am 12. Juni 1856 einen plötzlichen Tod, der verhinderte, dass er die Sterbesakramente erhalten konnte. In der Kathedrale wurde ein feierliches gesungenes Requiem abgehalten.

Werke (Auswahl) Pedro Ximénez Abril Tirado hat wahrscheinlich um die 250 größere Kompositionen sowie 400 bis 600 Lieder und kleinere Stücke hinterlassen.

Kirchenmusik Fünfzig Messen und andere kirchenmusikalische Kompositionen

Sinfonien Sinfonien Nr. 1 bis Nr. 6 verschollen Sinfonie Nr. 7 F-Dur für zwei Violinen, Viola, zwei Klarinetten, zwei Trompeten und Bass Sinfonia Nr. 15 für Flöte, zwei Klarinetten, zwei Hörner, zwei Violinen, Viola und Bass () I Adagio - Allegro II Cantable Adagio III Minue - Trio IV Rondo Allegro Sinfonie Nr. 16 d-Moll op. 21 Sinfonie Nr. 17 D-Dur op. 22 Sinfonie Nr. 19 C-Dur op. 30 Sinfonie Nr. 20 B-Dur op. 28 Sinfonie Nr. 22 d-Moll op. 29 Sinfonie Nr. 23 G-Dur op. 33 Sinfonie Nr. 24 Es-Dur op. 34 Sinfonie Nr. 26 D-Dur op. 36 Sinfonie Nr. 27 Es-Dur op. 37 Sinfonie Nr. 28 g-Moll op. 40 Sinfonie Nr. 29 G-Dur op. 39 Sinfonie Nr. 30 F-Dur op. 44 Sinfonie Nr. 31 d-Moll op. 54 Sinfonie Nr. 33 D-Dur op. 62 Sinfonie Nr. 34 C-Dur op. 63 Sinfonie Nr. 36 C-Dur op. 65 Sinfonie Nr. 37 F-Dur op. 66 Sinfonie Nr. 38 D-Dur op. 74 Sinfonie Nr. 39 C-Dur op. 75

Instrumentalkonzerte Violinkonzerte Concierto para violín obligado

weitere Instrumentalkonzerte

Kammermusik Quintett Nr. 7 für zwei Violinen, zwei Violas und Bass f-Moll op. 24 Quintett Nr. 5 für zwei Violinen, zwei Violas und Bass d-Moll op. 37 Quinteto concertante für zwei Violinen, zwei Violas und Violoncello op. 38, um 1820 () I Allegro II Adagio cantabile III rondo Allegro Divertimento concertante für zwei Flöten, Gitarre, zwei Violinen, Viola und Violoncello op. 43, 1825 () I Adagio - Allegro moderato II Tiempo de Valz III Adagio molto - Allegretto Divertimento concertante für zwei Violinen, zwei Violas, zwei Flöten, zwei Trompeten, Klarinette, Violoncello und Bass op. 46 Tres Quartetos concertantes für Flöte, Violine, Viola und Violoncello op. 47 Nr. 1 d-Moll Nr. 2 F-Dur Nr. 3 G-Dur Divertimento concertante für zwei Violinen, zwei Violas, Violoncello, Bass, Flöte, zwei Klarinetten, zwei Trompeten op. 48 Divertimento concertante für zwei Violinen, zwei Violas, Flöte, Klarinette, Bass und zwei Trompeten op. 49 Divertimento concertante für zwei Violinen, Viola, Bass, zwei Flöten und Gitarre op. 52 Cuarteto Concertante für zwei Violinen, Viola und Violoncello Es-Dur op. 55 Cuarteto Concertante für zwei Violinen, Viola und Violoncello Es-Dur op. 56 Cuarteto Concertante für zwei Violinen, Viola und Violoncello B-Dur op. 58 Tres Quartetos concertantes für Flöte, Violine, Viola und Violoncello op. 57 Nr. 1 F-Dur Nr. 2 D-Dur Nr. 3 G-Dur Divertimento concertante für Gitarre, zwei Violinen, Flöte, Viola und Violoncello op. 59 Divertimento concertante für zwei Violinen, zwei Klarinetten, zwei Trompeten, Viola. Violoncello und Bass op. 68

Quartette Menuette Sonate für Violine und Klavier B-Dur Sonate für Flöte und Klavier B-Dur Instrumentalstücke für Cello und Gitarre

Lieder Erhalten sind zwischen 400 und 600 Lieder Yaraví, Text: Juan Battista Arriaza () Incipit: Pobre corazón mio

Musik für Gitarre 1844 veröffentlichte er in Paris eine Sammlung von 100 Menuetten für Gitarre. so wie Stücke für Klavier und Gitarre Mis Pasatiempos al pie del volcán für Gitarre () I Andante II Rondo Allegro

Rezeption Pedro Ximénez Abril Tirado war einer der erfolgreichsten und produktivsten lateinamerikanischen Komponisten des frühen 19. Jahrhunderts, der auch „El sinfonista de los andes“ und „Rossini de America“ genannt wurde. Der Komponist José Bernardo Alcedo hielt Abril Tirado für das größte musikalische Talent Perus. Nach Cédar Viglietti soll Giuseppe Verdi Themen aus diversen Yaravis (Lieder im Stil indigener Andenmelodien)vgl. Harawi (genre) in der englischen Wikipedia Abril Tirados in La traviata verarbeitet haben.

Néstor Guestrín entdeckte Abril Tirados Musik im 20. Jahrhundert wieder. Auch der Gitarrist Benvenuto Terzi nahm Abril Tirados Menuette in seine Konzertprogramme auf. Im Juli 1985 führte der Gitarrist Octavio Santa Cruz bei einem The Guitar in Peru betitelten Konzert am ICPNA (Instituto Cultural Peruano NorteAmericano) einige seiner Menuette auf. In der Folge beschäftigte sich der Musikwissenschaftler Ernesto Mayhuire mit Leben und Werk Abril Tirados.

In Arequipa fand im August 2018 das erste PXAT (Pedro Ximénez Abril Tirado)-Festival statt. In diesem Rahmen wurde am 20. August 2018 der Musikwissenschaftler José Manuel Izquierdo König für seine Forschungen zu Abril Tirado geehrt.

Literatur José Manuel Izquierdo König: Catálogo Crítico de la Obra de Pedro Ximénez Abrill Tirado, Dezember 2014 José Manuel Izquierdo König, Zoila Vega Salvatierra: Nuevos aportes acerca de la vida del compositor peruano-boliviano Pedro Ximénez Abrill Tirado (1784–1856). In: Revista musical chilena. Band 71 Nr. 227, Santiago de Chile. Juni 2017 José Manuel Izquierdo König: Música, circulación y poesía en las canciones de Pedro Ximénez Abrill Tirado. In: ANTEC. Revista Peruana de Investigación Musical. 3, 2019, S. 16–50.

Weblinks

The Songs of Pedro Ximénez Abril y Tirado, Guildhall School of Music & Drama (englisch/spanisch)

Einzelnachweise

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