Irland (, , ), auch als Republik Irland bekannt, ist ein Inselstaat in Westeuropa. Die offizielle Bezeichnung des Landes lautet Irland.Constitution of Ireland – Article 4: (constitution.org PDF; 238 kB) (dfa.ie). Der Staat umfasst etwa fünf Sechstel der gleichnamigen Insel sowie eine Vielzahl kleinerer Inseln, welche ihr – überwiegend im Westen des Landes – vorgelagert sind. Die Republik Irland grenzt im Norden an Nordirland und damit an das Vereinigte Königreich. Im Osten liegt die Irische See, im Westen und Süden ist das Land vom Atlantik umgeben. Hauptstadt und größte Stadt Irlands ist Dublin, gelegen im östlichen Teil des Landes. In der Metropolregion Dublin lebt etwa ein Drittel der fünf Millionen Einwohner. Der größte Teil der Bevölkerung bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben.
Das lange Zeit verarmte und daher von Auswanderung betroffene Irland hat sich inzwischen zu einer hochmodernen, in manchen Gegenden multikulturellen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft gewandelt. 2021 hatte Irland im weltweiten Vergleich das vierthöchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (kaufkraftbereinigt) und das zweithöchste in Europa. 2019 wurde das Land von elf Millionen ausländischen Touristen besucht. Irland ist Mitglied der Europäischen Union.
Geographie
Physische Geographie Im Landesinneren der Insel finden sich überwiegend Ebenen, die außen von hügeligem Gebiet eingeschlossen sind.
Der Shannon, der von Norden nach Süden verläuft, ist mit etwa 370 km der längste Fluss der Insel. In den Ebenen liegen zahlreiche Seen, welche die Landschaft maßgeblich prägen. Lough Corrib ist der größte See Irlands und nach Lough Neagh, der zu Nordirland gehört, der zweitgrößte der irischen Insel.
Der höchste Berg ist mit 1039 m der Carrantuohill (andere Namen Carrauntoohil, Carrantual, Carntuohil). Er liegt im Südwesten der Insel in den Macgillycuddy’s Reeks.
Über das Land verteilt wurden seit den 1980er Jahren acht Nationalparks eingerichtet.
Städte
Im Jahr 2023 lebten 65 Prozent der Einwohner Irlands in Städten.
+ Größte Städte in Irland(gemäß Zensus 2022)citypopulation.de: IRELAND: Cities & Legal Towns, abgerufen am 25. Oktober 2017. Rang Name County oder City Einwohner Rang Name County oder City Einwohner 150pxDublin150pxCork 1 Dublin Dublin City 592.713 11 Tralee Kerry 22.900 150pxGalway150pxLimerick 2 Cork Cork City 131.423 12 Ennis Clare 22.350 3 Galway Galway City 84.414 13 Wexford Wexford 22.350 4 Limerick Limerick 62.702 14 Sligo Sligo 18.855 5 Waterford Waterford 54.313 15 Letterkenny Donegal 17.550 6 Dundalk Louth 35.450 16 Athlone Westmeath und Roscommon 17.100 7 Navan Meath 32.000 17 Leixlip Kildare 16.600 8 Drogheda Louth 30.900 18 Carlow Carlow 16.150 9 Bray Wicklow 28.600 19 Clonmel Tipperary (Süd) 14.800 10 Naas Kildare 26.306 20 Killarney Kerry 14.250
Bevölkerung Demografie
Irland hatte 2023 5,3 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 2,6 %, dazu trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 11,2 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 6,9 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,7, in der Europäischen Union betrug sie 1,5. Die Lebenserwartung der Einwohner Irlands ab der Geburt lag 2022 bei 83,1 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 37,6 Jahren. Im Jahr 2023 waren 19,2 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 15,5 Prozent der Bevölkerung betrug.
