mini|hochkant|Neue OPEC-Zentrale in Wien (2009) Die Organisation erdölexportierender Länder (kurz OPEC, früher auch O.P.E.C., von ) ist eine 1960 gegründete internationale Organisation mit Sitz in Wien (bis 1965 Genf).
Die Mitgliedsstaaten der OPEC besitzen rund 80 %Angabe mit Einbezug der Vereinigte Arabische Emirate (VAE) der weltweit nachgewiesenen Ölvorkommen und produzieren rund 40 % des weltweiten Rohöls.
Die OPEC ist nicht zu verwechseln mit der Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten (OAPEC), welche im Jahr 1968 gegründet wurde. Einige OPEC-Mitglieder sind auch OAPEC-Mitglieder und umgekehrt. Ihre Mitglieder sind teilweise Besitzer von großen Mineralölunternehmen. Neben anderen geopolitischen Faktoren haben die Entscheidungen der Organisation Einfluss auf den weltweiten Ölpreis.
Ziele Die OPEC bestrebt durch Kartellisierung des Ölmarkts Monopolmacht zu erringen, um sich so gegen die Preisbildung auf dem Weltmarkt durch die Festlegung von Förderquoten für die einzelnen OPEC-Mitgliedstaaten und die Regelung der Erdölproduktion absichern zu können.
Die Mission (Stand 2026) der OPEC ist es „die Erdölpolitik ihrer Mitgliedsländer zu koordinieren und zu vereinheitlichen sowie die Stabilisierung der Ölmärkte zu gewährleisten, um eine effiziente, wirtschaftliche und regelmäßige Erdölversorgung der Verbraucher, ein stetiges Einkommen der Produzenten und eine angemessene Kapitalrendite für diejenigen, die in die Erdölindustrie investieren, sicherzustellen.“
Durch die künstliche Verknappung oder Steigerung der Ölförderung soll der Preis für Erdöl weltweit nach Absprache aller OPEC-Mitgliedstaaten so gedrückt, stabilisiert oder angehoben werden, dass er innerhalb eines festgelegten Zielpreiskorridors liegt. Dieser Zielpreiskorridor ist variabel, gilt aber als Richtwert über einen längeren Zeitraum. Allerdings kommt es auch vor, dass sich einzelne Mitglieder nicht an die festgesetzten Förderquoten halten, sondern ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Ziele verfolgen. Dies war speziell in den 1980er Jahren der Fall, als Saudi-Arabien eine eigene Vertrags- und Preispolitik verfolgte, welche zu einer Krise im Jahr 1986 führte. Ein weiteres Beispiel ist der Austritt Indonesiens im Jahr 2008, da die OPEC-Preisvorstellungen für den größeren inländischen Markt eine höhere Belastung darstellen, als man durch teure Exporte wieder ausgleichen könnte. (Indonesien wurde 2008 durch abnehmende Fördermengen zum Netto-Importeur, verlor also seine Fähigkeit, mehr Öl zu fördern, als es für den Eigenbedarf benötigt.)
Kartelleigenschaften Die OPEC agiert als Kartell bzw. Regime, das die fossilen Rohstoffe (speziell Erdöl und -gas) seiner Mitglieder, die Fördermengen, die Erdölpreise und andere Marktbedingungen kontrolliert.
Kartelltheoretisch lässt sich die OPEC als ein Rohstoffkartell für Erdöl klassifizieren. Dabei geht es um die Stärkung der Verkäuferseite auf dem Weltmarkt (Angebotskartell). Die Weltmarktpreise für Erdöl sollen durch Produktionseinschränkungen (seltener durch Ausweitung) in die gewünschte Richtung gebracht werden (auch Produktionskartell). Da die Kartell-Leitung den Mitgliedstaaten individuelle Produktionsquoten zuteilt, wird auch von einem „Quotenkartell“ gesprochen. Es handelt sich außerdem um ein Staatenkartell.
Mitglieder Stand 1. Mai 2026 gehören der OPEC elf Staaten an (siehe auch die Tabelle rechts): Algerien, Äquatorialguinea, Gabun, Iran, Irak, die Republik Kongo, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien und Venezuela.
Mitglieder-Ein- und -Austritte Die Länder Ecuador und Gabun traten 1992 bzw. 1995 wieder aus. 2007 trat Angola bei, und am 17. November 2007 kehrte Ecuador nach 15-jähriger Pause in die Organisation zurück. Am 1. Juli 2016 trat auch Gabun der Organisation wieder bei. Indonesien trat im Januar 2009 aus, wurde im Dezember 2015 wieder aufgenommen und trat im Dezember 2016 erneut aus.
Katar verließ die OPEC im Januar 2019, Ecuador Ende Januar 2020, Angola im Dezember 2023.
