Zhushan () ist eine Stadtgemeinde () im Landkreis Nantou der Republik China (Taiwan).
Lage und Beschaffenheit Zhushan (wörtlich: „Bambusberg“) liegt am westlichen Rand des Landkreises Nantou in Zentraltaiwan. Die Nachbargemeinden sind Ershui (Landkreis Changhua), Mingjian und Jiji im Norden, Lugu und Xinyi im Osten, Alishan (Landkreis Chiayi) im Süden, Gukeng (Landkreis Yunlin) im Südwesten sowie Douliu und Linnei (beide Landkreis Yunlin) im Westen. Das Terrain ist hügelig und von großen Höhenunterschieden geprägt. Die geringste Höhe über dem Meeresspiegel liegt bei 106 Metern; der Berg Luqushan () ist mit 2288 Metern die höchste Erhebung. Durch Zhushan fließt der Fluss Zhuoshui.
Geschichte Der Süden Zhushans war ursprünglich von den Tsou, einem der indigenen Völker Taiwans, besiedelt. Zur Zeit der Qing-Herrschaft über Taiwan kamen im 18. Jahrhundert Han-chinesische Siedler in die Gegend, die die Ureinwohner allmählich verdrängten oder assimilierten. Während der japanischen Herrschaft über Taiwan war Zhushan ein Zentrum der Bambusforstwirtschaft. Nach der Übertragung Taiwans an die Republik China wurde Zhushan eine Gemeinde im 1950 neu eingerichteten Landkreis Nantou.
Einwohner Mit etwa 50.000 Einwohnern hatte Zhushan im Jahr 2025 die viertgrößte Einwohnerzahl unter den Gemeinden des Landkreises Nantou. Ende 2017 gehörten nach offizieller Statistik 258 Personen (knapp 0,5 %) den indigenen Völkern an.
Verkehr Im Norden wird Zhushan von der Autobahn Nationalstraße 3 durchquert. Weiter südlich verläuft die Provinzstraße 3 bzw. 3c (3) von Südwesten nach Nordosten. Von der Provinzstraße 3 zweigt die Kreisstraße 147 ab, die weitgehend parallel zum Fluss Zhuoshui nach Süden führt. Ebenfalls von der Provinzstraße 3 zweigt die Kreisstraße 151 nach Osten ab. Zhushan hat keinen Eisenbahnanschluss.
Landwirtschaft Landwirtschaftliche Produkte Zhushans umfassen (mit den saisonalen Verkaufszeiten): Oolong-Tee (), Jin-Xuan-Tee (), Cuiyu-Tee () Süßkartoffeln, Bambussprossen und Pilze (alle ganzjährig) Guaven, Tomaten, Weintrauben (Januar bis Februar) Drachenfrucht (Mai bis Juni). Gliederung von Zhushan 350px
Verwaltungsgliederung Zhushan ist in 28 Ortsteile (, Li) aufgeteilt:
Sehenswürdigkeiten, Tourismus Zhushan weist einige Sehenswürdigkeiten auf. Durch die Gemeinde verläuft die sogenannte Chelungpu-Verwerfung. Nach dem Jiji-Erdbeben 1999 wurde hier ein kleines Lehrgebäude mit einem Park, dem Chelungpu-Verwerfungs-Park (, Chelungpu Fault Preservation Park, ), eingerichtet. Der Park untersteht dem Nationalmuseum für Naturwissenschaften in Taichung.
Eine weitere Natursehenswürdigkeit ist der „Wald des Kummer-Vergessens“ () dem der englische Name Lotus Forest, Lotuswald, gegeben wurde. Es handelt sich um den Rest eines Nadelwaldes, der infolge eines Erdrutsches nach dem Jiji-Erdbeben dauerhaft unter Wasser gesetzt wurde und dadurch abstarb. Bei Nebel hat der Ort eine besondere Atmosphäre. Er liegt nahe dem Waldnaturschutzgebiet Shanlinxi () im Ortsteil Da’an. Ebenfalls im Ortsteil Da’an befinden sich die Bagua-Teeplantagen, auf denen überwiegend verschiedene Sorten Oolong angebaut werden.
Touristische Ausflugsziele sind auch die Bambus-Hängebrücke () in Da’an und die Ruilong-Wasserfälle () im Ortsteil Pingding.
Im Ortsteil Zhongyang befindet sich der 1745 erbaute Zi-Nan-Tempel (), der dem Erdgott Tudigong geweiht ist ().
Weblinks
Einzelnachweise
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