Wappen300x300px|Wappen Teutonia HalleBasisdatenCorpsburschenfarben:250x250px|Corpsburschenfarben Teutonia HalleFuchsenfarben:250x250px|Fuchsenfarben Teutonia HalleZirkel:250x250px|Zirkel Teutonia HalleWahlspruch:Fides constantia virtus!Universität:Martin-Luther-Universität Halle-WittenbergVerband:KSCVGründung:6. August 1853Suspension:11. Oktober 1935Erloschen:20. Mai 2001 Das Corps Teutonia Halle war eine Studentenverbindung in Halle (Saale). Vor ihrem Übertritt zum Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) stieß Teutonia 1868 als Landsmannschaft maßgeblich die Gründung des Allgemeinen Landsmannschafts-Convents (ALC), dem frühesten Vorläufer des Coburger Convents (CC), an.

Geschichte Am 16. April 1853 gründeten sechs Abiturienten des Gymnasiums in Torgau mit zwei Abiturienten des Gymnasiums Wittenberg und einem des Gymnasiums Magdeburg das Kränzchen „Torgovia“ mit den Farben blau-weiß-blau. Das Gründungslokal war Rawalds Weinkeller neben dem Schauspielhaus, das in der Anfangszeit auch als Kneiplokal genutzt wurde.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 18. Gegen die gewählten Farben protestierte das Corps Saxonia Halle, dessen Renoncen die gleichen Farben trugen, weshalb sie bald darauf geändert wurden. Nach der Anmeldung beim Senat der Universität wurde das Kränzchen am 6. August 1853 zur Verbindung mit den Farben blau-weiß-rot (v.u.), blauen Mützen und dem Wahlspruch „Fides constantia virtus!“, dessen Anfangsbuchstaben auch den Zirkel bildeten. Seitdem galt der 6. August als Stiftungstag.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 18/23.

Aus dem Wahlspruch lassen sich auch die Prinzipien ableiten, die bei der Gründung als „Treue, Selbstbeherrschung, mannhaftes Eintreten für Sittsamkeit, Strebsamkeit und Brüderlichkeit“ angegeben wurden.

Wenige Jahre nach der Stiftung nahm Torgovia das Prinzip der unbedingten Satisfaktion an.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 67. Sie stellte die meisten Mensuren mit dem Hallenser Senioren-Convent (SC), der ihr am 16. Mai 1855 die Gründung des Kösener Senioren-Convents-Verbandes (KSCV) in der Hoffnung anzeigte, Torgovia würde sich dem SC anschließen.Friedrich Wilhelm König: Aus zwei Jahrhunderten – Geschichte der Studentenschaft und des studentischen Korporationswesens auf der Universität Halle; Halle an der Saale 1894; S. 231. Zunächst entschied man sich aber 1856 für die Annahme der Artbezeichnung Landsmannschaft und noch im selben Jahr wurde ein erstes Kartell mit der Landsmannschaft Teutonia Bonn geschlossen.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 89.

Burschenschaftliche Tendenzen Diesem folgten 1858 weitere Kartelle mit Gothia Königsberg und Dresdensia Leipzig, die beide auch ein Kartell mit Teutonia Bonn eingingen.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 93–96.

Nachdem Torgovia Ende des Sommersemesters 1860 wegen verschiedener Vorkommnisse von den übrigen Verbindungen in Verruf getan wurde, kam es Anfang 1861 zu Verhandlungen mit der Burschenschaft Germania über eine Fusion, bei denen aber keine Einigung erzielt werden konnte.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 124/134.