2007 trat Ecuador dem Kartell nach 15 Jahren Abwesenheit erneut bei. 2008 kündigte Indonesien seinen Austritt an, da die rückläufige Ölförderung den heimischen Bedarf nicht mehr decken konnte, und Indonesien somit Erdöl importieren musste.
Indonesien kündigte fast 7 Jahre nach seinem Austritt an, der OPEC im Dezember 2015 wieder beizutreten. Das Land ist trotz Bemühungen, die Ölförderung so hoch wie möglich zu halten, nach wie vor ein großer Netto-Importeur von Erdöl und Ölprodukten. Experten vermuten in diesem Zusammenhang, dass die OPEC nicht mehr nur Exportanteile unter ihre Kontrolle bringen möchte, sondern die Erdölproduktion an sich. Da Indonesien den jährlichen Mitgliedsbeitrag nicht bezahlte, endete seine Mitgliedschaft im Dezember 2016. Indonesien zeigte Interesse am Wiedereintritt, weigert sich aber an den Förderkürzungen teilzunehmen.
Gabun kehrte zum 1. Juni 2016 nach einer 22-jährigen Pause wieder zurück zur OPEC. Es ist der mit Abstand kleinste Ölproduzent der OPEC. Äquatorialguinea trat der OPEC am 25. Mai 2017 offiziell bei. Der westafrikanische Staat förderte etwa 250.000 Barrel pro Tag und besaß laut dem CIA Factbook 1,1 Milliarden Barrel Öl an Reserven. Die Republik Kongo wurde auf der 174. Konferenz am 22. Juni 2018 als neues Mitglied in die OPEC aufgenommen. Im Januar 2019 verließ Katar die OPEC. Als offizieller Grund dafür wurde von der Regierung der geplante Ausbau der eigenen Gasförderung genannt.
Am 1. Januar 2020 verließ Ecuador die OPEC.
Am 21. Dezember 2023 kündigte Angola seinen Austritt aus der OPEC an, der am 1. Januar 2024 vollzogen wurde.
Am 28. April 2026 kündigten die Vereinigten Arabischen Emirate (VEA) ihren Austritt aus der OPEC an, der am 1. Mai 2026 vollzogen wurde.
Organisation Die obersten Organe der OPEC sind:
Die MinisterkonferenzJeder Mitgliedstaat ist in diesem wesentlichsten willensbildenden Organ durch den für Erdölwirtschaft bzw. Energie zuständigen Minister der Regierung vertreten. Jeder Mitgliedstaat ist gleich gewichtet (eine Stimme). Für gültige Entscheidungen ist ein Präsenzquorum von drei Fünfteln notwendig (derzeit neun von vierzehn Mitgliedern), für alle materiellen Entscheidungen (somit alle Fragen außer Verfahrensfragen) ist Einstimmigkeit nötig. Der Konferenz ferngebliebene Vollmitglieder können gefasste Entscheidungen im Nachhinein beeinspruchen und somit verhindern. Auf Vorschlag der Konferenz können Nichtmitglieder als Beobachter zur Konferenz geladen werden. Während der Konferenz wird ein Delegierter (Minister) zum Präsidenten gewählt, der den Vorsitz führt und den Titel bis zur Neuwahl seines Nachfolgers bei der folgenden ordentlichen Sitzung behält. Die Konferenz bestimmt die Ziele und Politik der Organisation und legt ihre Strategie fest, kann als einziges Organ die Statuten ändern, entscheidet über die Mitgliedschaft und wählt die anderen wesentlichen Organe. Darüber hinaus legt eine Generalklausel alle Kompetenzen der Organisation, die nicht ausdrücklich anderen Organen zugewiesen wurden, in die Zuständigkeit der Ministerkonferenz. Tagungsort ist üblicherweise das Hauptquartier der Organisation in Wien. Der Rat der Gouverneure Jeder Mitgliedsstaat entsendet für zwei Jahre einen Gouverneur in den Gouverneursrat (die Ministerkonferenz hat diesbezüglich ein Veto). Der Gouverneursrat setzt die in Grundsätzen durch die Ministerkonferenz festgelegte Politik der Organisation um, erstellt das Budget der Organisation und spricht Empfehlungen an die Ministerkonferenz aus. Der Gouverneursrat soll zu mindestens zwei jährlichen Sitzungen zusammengebracht werden. Das Sekretariat Das Sekretariat ist für die Exekutive der Organisation unter Beachtung der Statuten sowie Beobachtung durch den Gouverneursrat zuständig. Es besteht aus dem Generalsekretär sowie dem zur Erledigung seiner Aufgaben nötigen Stab.
