Die Ortoleva-King-Reaktion ist eine Namensreaktion der organischen Chemie, deren Entdeckung auf Giovanni Ortoleva im Jahre 1899 zurückzuführen ist und 1944 von L. Carroll King aufgegriffen und weiter untersucht wurde. Mit Hilfe dieser Synthese lassen sich nützliche Pyridiniumiodid-Salze herstellen.
Übersichtsreaktion Bei der Ortoleva-King-Reaktion reagiert die funktionelle Methyl- oder Methylengruppe eines organischen Stoffes 1 mit Iod und zwei Äquivalenten Pyridin 2 mit Hilfe von Hitze zum korrespondierenden Pyridiniumiodid 3 und dem Pyridiniumhydroiodid-Salz 4. Bei den organische Resten R1 und R2 in 1 ist mindestens einer elektronenziehend. Diese sind für die Aktivierung der Methylengruppe verantwortlich und sorgen dafür, dass die Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindung dieser Methylengruppe acide ist. zentriert|rahmenlos|600x600px
Allgemein Statt dem Pyridin, das nicht nur ein Edukt, sondern auch das Lösungsmittel bei dieser Reaktion ist, können auch Chinoline, Isochinoline, Picoline und Nicotinamide genutzt werden. Die Reaktion findet unter Einwirkung von Hitze statt.
Reaktionsmechanismus Der Reaktionsmechanismus der Reaktion könnte wie folgt aussehen. Im ersten Schritt wird die CH-acide Methylengruppe des Moleküls 1 durch Pyridin 2 deprotoniert. Es entstehen das Pyridiniumion 3 sowie das Anion 4. zentriert|rahmenlos|400x400px
Durch Aktivierung eines zweiten Äquivalents Pyridin 2 durch Iod 5 entsteht das Intermediat 6. zentriert|rahmenlos|380x380px
Das Intermediat 6 wird nukleophil durch das Anion 4 angegriffen. Es entsteht das Pyridiniumiodid 7. zentriert|rahmenlos|500x500px
Durch die Rekombination des Pyridiniumion 3 mit dem Iodid entsteht das Pyridiniumhydroiodid-Salz 8 als Nebenprodukt. zentriert|rahmenlos|280x280px
Anwendung Mit Hilfe dieser Methode können viele verschiedene Pyridiniumiodid-Salze gewonnen werden. Die Ausbeute hierbei ist stark von dem genutzten Ausgangsstoff abhängig, aber ist generell sehr groß. Ein Problem bei dieser Reaktion ist das Trennen der Produkte, wodurch mit Einbußen bei der Ausbeute gerechnet werden muss. Auch heute findet die Ortoleva-King-Reaktion noch in verschiedenen Syntheseprozessen Anwendung.
Einzelnachweise
Kategorie:Namensreaktion