Unter dem Einfluss der Kartelle – Gothia war ohnehin burschenschaftlich geprägt, Teutonia Bonn nannte sich schon seit 1859 und Dresdensia seit Februar 1861 Burschenschaft – änderte Torgovia am 11. März 1861 den Namen zu „burschenschaftliche Verbindung“ Teutonia und die Farben zu rot-weiß-blau (v.u.) sowie die Mützenfarbe zu rot. Obwohl man den burschenschaftlichen Gedanken immer abgelehnt hatte, hoffte man so, möglichen Nachwuchs durch das Prädikat „Landsmannschaft“ nicht zu verprellen und durch die Namensänderung auch dem Verruf zu entgehen. Man hatte den Namen Torgovia ohnehin als zu eng empfunden und schon 1858 ein erstes Mal überlegt, ihn zu ändern. An den Statuten und gelebten Prinzipien hielt man jedoch fest.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 134–135.

Da beide Korporationen sich in unterschiedliche Richtungen entwickelten, kam es im Oktober 1862 zum Bruch mit DresdensiaKarl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 147.. Im November 1863 legte man die Bezeichnung „burschenschaftlich“ wieder ab und kehrte zu den alten Farben zurück.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 145. Nachdem man im März 1865 wieder die Bezeichnung „Landsmannschaft“ angenommen hatteKarl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 159., wurde das Kartell mit Gothia freundschaftlich gelöst.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 153.

Gründung des Allgemeinen Landsmannschafts-Convents mini|Teilnehmer an der Gründung des ALC in Zwingenberg Schon früh reifte bei einigen Teutonen der Wunsch nach einem die Landsmannschaften umfassenden Dachverband. Daraufhin sandte man im Wintersemester 1866/67 einen Teutonen nach Tübingen, wo er in Kontakt mit der Landsmannschaft Ghibellinia kam. Diese wandte sich in einem Schreiben vom 2. Juli 1867 an Teutonia und schlug vor, ein Verhältnis dergestalt einzugehen, dass man gegenseitig beieinander verkehren solle. Teutonia stimmte zu, bat aber darum, auch mit der im Kartell stehenden Teutonia Bonn in Kontakt zu treten, die trotz abweichender Benennung im Grunde eine Landsmannschaft war. Zu diesem Kreis trat Anfang 1868 auch die Landsmannschaft Verdensia Göttingen hinzu, und Teutonia schlug vor, sich gemeinsam in Kassel zu Besprechungen zu treffen.

Die Landsmannschaften Teutonia Bonn, Teutonia Halle, Verdensia Göttingen und Ghibellinia Tübingen fanden sich gemäß dem Vorschlag am 1. März 1868 im Restaurant Ciniotti in Kassel ein, wobei die Landsmannschaft Makaria Würzburg eine Teilnahme abgelehnt hatte. Teutonia hatte zuvor auf dem Convent Statuten ausgearbeitet, die dann unter der Leitung eines Teutonen in Kassel fast ohne Änderungen angenommen wurden.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 161.

In der Zwischenzeit nannte sich auch Teutonia Bonn offiziell wieder Landsmannschaft und Makaria Würzburg war dem jungen Allgemeinen Landsmannschafts-Convent (ALC) beigetreten, der am 2. Juni 1868 zum ersten Mal offiziell in Zwingenberg (Bergstraße) tagte.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 161–162.

Als im Zuge des Deutsch-Französischen Krieges die Landsmannschaft Pomerania suspendieren musste, schlossen sich ihre übrigen Mitglieder der Teutonia an.Fritz Böhl: Dreissig Jahre einer Corporation – Eine Denkschrift zum 30jährigen Stiftungsfest des Corps Teutonia; Halle a. S. 1883; S. 13.

Nachdem der Tagungsort des Verbandes zunächst alljährlich zwischen den Städten der Mitgliedsbünde wechselte, traf man sich ab 1872 ausschließlich in Coburg, wonach der Verband 1873 in „Coburger Landsmannschafter Convent“ (Coburger LC) umbenannt wurde. Später entwickelte sich aus diesem Verband über Umwegen die Deutsche Landsmannschaft (DL), aus der nach dem Zusammenschluss mit dem Vertreter-Convent (VC) der Turnerschaften der heutige Coburger Convent (CC) hervorging.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 162.

