alt=Kurpark Bad Hall|mini|hochkant=1.5|Kurpark Bad Hall – Springbrunnen und Musikpavillon hochkant=1.5|mini|Lageplan Kurpark Bad Hall Der Kurpark Bad Hall ist ein etwa 34 Hektar großer Park in Bad Hall, welcher zwischen 1855 und 1857 als Landschaftsgarten (damals: Badgarten) von Josef Runkel (1817–1899), dem Hofgärtner des Stifts Kremsmünster, angelegt wurde. Der Park ist von mehreren Villen umgeben und wurde nach und nach erweitert. Im Kurpark befinden sich unter anderem eine Gustav-Mahler-Gedenkstätte, vier Spielplätze sowie weitere künstlerische Installationen, Themengärten und ein Fitnesspark. Auch eine Tennisanlage mit vier Sandplätzen und einem Kinderplatz befindet sich am Gelände.

Vom 22. April bis 26. Oktober 2005 fand dort die Landesgartenschau statt.

Übersicht Der Kurpark befindet sich im Südwesten von Bad Hall und grenzt unmittelbar an das Stadtzentrum an. Teile des Kurparks liegen im Gemeindegebiet von Pfarrkirchen bei Bad Hall, wobei die Gemeindegrenze entlang des Sulzbachs verläuft. Die in dessen Tal liegenden Waldgebiete liegen dabei tiefer als die zu Bad Hall gehörenden Grünflächen, wobei diese beiden Parkteile durch Wege miteinander verbunden sind. Der Großteil des jederzeit öffentlich zugänglichen Parkes ist im Besitz des Landes Oberösterreich und wird vom EurothermenResort Bad Hall verwaltet.

Das langfristige Ziel der Eurothermen ist es, den Kurpark in seiner Größe und Pracht zu erhalten und das Thema Gesundheit zu integrieren. Hier wurden mit der im Jahre 1999 künstlich errichteten Gradiergrotte, dem Fitnesspark, welcher im Zuge der Landesgartenschau gebaut wurde, und 2018 mit dem Yolatespfad (Yolates ist eine Mischung aus Yoga und Pilates) mit beschilderten Stationen, Akzente in diese Richtung gesetzt. 2019 sollen Yogaplattformen im Park folgen. Für 2020 plant man die Beschilderung seltener Bäume, Themengärten und weitere Gebäude.

Das Budget für den Kurpark wird unter anderem für Personalkosten der Parkpfleger, Bepflanzung, Mäharbeiten, Reinigung, Winterdienst, Maschinen, Fuhrpark, Baumkontrolle und -pflege, Müllentsorgung, Grün- und Strauchschnittentsorgung, Vandalismus und Wegerhaltung aufgewendet.

Geschichte Der Kurpark entstand in den Jahren 1855 bis 1857 nach englischem Vorbild in der Größe von 16.000 Quadratmeter. Er wurde beim Bau des alten Badehauses angelegt und vom Gärtner des Stifts Kremsmünster, Josef Runkel, gestaltet. Der Typus des Englischen Gartens hatte sich seit dem 18. Jahrhundert in ganz Europa als Kontrast zum Barockgarten, in dem auf strenge Linien und Geometrie geachtet wird, ausgebreitet. Stil und Form des Landschaftsgartens hingegen sind durch eine natürliche Gartengestaltung gekennzeichnet, in der kaum Blühpflanzen zu finden sind. Vielmehr sollte sich darin das natürliche Landschaftsbild widerspiegeln, was den Ausdruck einer moralisch-aufklärerischen Gesellschaft wiedergeben sollte.

