mini|Gesuch des Georg Brey an den bayerischen König, Ale brauen zu dürfen mini|Gesamtansicht von Löwenbräu aus der Gründungszeit der Aktiengesellschaft 1891

Die Löwenbräu Aktiengesellschaft ist eine Brauerei in München. Seit 1997 gehört sie gemeinsam mit Spatenbräu der Spaten-Löwenbräu-Gruppe an, die wiederum zur Anheuser-Busch-InBev-Gruppe gehört.

Geschichte Kontroverse zum Gründungsdatum Lange Zeit wurde als Gründungsdatum 1383 angegeben. Diese Angabe kann heute als falsch angesehen werden.Münchener Brauindustrie 1871–1945 von Christian Schäder, Tectum Verlag 1999. Ein möglicher Vorgänger wurde erstmals 1524 erwähnt. In diesem Jahr wurde Jörg Schnaitter, pierprew auf dem Anwesen in der Löwengrube 17 genannt. Der Name Löwenbräu hingegen wurde erst 1746 erstmals im Biersudverzeichnis von München erwähnt.

Seit dem 17. Jahrhundert Der Löwe im Namen stammt von einem Fresko „Daniel in der Löwengrube“ im genannten Brauhaus aus dem 17. Jahrhundert. 1818 kaufte der aus bäuerlichen Verhältnissen stammende Brauer Georg Brey die Löwenbrauerei. Unter seiner Leitung begann der wirtschaftliche Aufstieg. 1826 wurde der Braubetrieb am neuerworbenen Gelände an der Nymphenburger Straße aufgenommen. 1848 erhielt die Brauerei die Erlaubnis, Bockbier zu brauen. 1851 war die Verlegung des Braubetriebs auf das Gelände an der Nymphenburger Straße abgeschlossen. Im Mai 1857 meldet die Zeitung Innsbrucker Nachrichten: „München zählt 23 Brauer, von welchen der Löwenbräu am Meisten, nämlich 62.100 Eimer Sommerbier gebraut hat.“Brauleistung Münchner Brauer-Mitteilung des Münchener Magistrats, in den Innsbrucker Nachrichten vom 4. Mai 1857, ÖNB. 1862 lag die Quantität des Sommerbiers schon bei 118.200 Eimern.Brauleistung Münchner Brauer-Mitteilung des Münchener Magistrats, in der Wiener Zeitung vom 3. Mai 1862, ÖNB. 1863 war die Löwenbrauerei erstmals größte Brauerei Münchens mit einem Viertel des gesamten Bierausstoßes der Stadt.

1872 wurde Löwenbräu von der Familie Brey verkauft; die Brauerei wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und nannte sich fortan „Aktienbrauerei zum Löwenbräu“. Ludwig Brey erwarb als Brauer und Eigentümer der Aktienbrauerei zum Löwenbräu die Nachbaranwesen vom „Bierwirt“ Nikolaus Naßl und baute 1882/83 den Löwenbräukeller nach den Plänen von Professor Albert Schmidt. Die feierliche Eröffnung des Löwenbräukellers war am 14. Juni 1883. 1886 wurde der Löwe als Markenzeichen registriert. mini|Sudkessel des Löwenbräu In Frankreich kam um 1880 Protektionismus in Form von Steuer/Zollerschwernis für ImportbierAnnales du Sénat et de la Chambre des députés, France Sénat (1875–1942), April 1880, Bibliothèque du Sénat (franz.). auf, der sogar 1886 zu geschäftsschädigenden Unterstellungen über verbotene Bierzusätze in Zeitungsartikeln aus FrankreichDie Salicylsäure, in der Zeitung Le Temps, 9. September 1886, Bibliothèque nationale de France (franz.).Salicyl-Bier, in der Zeitung Le Temps, 19. September 1886, Bibliothèque nationale de France (franz.).Salicyl-Biere, in der Zeitung Le Temps, 23. September 1886, Bibliothèque nationale de France (franz.). und Belgien führte. Münchener Brauereien wiesen diese Vorwürfe entschieden zurück.Protest Münchener Brauereien, darunter die Actien Brauerei zum Löwenbräu mit A. Hertrich und Hch Pollich, auf S. 3 in der Zeitung „Le Matin“, Paris, 6. Oktober 1886, Bibliothèque nationale de France (franz.).Protest Münchener Brauer, darunter die Actien Brauerei zum Löwenbräu mit A. Hertrich und Hch Pollich, auf S. 3 in der Zeitung Gil Bas, Paris, 7. Oktober 1886, Bibliothèque nationale de France (franz.). Die internationale Expansion der Löwenbrauerei begann bereits im späten 19. Jahrhundert und bekam nach 1900 durch neue Technologien einen enormen Schub bekam: Kühltechniken, verbesserte Transportmöglichkeiten und die Etablierung des Flaschenbieres führten dazu, dass die Löwenbrauerei nach der Jahrhundertwende in zeitweise bis zu 150 Länder exportierte und außerdem eigene Ausschankbetriebe besaß. Zur Teilnahme an der Pariser Weltausstellung von 1900, bei der Löwenbräu-Bier einen Grand Prix gewann, werden im AusstellungskatalogAktienbrauerei zum Löwenbräu München, Official Catalogue of the Collective Exhibition of the German Industry in …, Paris, 1900, New York Public Library, USA (englisch). von der damals größten deutschen Brauerei folgende Verkaufszahlen genannt:

