Argenta war eine deutsche Fotopapierfabrik mit Sitz in München-Pasing und bestand bis zur Liquidation 1992.In einem Satz. In: 50 Jahre Photopresse, S. 61.

Geschichte Ludwig Müller war Kaufmann und Musiker. Er wandte sich Anfang des 20. Jahrhunderts der Fotografie zu. Während des Ersten Weltkriegs betrieb er ein umfangreiches Versand- und Exportgeschäft für Fotoartikel. 1918 eröffnete er dann in Pasing sein Geschäft.Ludwig Müller 60 Jahre. In: Das Atelier des Fotografen, Bände 45–46 (1938–1939), S. 332. 1938 wurde Pasing unter Adolf Hitler nach München eingemeindet. Die Fabrik photographischer Papiere mit Sitz in der Willibaldstraße 22 wurde durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört,Foto-Echo: Ludwig Müller 75 Jahre. In: Foto Prisma Band 5, Knapp., 1954, S. 4. bestand aber weiterhin als oHG, zuletzt dann als GmbH mit letztem Hauptfirmensitz in der ehemaligen Zweigniederlassung Planegger Straße 121 als neuem Hauptsitz fort.ARGENTA Fabrik für photographische Papiere GmbH. HRB 92446 (Amtsgericht München) Müllers Söhne Richard und Ludwig Müller junior, später auch Sohn Robert Müller stiegen in das väterliche Unternehmen ein und führten dieses später als Geschäftsführer fort.Argenta, Fabr. photogr. Papiere, Ludwig Müller. In: Firmenhandbuch chemische Industrie. Econ Verlag, 1964, S. 182. ()Argenta Ludwig Müller. In: Kompass Deutschland. Register of selected German industry and commerce, Band 2, Kompass Deutschland, 1991, S. 900.

Auch nach dem Krieg war Argenta weiterhin international tätig.Argenta. In: Official Gazette of the United States Patent Office, Band 804 (1964), S. 19. In den 1950er Jahren beanstandete der Photoindustrie-Verband, dass Argenta die Preise für bestimmte Spezialpapiere unter die vom Verband empfohlenen Sätze gesenkt hatte.Photo-Kartell. Wer aus der Reihe tanzt. In: Der Spiegel 29/1954, 14. Juli 1954, S. 9–10. 1964 hatte das Unternehmen 180 Beschäftigte. Spezialitäten des Herstellers waren Fotoleinen und mit Kupfer, Silber und Gold eingefärbte Papiere für die Schwarzweißfotografie. Eine Besonderheit waren die „schweren“ Baryt-Papiere mit ungehärter Emulsion, die sich für den Bromöldruck eigneten. In den 1950er-/1960er Jahren wurde ein mit Emulsion begossenes Canvas entwickelt, das 1962 auf den Markt kam. Dieses Fotoleinen war bestimmt für Bühnendekorationen, Werbezwecke und Graphikreproduktionen.Arie Wallert, Erma Hermens, Marja Peek: Historical Painting Techniques, Materials, and Studio Practice. Preprints of a Symposium, University of Leiden, the Netherlands, 26–29 June 1995. Hrsg. vom Research Scientist Department of Art History Erma Hermens, Getty Publications, 1995 [Neuaufl.], S. 193. ISBN 978-0-89236-322-3 ()

1991 wurde die Produktion eingestellt, im Jahr darauf das Unternehmen aufgelöst.

Literatur Argenta München. Vierzig Jahre. 1918/1958. Argenta Fabrik photographischer Papiere Ludwig Müller, Verlag F. Bruckmann, München 1958.

Einzelnachweise

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