hochkant|mini|alt=Stifterpark Tafel|Widmungstafel Stifterpark Adalbert Stifter besuchte Bad Hall dreimal. Im Sommer 1829 kam er mit seiner Jugendliebe Fanni Greipl nach Hall. Nachdem das Verhältnis gescheitert war, mied er Hall drei Jahre lang. Seinen Schmerz verarbeitete er in folgendem Text:„Es ist mir vergönnt gewesen, dort im Park und in Hall zu wandeln und einen Teil jenes Doppeltraumes zu träumen, den der Himmel jedem Menschen nur einmal und gewöhnlich vereint gibt, den Traum der Jugend und der ersten Liebe. Er ist es, der eines Tages aus den tausend Herzen eines hervorhebt und es als unser Eigentum, als unser einzigstes und schönstes in unsere Seele prägt und dazu die Fluren, wo es wandelte, als ewig schwebende Gärten in die dunkle, warme Zauberfantasie hängt …“Unter der Verwaltung von Josef Hillischer wurde 1857 der erste hölzerne Musikpavillon errichtet. Fünf Jahre später, 1862, folgte das Brunnenweibchen (früher Brunnenknabe), eine Vogeltränke im Park, welche zu den ältesten Denkmälern im Kurpark zählt. 1866 folgte die Villa Rabl und ihre 9000 Quadratmeter große Parkanlage, welche zusammen im Jahr 1907 vom Land Oberösterreich gekauft wurden. Zwischen 1869 und 1870 wurde die Hillischer-Villa auf der sogenannten „Goaß-Leiten“ errichtet. Nach dem Bau der neuen Trinkhalle und der Erweiterung des Parks 1873 umfasste er rund 27.000 Quadratmeter. Kurz darauf wurde vor der Trinkhalle ein weiterer Pavillon aufgestellt und nahe dem Badhaus verschaffte ein aufgeschütteter Hügel mit einer „Parapluie“ („Regenschirm“) genannten hölzernen Überdachung einen Panoramablick in die oberösterreichischen Voralpen. 1885 folgte die Errichtung der Körbl-Villa mit einem Garten und weitere zehn Jahre später wurde der Marienhof erbaut. 1902 entstand der Stifterpark als Erweiterung des Kurparks, wobei der Garten der Rabl-Villa einbezogen wurde.Katharina Ulbrich: 150 Jahre Kurpark Bad Hall. In: EuroJournal Linz – Mühlviertel – Böhmerwald. Heft 2/2005, XI. Jahrgang. Kultur Plus (Hrsg.), Linz 2005, S. 13. – 1900 bis 1902 legte Josef Viktor Hillischer den Hauser-Park an, welche von 1903 bis 1905 vergrößert wurde. Dabei wurden auch die Bäume der Priel-Allee gepflanzt, die als Sichtachse auf den großen Priel geschaffen wurde. Der Gedanke dazu kam von Erzherzog Otto. 1906 wurde die Schiller-Linde gepflanzt und der Anzengruber-Stein aufgestellt. 1909 wurde Adalbert Stifter zu Ehren der neue Parkteil Adalbert-Stifter-Park genannt.Katharina Ulbrich: Adalbert Stifter (1805–1868) besuchte Pfarrkirchen und Hall 1829, 1832 und 1845. In: EuroJournal Linz – Mühlviertel – Böhmerwald. Heft 2/2005, XI. Jahrgang. Kultur Plus (Hrsg.), Linz 2005, S. 14. –

1944 begann man im Kurpark Bad Hall mit dem Bau von Luftschutzstollen, die wegen des Kriegsendes nie fertiggestellt wurden. Heute erinnern nur die Rinnen am Abhang zum Sulzbach an die einstigen Stollen.

Um 1950 wurden die Hadringer-Flächen, der Sonnenweg in der alten Schottergrube und der Auwald am Sulzbach in den Park einbezogen. Eine Sturmkatastrophe 1953 entwurzelte viele alte Bäume, außerdem wurde der Quelltempel zerstört. 1970 entfernte man die Zäune rund um die Villen, womit ein großes zusammenhängendes Parkareal entstanden war. Im 20. Jahrhundert kaufte das Land Oberösterreich dort einige Grundstücke und die große Fläche konnte für die Landesgartenschau 2005 genutzt werden. Heute umfasst der Park etwa 34 Hektar.

Bedeutende Gebäude Tassilo-Quelltempel mini|Tassilotempel

Die Tassiloquelle ist eine Jod-Sole-Quelle im Kurpark. Sie war eine Schenkung von Bayernherzog Tassilo III. im Jahre 777 an das Stift Kremsmünster. Die Quelle war die Grundlage für die Kurbadkultur in Bad Hall und sprudelt in der Vorhalle des neoklassizistischen Baues. 1841 wurde der Quelltempel von der Wiener Kauffrau Maria Selig zum Dank für die Heilung ihrer Tochter gestiftet. Beim Bau des Tempels wurden Münzen aus der Römerzeit gefunden.

Ehemaliges Kurhaus „Altes Badhaus“ mini|Altes Badehaus (Kurhaus)Das ehemalige Landeskurheim wurde 1853–1855 nach Plänen von Paul Sprenger im neuklassizistischen Stil erbaut. Es diente als erstes Badehaus, deswegen ist das Gebäude auch unter dem Namen „altes Badhaus“ bekannt. Gleichzeitig mit der Errichtung des Gebäudes wurde der vordere Teil des Kurparks eröffnet. Ursprünglich war der Platz, auf dem das Badehaus errichtet wurde, für eine große zweitürmige Kirche vorgesehen. Die Gemeinde Hall entschloss sich jedoch dazu, den Bauplatz unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Zunächst wurden nur ein Frontaltrakt und zwei kleine Seitenzubauten mit insgesamt 36 Badekabinen errichtet. Bei der Planung war bereits der Platz für einen eventuell später notwendigen Ausbau berücksichtigt. Wegen der hohen Gästefrequenz musste bereits 1857 die Anzahl der Badekabinen erhöht werden. In den Jahren 1873, 1894, 1902, 1906, 1925/26 wurden wiederum weitere Zubauten zur Erweiterung des Therapieangebotes errichtet. Heute befinden sich der Tourismusverband Bad Hall-Kremsmünster und die Direktion des Eurothermenresorts Bad Hall im Haus.

