mini|Ehnisgasse in Esslingen Die Ehnisgasse in Esslingen am Neckar, einer Stadt im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg, ist eine ehemalige mittelalterliche Gasse, wo sich Handwerker angesiedelt hatten.

Beschreibung Die Ehnisgasse trug bis ins 16. Jahrhundert den Namen Metzgergasse. Sie verläuft als kleine Nebengasse parallel zur Hauptstraße der historischen Pliensauvorstadt, der heutigen Pliensaustraße. Schon aus den Steuerbüchern des 14. Jahrhunderts wird ersichtlich, dass sich an der Metzgergasse zahlreiche Metzger angesiedelt hatten. Da dieses Handwerk auch geruchsintensive Tätigkeiten mit sich brachte, wurden solche Berufe oft in den Randbereichen der Städte angesiedelt.

Die Häuser 16, 18 und 20 sind geschützte Kulturdenkmäler: Das Gebäude Ehnisgasse 16 ist ein verputztes Fachwerkhaus, das vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammt. Die traufständige Ausrichtung sowie die Höhe des zweigeschossigen Unterbaus stimmen mit Nr. 18 überein. So kann für das Gebäude ein ähnliches Alter wie für das Nachbarhaus angenommen werden. Das nachträglich aufgesetzte 2. OG stößt leicht vor. Die Grundrissgliederung ist in allen Geschossen zweizonig und zweischiffig. Das Dachwerk mit Spitzboden, konstruiert mit zweifach stehendem Stuhl, wurde 1487 (d) abgezimmert und zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Zwerchhaus, ehem. mit Ladeluke, ergänzt. Das EG durch einen Ladeneinbau verändert. Das Gebäude Ehnisgasse 18 ist ein traufständiges, zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus und wurde 1298 (d) als Firstständerbau über einem flach gewölbten Keller errichtet. Im heute weitgehend massiven EG sind Ständer vermauert, die z. T. noch bis zur Deckenbalkenlage reichen. Das einstöckige Dach mit Spitzboden, konstruiert mit zweifach stehendem Stuhl, geht auf einen Umbau von 1487 (d) zurück. Der Grundriss ist in zwei Quer- und zwei Längszonen gegliedert. Die Randlage in der mittelalterlichen Vorstadt sowie die bescheidene Größe sprechen für einen Bauherrn von niedrigerer sozialer Stellung. Im Vergleich zu Bauten der Kernstadt aus derselben Zeit handelt es sich um eine altertümliche Hauskonstruktion, die wohl ein Relikt einer ländlichen Bauweise darstellt. Das Gebäude Ehnisgasse 20 ist ein verputztes Fachwerkhaus mit Dachwerk aus dem Jahr 1530 über wahrscheinlich älterem Unterbau. Über einem kleinen Keller ein Gebäude mit drei Nutzungsebenen, die Fassade mehrfach auskragend. Der einschiffige und zweizonige Grundriss hat sich in den OG erhalten: Straßenseitig ist eine große Stube angeordnet, in der rückwärtigen Hauszone befanden sich Flurküche und Treppenaufgang. Das Dach einstöckig mit Spitzboden, die Konstruktion ein zweifach stehender Stuhl mit angeblatteten Gefügehölzern. Das Zwerchhaus mit Ladeluke ist ein jüngerer Einbau. Das Gebäude wurde rückseitig in zwei Abschnitten erweitert, im EG ein Ladeneinbau des 19. Jh.

Als letzte Zeugen zeigen die drei Gebäude das einstige Gepräge dieses Esslinger Handwerkerviertels auf.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmale in Esslingen am Neckar (A–K) #E

Literatur Andrea Steudle u. a.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmale in Baden-Württemberg. Band 1.2.1: Stadt Esslingen am Neckar. Thorbecke. Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0834-6, S. 111–112. Markus Numberger: Unscheinbar, klein und wertvoll. Die spätmittelalterlichen Häuser in der Esslinger Ehnisgasse. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 46. Jahrgang, Nr. 4/2017, S. 312–313 (Online-Ausgabe).

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Einzelnachweise

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