Die Voltatron AG (vormals: Voltabox) ist ein börsennotierter deutscher Hersteller von Elektroniklösungen für industrielle Anwendungen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Fürth, Bayern.

Geschichte Voltatron (zum damaligen Zeitpunkt: Voltabox) entstand 2014 durch die Ausgründung eines Geschäftsbereichs des Automobilzulieferers Paragon mit Sitz in Delbrück, Nordrhein-Westfalen. Den Schwerpunkt der Aktivitäten des Geschäftsbereichs bildeten von Anfang an Elektromobilitätslösungen auf Basis von Lithium-Ionen-Batteriesystemen für industrielle Anwendungen. Im Jahr 2017 wurde die ehemalige Voltabox Deutschland GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Am 13. Oktober 2017 erfolgte die Erstnotiz als Voltabox AG an der Frankfurter Wertpapierbörse. Ab dem Jahr 2019 befand sich das Unternehmen in einer umfassenden Restrukturierung. Als Ergebnis nahm der Voltabox-Konzern im Jahr 2020 eine bilanzielle Bereinigung wesentlicher Vermögenswerte vor.

2021 veräußerte Paragon nahezu sämtliche an der Gesellschaft gehaltenen Anteile an den strategischen Ankerinvestor Trionity Invest GmbH und den Finanzinvestor EW-Trade AG. Der Konzern hatte zuvor im Rahmen der Restrukturierung das Automotive-Geschäft veräußert, mehrere nationale und internationale Standorte geschlossen und die operative Ausrichtung erheblich eingegrenzt.

Im Frühjahr 2023 erwarb die Triathlon Holding GmbH sämtliche von der Trionity Invest gehaltenen Voltabox-Aktien (nach vorherigen Kapitalerhöhungen rund 37 % des Grundkapitals). In diesen Jahren gelang es dem Unternehmen nicht, ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell aufzubauen.

Im Februar 2025 verkündete das Unternehmen die Bestellung eines neuen Vorstands, der zugleich den Abschluss einer umfassenden Rahmenvereinbarung bekanntgab. Die Triathlon Holding veräußerte ihr Aktienpaket in diesem Zuge vollständig. 28 % erwarb die Jiaogulan Holding AG, eine in Liechtenstein ansässige Investmentgesellschaft. Auch das neue Management (CEO Martin Hartmann, CFO Florian Seitz) investierte über eigene Beteiligungsgesellschaften in Aktien des Unternehmens. Dies bildete die Basis für eine strategische Neuausrichtung des gesamten Unternehmens, in dessen Zuge das Geschäft mit Hochvolt-Batterien veräußert, eine Finanzbeteiligung abgestoßen und das Geschäft der erst 2022 gegründeten GreenCluster GmbH (Photovoltaikanlagen und -komponenten) mit dem Ziel der Beendigung der anhaltenden Verlustsituation eingestellt worden ist. Teil der abgeschlossenen Rahmenvereinbarung war auch der Erwerb von 99 % der Anteile an dem Elektronikproduzenten EKM Elektronik GmbH mit Sitz in Zwönitz, Sachsen.

Im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung 2025, die erstmals in Nürnberg stattfand, beschlossen die Aktionäre die Umfirmierung in Voltatron AG, die Sitzverlegung nach Fürth, Bayern, sowie die Erweiterung der satzungsmäßigen Unternehmensgegenstands. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 24,3 Mio. Euro (davon fortgeführte Geschäftsbereiche: 22,9 Mio. Euro).

Geschäftsmodell, Produkte & Branchen Das Unternehmen verfolgt eine Buy-and-Build-Strategie, d. h. der Aufbau bzw. das Wachstum der Wertschöpfungskette wird insbesondere durch den Zukauf und die Integration von kompatiblen Unternehmen bzw. Assets erreicht. Voltatron entwickelt, produziert und vertreibt Elektroniklösungen für industrielle Anwendungen. Das Portfolio reicht von Elektronikkomponenten, über -baugruppen bis hin zu -geräten. Die Produkte des Unternehmens kommen insbesondere in Anwendungen wie Industriebatterien & Energiespeicher, professioneller Unterhaltungstechnik (Licht & Ton) industrieller Mess- und Steuerungstechnik, Automatisierung und IoT sowie Medizintechnik zum Einsatz.

Standorte & Tochterunternehmen Der Sitz der Gesellschaft ist Fürth, Bayern. Nach der von der Hauptversammlung im Juli 2025 beschlossenen Sitzverlegung hat das Unternehmen in Fürth die Zentralfunktionen des Unternehmens gebündelt.

Im Februar 2025 erwarb der Konzern 99 % der Anteile der EKM Elektronik GmbH mit Sitz in Zwönitz, Sachsen. Die restlichen 1 % verblieben zunächst bei EKM-Geschäftsführer David Franke, der seinen Anteil schließlich im August 2025 planmäßig an die Voltatron AG verkaufte und seinen Erlös im Gegenzug in Aktien des Unternehmens investierte. EKM ist auf die Entwicklung und Produktion von Elektronikkomponenten, -baugruppen und -geräten spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigte zum Zeitpunkt der Übernahme rund 140 Mitarbeiter.

Ende Juli 2025 gab Voltatron die Übernahme der GMS Electronic Vertriebs GmbH mit Sitz in Jockgrim, Rheinland-Pfalz, bekannt. GMS ist mit rund 20 Mitarbeitern auf den internationalen Vertrieb elektronischer Bauteile und Geräte für Anwendungen in der Medizintechnik, Veranstaltungstechnik, Industrie, Industrieautomation sowie in der Netzwerk- und Kommunikationstechnik spezialisiert.

Anfang 2026 folgte die Transaktion der KOMITEC electronics GmbH, ebenfalls mit Sitz in Zwönitz, Sachsen, in unmittelbarer Nachbarschaft zur EKM Elektronik GmbH. KOMITEC verfügt über einen weiteren Standort in Bulgarien und beschäftigt in Summe rund 110 Mitarbeiter. Das Unternehmen bietet die gesamte Bandbreite der EMS-Leistungen an – von der Elektronikentwicklung mit Fokus auf Hardware, Software und Cloud bis hin zur Fertigung in Klein-, Mittel- und Großserien.

Im August 2026 gab der Konzern die Übernahme der Kurz Elektronik GmbH von der Prettl Beteiligungs Holding (Prettl Group) bekannt. Das Unternehmen mit insgesamt 170 Mitarbeitern verfügt neben einem Technologiecenter am Hauptsitz in Althengstett, Baden-Württemberg, über eine Fertigung in Alytus, Litauen.

Aktionärsstruktur Gemäß den Stimmrechtsmitteilungen der Gesellschaft sind wesentliche Aktionäre der Voltatron AG die Jiaogulan Holding AG (rd. 25 %), die Geraer Batterie-Dienst GmbH (rd. 22 %), die FAS Vermögensverwaltung GmbH (rd. 6 %), die Gebhart Holding GmbH (rd. 6 %) sowie die EW-Trade AG (rd. 4 %). Der Streubesitz beläuft sich entsprechend auf rund 37 %.

Einzelnachweise

Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Fürth) Kategorie:Unternehmensgründung 2014 Kategorie:Unternehmen im CDAX