Die Einwohnerzahl Irlands ging Mitte des 19. Jahrhunderts drastisch zurück. Missernten, Hungersnöte, Auswanderung und Repressalien durch die britische Herrschaft ließen die Einwohnerzahl von rund 6,5 Millionen (einschließlich der Bevölkerung der nördlichen auch zum Vereinigten Königreich gehörenden Landesteile) im Jahr 1841 schrumpfen. Zur Unabhängigkeit der Republik im Jahr 1921 betrug die Bevölkerung ausschließlich des dichter bevölkerten Nordirlands ca. drei Millionen. Die Anzahl der Menschen irischer Abstammung im Ausland wird auf über 40 Millionen geschätzt, in etwa sechsmal so hoch wie Irlands heutige Einwohnerzahl (incl. des zu UK gehörenden Teils der Provinz Ulster). Viele Iren wanderten aus, vor allem in das Vereinigte Königreich und die USA. Die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich ab Beginn der 1920er Jahre führte zwar zu allmählichen Verbesserungen der Lebensumstände, die Bevölkerung schrumpfte aber weiterhin, wenn auch nicht mehr ganz so stark. Der Tiefpunkt war mit rund 2,82 Millionen Einwohnern in den 1960er Jahren erreicht. Seither hat sich die Bevölkerungszahl wieder nach oben entwickelt und mit rund fünf Millionen Einwohnern (über sechs Millionen einschließlich Nordirlands) den Stand von Mitte des 19. Jahrhunderts überschritten.
2016 nahm die Bevölkerung Irlands allein durch Geburtenüberschüsse um etwa ein Prozent zu. Das Medianalter der Bevölkerung betrug 36,6 Jahre, der geringste Wert in einem EU-Land. Damals gab es in Irland viele Menschen im Familiengründungsalter und vergleichsweise wenige Menschen im Rentenalter. Dies war eine Folge davon, dass die Geburtenrate noch bis in die 1970er Jahre bei knapp vier Kindern je Frau lag, deutlich höher als überall sonst in der westlichen Welt. Diese geburtenstarken Jahrgänge tragen zur wirtschaftlichen Prosperität bei. Nach den 1970ern sank die Geburtenrate zwar, aber nie deutlich unter die Nettoreproduktionsrate.
Sprachen
Es gibt zwei Amtssprachen: Englisch und Irisch; Letztere wird auf Deutsch auch Irisch-Gälisch genannt.
Die Bevölkerung spricht überwiegend Englisch, auch wenn eine Stärkung der keltischen Sprache Irisch, die auch die ursprüngliche Sprache der Iren ist, angestrebt wird. Als Muttersprache wird Irisch nur von einer Minderheit gesprochen, vor allem in der sogenannten Gaeltacht.
Religionen
Die Bevölkerung der Republik Irland bekannte sich bei der Volkszählung 2022 zu 69,1 % zum römisch-katholischen Glauben, 2,5 % gehörten der anglikanischen Gemeinschaft an (zumeist der Church of Ireland), 2,0 % den orthodoxen Kirchen und orientalisch-orthodoxen Kirchen und 2,2 % anderen christlichen Konfessionen.Central Statistics Office Ireland: Table 5.1: Population usually resident and present in the State by religion, 2011 to 2022, 26. Oktober 2023, abgerufen am 5. August 2024. Zu den kleineren christlichen Konfessionen gehören die methodistische und die evangelisch-lutherische Kirchen. Mit 1591 Mitgliedern (Stand 2005) sind die Quäker zwar eine vergleichsweise kleine Gemeinschaft, aber sie ist nach der im Vereinigten Königreich die zweitgrößte in Europa. Die presbyterianische Kirche ist vor allem unter den Nachfahren der schottischen Ansiedler stark verwurzelt. Deshalb ist sie am stärksten in Nordirland verbreitet. 1,6 % der Einwohner gaben bei der Volkszählung 2022 an, Muslime zu sein.
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission im Rahmen des Eurobarometers ergab 2020, dass für 36 Prozent der Menschen in Irland Religion wichtig ist, für 21 Prozent ist sie weder wichtig noch unwichtig und für 43 Prozent ist sie unwichtig. Laut einer Umfrage des Worldwide Independent Network und der Gallup International Association, die zwischen 2011 und 2012 durchgeführt wurde, bezeichneten sich zehn Prozent der befragten Iren als „überzeugter Atheist“, 44 Prozent nannten sich „nicht-religiös“ und 47 Prozent gaben an, eine religiöse Person zu sein. Zwischen 2005 und 2011/12 fiel der Anteil der Iren, die sich als religiös bezeichnen, um 22 Prozentpunkte (von 69 Prozent auf 47 Prozent).
Die Römisch-katholische Kirche auf der Insel Irland besteht aus vier Kirchenprovinzen mit den Erzbistümern Armagh, Dublin, Tuam und Cashel und deren Suffragandiözesen. Der katholische Primas von ganz Irland ist der Erzbischof von Armagh. Die anglikanische Church of Ireland teilt sich in die beiden Kirchenprovinzen Armagh und Dublin und deren Diözesen. Sitz des anglikanischen Primas von ganz Irland ist ebenfalls Armagh.