Darüber hinaus bestehen noch folgende Organe: Der Präsident Der sogenannte Präsident der OPEC ist tatsächlich lediglich der Präsident der Ministerkonferenz und als solcher lediglich zum Vorsitz der Sitzung berufen, auf der er gewählt wurde. Er behält das Amt bis zur nächsten Sitzung der Ministerkonferenz (die statutengemäß halbjährlich stattfinden).OPEC: Conference Presidents In: opec.org, abgerufen am 19. Februar 2018. Generalsekretär Der Generalsekretär ist gemäß den Statuten der offizielle Repräsentant und der ranghöchste Bedienstete der Organisation. Er koordiniert die Tätigkeit der Organisation entsprechend den Weisungen der Ministerkonferenz. Die Ministerkonferenz ernennt den GS auf Vorschlag der Mitgliedsstaaten für eine Periode von drei Jahren, eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Der GS wird in Erfüllung seiner Tätigkeit von einem Stab an Mitarbeitern unterstützt, namentlich zwei Direktoren (jener der Research Division und jener der Support Services Division) sowie der sieben Abteilungsleiter. Generalsekretär war von 2016 bis zu seinem Tod 2022 Mohammed Sanusi Barkindo. Der aktuelle Generalsekretär ist Haitham al-Ghais aus Kuwait.opec.org abgerufen am 21. Oktober 2023
Außerdem wurden ein Rechtsbeirat () sowie ein Interner Rechnungsprüfer eingerichtet.
Dreimal jährlich treffen sich die für Energie und Erdöl zuständigen Minister der OPEC-Mitgliedsländer, um den Stand des Erdölmarktes zu beurteilen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Die Maßnahmen dienen dazu, einen stabilen Ölmarkt sicherzustellen und gleichzeitig die eigenen Erdöl-Gewinne zu sichern. Diese Konferenz gibt anschließend die neuen Richtlinien bekannt. Wesentliche Richtlinien sind die Festlegung der Erdölförderquoten, die seit 1985 an die vorhandenen Reserven gekoppelt sind. Bei Überschreitung der festgelegten Quoten kann die Ministerkonferenz Sanktionen einleiten. (Dies ist jedoch bislang nicht eingetreten, weil die betreffenden Staaten ihre Ölvorkommen in der Vergangenheit deutlich – möglicherweise auch künstlich – nach oben korrigiert haben.)
Die Öffentlichkeitsarbeit führt das Sekretariat. Ihm unterliegen zudem die Aufgaben der Forschung im Bereich Energie und Finanzen, weiterhin werden Statistiken erstellt und veröffentlicht. Auch Vorträge und Seminare sind Aufgabenbereich des Sekretariats. Es verfügt auch über eine große Bibliothek, die den Vertretern der Mitgliedstaaten sowie Forschern und Studenten offensteht. Finanziert wird das Sekretariat durch Beiträge der Mitgliedstaaten. Der Repräsentant der OPEC ist der Generalsekretär, der auch Leiter des Sekretariats ist. Dieser wird entweder für drei Jahre gewählt oder alphabetisch durch das Rotationsprinzip für zwei Jahre ernannt. Abteilungen des Sekretariats sind: Forschung, Energiestudien, Wirtschaft und Finanzen, Datenservice, Personal und Verwaltung, OPECNA (OPEC News Agency), Büro des Generalsekretärs und Recht.
OPEC hat ihren Hauptsitz in Wien (bis 1965 Genf).
Erdölförderung + Förderung in Millionen Tonnen oder Barrel Rang weltweit(2018) Staat 2000 2018 Anteil 2018(in %)Rang OPEC (2025)2025 in Mio. Barrel pro Tag 2. 455,0 578,3 12,9111,19 5. 128,8 226,1 4,944,47 6. 189,4 220,4 4,924,71 8. (Austritt 2026) 123,1 177,7 4,034,6 9. 109,1 146,8 3,352,78 12. 105,4 98,4 2,261,68 16. 167,3 77,3 1,791,01 17. (Austritt 2023) 36,9 74,6 1,7 - - 18. 66,8 65,3 1,571,4 21. 69,5 47,5 1,181,38 31. 13,1 17,0 0,4100,24903 35. 16,4 9,7 0,2110,23901 36. 4,5 8,7 0,2120,08439 Gesamt 1.485,3 1.747,8 39,0
OPEC+ mini|hochkant=1.6|Weltkartenübersicht der OPEC und OPEC+ Staaten Weil der Weltmarktanteil der OPEC-Länder in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist, setzt die Organisation zunehmend auf die Kooperation mit Nicht-OPEC-Staaten wie Russland, Kasachstan, Mexiko und Oman. Man spricht auch von der Gruppe der OPEC+ Staaten.
Entwicklungen Im Dezember 2017 vereinbarten Russland und die OPEC, die Produktionskürzung von 1,8 Millionen Barrel/Tag bis Ende 2018 zu verlängern.