In der Folgezeit traten einige weitere Landsmannschaften dem Coburger LC bei und Teutonia konnte schon kurz nach Gründung des Verbandes den Kreis seiner Kartelle 1873 um Makaria Würzburg und Verdensia Göttingen erweitern.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 164.

Es kam 1875 allerdings erstmals zu Problemen, auf Grund derer ein Großteil der Makaria Würzburg ausschied und als Corps Guestphalia dem Würzburger Senioren-Convent beitrat. Auch die Verhältnisse Teutonia Bonn und Verdensia Göttingen schlossen sich kurz darauf ihrem jeweiligen SC an, wodurch Teutonia seiner wichtigsten Verhältnisse verlustig ging.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 168. Nachdem Ghibellinia Tübingen nach dem Congreß 1876 ausgeschlossen wurde, trat auch Teutonia am 6. Februar aus dem Verband aus, der sich im weiteren Verlauf auf Antrag der Neoborussia Halle auflöste.

Übertritt zum Hallenser Senioren-Convent und Verhältnisknüpfung mini|Vertreter des gelben Kreises: v. o. n. u. – Wynen (Teutonia Bonn), Wolff (Palaio-Alsatia u. Makaria München), Jaericke (Hercynia Göttingen), Schlüter (Palaio-Alsatia u. Guestphalia Marburg), Bolinger (Palaio-Alsatia) Nach dem Ende des Coburger LC wurde für die Mitglieder der Teutonia deutlich, dass sie nicht die gleichen Ziele wie die übrigen Landsmannschaften verfolgten. Mit überwältigender Mehrheit der Alten Herren und Aktiven beschloss Teutonia schließlich den Übertritt in den Hallenser SC, in welchem sie ab dem 6. März 1878 renoncierte und in den sie am 3. Dezember 1878 gemeinsam mit Salingia recipiert wurde.Friedrich Wilhelm König: Aus zwei Jahrhunderten – Geschichte der Studentenschaft und des studentischen Korporationswesens auf der Universität Halle; Halle an der Saale 1894; S. 235.

Teutonia Bonn hatte zwischenzeitlich suspendieren müssen und so unterstützte Teutonia Halle ihr altes Kartell 1880 tatkräftig bei der Rekonstitution, woraufhin das alte Kartell, das nur durch den früheren Übertritt zum SC der Bonner Teutonia unterbrochen wurde, am 26. Oktober 1880 erneuert wurde.Fritz Böhl: Dreissig Jahre einer Corporation – Eine Denkschrift zum 30jährigen Stiftungsfest des Corps Teutonia; Halle a. S. 1883; S. 17–18.

Teutonia integrierte sich gut in den Hallenser SC und konnte jahrelang einen sehr stabilen Mitgliederbestand aufweisen, der es sogar ermöglichte, sich auch an der Rekonstitution der Baltia Greifswald (1883) zu beteiligen, mit der Teutonia am 3. Juli 1878 ein Freundschaftsverhältnis aufgenommen hatte.

Ein für Teutonia unerfreuliches Verhältnis bestand seit dem 28. Mai 1879 mit Corps Teutonia Berlin. Diese hatte einen jüdischen Zweibändermann, den späteren sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Bruno Schönlank, nach Halle entsandt. Als er den Hallenser SC auf dem folgenden Kösener Congreß vertreten sollte, verhielt er sich derart daneben, dass er vom Kösener in Verruf gesteckt wurde und ihn Teutonia Halle daraufhin mit einer i.p.-Dimission belegte. Deshalb fasste man in Halle den Beschluss, dass kein Jude mehr Teutone werden sollte, da man sie für generell zum Corpsstudententum ungeeignet erachtete. In der Folge wurde auch das Verhältnis mit Teutonia Berlin gebrochenKarl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 383–384. und auch das Verhältnis zu Baltia Greifswald hatte nur bis 1885 bestand.Karl Rembert: Geschichte des Korps Teutonia zu Halle a. S. – Eine Festschrift zum 60jährigen Stiftungsfest 1913; Halle a. S. 1913; S. 377.