Bildung Der Bildungsetat Irlands betrug 2017 etwa 9,5 Milliarden Euro. Für die nächsten Jahre soll das Budget nur geringfügig steigen. Um im laufenden und den kommenden Jahren die steigende Anzahl an Schülern mit ausreichend Lehrern zu versorgen, sollten im Jahr 2017 rund 2400 zusätzliche Lehrer eingestellt werden.
Das irische Bildungssystem ist dreistufig angelegt: primary school (Grundschule), secondary school (Weiterführende Schule) und higher – „third level“ – education.
Die zum großen Teil unter Trägerschaft der katholischen Kirche stehenden öffentlichen Primarschulen sind schulgeldfrei. Privatschulen, deren Zahl in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat, erheben zum Teil beträchtliche Schulgebühren. Allerdings werden die dort beschäftigten Lehrkräfte vom irischen Staat bezahlt. Eine Initiative der Regierung, sukzessive Schulen aus der Trägerschaft der katholischen Kirche herauszulösen und ihre Umwandlung in nicht- oder multikonfessionelle Einrichtungen zu betreiben, kommt nur schleppend voran. Gleichzeitig wächst der öffentliche Druck von Eltern, die große Schwierigkeiten haben, für nicht katholisch getaufte Kinder in zumutbarer Entfernung eine Schule zu finden.
Die Ergebnisse der zentralen staatlichen Abschlussprüfung („leaving certificate“) entscheiden über den Zugang zu den Hochschulen des Landes. 2015 bestritten 56.587 Schüler die Abschlussprüfung. Von diesen bewarben sich 47.654 um Studienplätze. Der von der OECD zwischen 2000 und 2009 festgestellte starke Leistungsabfall in den schulischen Grundfertigkeiten konnte zwischenzeitlich gestoppt werden. Die letzte PISA-Studie zeigt für Irland wieder einen leichten Aufwärtstrend. Irland befindet sich im Vergleich zu den europäischen Partnerländern im Mittelfeld. Ursächlich hierfür ist die Vergabe von Bonuspunkten für Mathematik und naturwissenschaftliche Fächer. Im PISA-Ranking von 2015 erreichen Irlands Schüler Platz 17 von 72 Ländern in Mathematik, Platz 19 in Naturwissenschaften und Platz 5 beim Leseverständnis. Irische Schüler gehörten damit zu den besseren unter allen teilnehmenden Ländern.
Zu den Hauptzielen der Regierung gehört eine umfassende Reform des irischen Bildungssystems. Hierzu sollen zunächst die Anforderungen für das „junior certificate“ (Sekundarschulabschluss I) und das „leaving certificate“ (Sekundarschulabschluss II) geändert werden. Ein weiterer Schritt auf diesem Wege ist die Reform des Zulassungssystems für die Universitäten. Es wurde ein neues Punktesystem für die Vergabe von Studienplätzen eingerichtet. Es soll für den Abschlussjahrgang 2017 erstmalige Anwendung finden. Anreize für Schüler, die sich bei der Fächerwahl für das Ansammeln benötigter Punktzahlen in eher leichteren Fächer entschieden, anstatt ihren Neigungen nachzugehen und auf beruflich benötigte Qualifikationen zu achten, sollen damit aufgehoben werden.
Traditionell haben Gewerkschaften einen erheblichen Einfluss auf die Ausgestaltung und die Fortentwicklung des Schulsystems. Allein die Primar- und Sekundarschullehrer sind in drei, Universitätsprofessoren und Dozenten in zwei verschiedenen Gewerkschaften organisiert. Die Reform des „junior certificate“ wird von einer großen Lehrergewerkschaft abgelehnt. Die Gewerkschaftsmitglieder boykottieren die Umsetzung von 2016. Sie wenden sich vor allem gegen den für Irland neuen Ansatz, dass Lehrer ihre eigenen Schüler prüfungsrelevant bewerten sollen.
Gesundheit Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2022 6,1 % des Bruttoinlandsprodukts. Im Jahr 2020 praktizierten in Irland 34,8 Ärztinnen und Ärzte je 10.000 Einwohner. Die Sterblichkeit bei unter 5-jährigen betrug 2022 3,1 pro 1000 Lebendgeburten. Die Lebenserwartung der Einwohner Irlands ab der Geburt lag 2022 bei 83,1 Jahren (Frauen: 84,9, Männer: 81,3). Die Lebenserwartung stieg von 76,5 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 9 %.
Landesname