Villa Rabl mini|Rabl-Villa Die Villa Rabl wurde 1866 im Auftrag des bedeutenden Kurarztes Johann Rabl 1866 erbaut. Die Pläne dafür stammen von den Wiener Architekten Adolph Derffel und Franz Roth. Die Renaissance hatte einen deutlichen Einfluss auf den Bau der Villa, was durch die klare Form ersichtlich ist. Das Gebäude zählt zu den ältesten erhaltenen Beispielen von bürgerlicher „Weltarchitektur“. Zurzeit befindet sich ein Kunstatelier darin.

Gästezentrum Bad Hall (Trinkhalle) mini|Trinkhalle (Gästezentrum)1873 wurde das Gästezentrum Bad Hall (früher Trinkhalle) von der Landesbaudirektion nach dem Plan des Wiener Architekten Franz Roth erbaut, wobei das neoklassizistische Gebäude als Wandelhalle und zur Trinkwasserausgabe diente. Durch den Bau der neuen wurde die alte Trinkhalle aus dem Jahr 1857 beim Tassilo-Quelltempel im Sulzbachtal entwertet. Der langgestreckte Bau der neuen Trinkhalle hat ein vorspringendes Eingangsportal und hervorstehende Eckabschlüsse. Die Trinkhalle wurde von 1928 bis 1930 gemäß Plänen des Architekten Clemens Holzmeister um drei Säle und zwei Innenhöfe erweitert. 1980 erfolgten die letzten Umbauten. Die Trinkhalle wird heutzutage als Gäste- und Veranstaltungszentrum für Ausstellungen, Konzerte, Vorträge, Hochzeiten und Feierlichkeiten genutzt.

Marienhof Der Marienhof wurde 1895 errichtet. Er diente als Nebengebäude für das damals nobelste Haus Bad Halls, das Hotel Elisabeth. Hochadelige und hohe Offiziere der k.u.k. Monarchie waren dort untergebracht. Unter anderem war Erzherzog Otto, Vater des letzten österreichischen Kaisers Karl I., als Kurgast dort. Heute ist der Marienhof Teil der Eurothermen. Eine Neugestaltung des Vorplatzes wurde für die Landesgartenschau Oberösterreich 2005 vorgenommen.

Sanatorium (heute: Hotel Miraverde) Das Sanatorium wurde in den Jahren 1905–1907 im Auftrag von Fritz Ritter von Gerstel im Biedermeierstil errichtet. Architekt des Gebäudes war Ludwig Richter. Das Sanatorium diente im Zweiten Weltkrieg als Reservelazarett. Es wurde durch zahlreiche Umbauten grundlegend verändert. Im ehemaligen Sanatorium befindet sich heute das Hotel Miraverde des Eurothermen Resorts.

Forum Hall („Neues Badhaus“) Das Land Oberösterreich errichtete 1908 das zweite Kurhaus („Neues Badhaus“). Mauriz Balzarek plante die Innengestaltung des Hauses, wobei nur die Eingangshalle, heute der Kassenbereich, erhalten blieb. 1928/29 wurde das „Kaiser Franz-Josef-Badehaus“ durch einen Anbau erweitert. Es diente während des Zweiten Weltkrieges als Ausweichstation der gynäkologischen Abteilung der Landesfrauenklinik Linz. Deswegen musste die gesamte Bäderinstallation im ersten Obergeschoß entfernt werden. Nach Kriegsende diente das Haus kurzzeitig als amerikanisches Lazarett und danach als Truppenunterkunft für Amerikaner. 1949 wurde das neue Badehaus wieder für Kurzwecke eröffnet und war bis 1975 noch als Kurmittelhaus verwendet. Bis 1981 wurde das Gebäude als Nebenhaus des Landeskurheims genutzt.

Heute sind in dem Haus unter der Leitung des Vereins Forum Hall drei Museen untergebracht:

Heimatmuseum: Das Heimathaus spiegelt die Ortsgeschichte Bad Halls wider. Türen-Sammlung: Die Sammlung zeigt über 100 Türen und Tore aus dem Traunviertel. Handwerkermuseum: 22 Landhandwerke, deren Arbeits- und Lebensbedingungen, Zunftwesen, Brauchtum und Strukturwandel durch die Industrialisierung werden dargestellt.

Landesvilla