Jahr Hektoliter 1873/1874 196.764 1879/1880 204.808 1884/1885 236.750 1889/1890 501.777 (!) 1894/1895 523.254 1897/1898 553.659 1898/1899 594.202 .. .. 1911/1912 850.000 (lt. Haus der Bay. Geschichte)

Löwenbräu im 20. Jahrhundert mini|hochkant|Plakat von Siegmund von Suchodolski um 1925 mini|Aktie über 50 DM der Custodia Holding AG vom Juni 1998 Um die Jahrhundertwende war Löwenbräu die größte Brauerei in Deutschland, allerdings stark exportabhängig. 1921 fusionierte die Brauerei mit der Unionsbrauerei Schülein & Cie. Joseph Schülein wurde Mitglied des Aufsichtsrates der Brauerei. Am 28. Dezember 1921 fusionierte rückwirkend zum 1. September 1920 die Münchner Bürgerbräu AG mit der Löwenbräu AG. Zahlreiche weitere Immobilien gelangten in den Besitz der Brauerei, unter anderem der Bürgerbräukeller. Auch der Aufsichtsrat der AG wurde erweitert, Wilhelm von Finck wurde Mitglied. 1927 wurde erstmals Weißbier gebraut. Ein Jahr später konnte erstmals eine Produktion von mehr als einer Million Hektoliter Bier pro Jahr erreicht werden. Die jüdische Familie Schülein, der ein Großteil der Brauerei gehörte, musste vor der nationalsozialistischen Verfolgung 1936 in die USA flüchten. 1942 erfolgte die Umbenennung in „Löwenbräu“. Nach dem Krieg konnte mit den Erben der Familie Schülein in den USA eine Einigung erzielt werden, die den Fortbestand der Brauerei sicherte. 1948 begann die Brauerei wieder, Bier zu exportieren – zuerst in die Schweiz. Ab 1952 wurde Löwenbräu auch in Leichtmetalldosen abgefüllt.kbl.badw.de Aufgrund ihrer guten Marktposition in München und Oberbayern und des großen Immobilienbestandes zur Finanzierung gelang es dem Unternehmen, wieder weltweit bekannt zu werden. Löwenbräu wurde vor allem in Nordamerika wieder zum Inbegriff für Münchner Bier. Beispiele hierfür waren das Engagement auf der Hannover Messe und der Expo 67 in Montreal. Nach und nach sicherte sich August von Finck über die Agricola Verwaltungsgesellschaft KG etwa 90 % des Grundkapitals der Brauerei, die damals als größter privater Grundstückseigentümer in München galt.Der Löwenbräu-Grundbesitz lockt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18. Februar 1982.

Mit Wirkung zum 30. September 1982 wurden die nicht-betriebsnotwendigen Immobilien, die in der Tochtergesellschaft Monachia Immobilien GmbH & Co. zusammengefasst waren, in die neu gegründete Monachia Immobilien AG eingebracht und die Aktien den Aktionären der Löwenbräu AG zum kostenlosen Bezug angeboten. Die Agricola verkaufte ihr Aktienpaket an der Monachia für 260 Millionen DM an die Allianz SE und die Hochtief. Der gesamte betrieblich genutzte Grundbesitz mit bekannten Großgaststätten wie Mathäser-Bierstadt, Löwenbräukeller, Drei Rosen oder Franziskaner verblieb im Eigentum der Brauerei.Realteilung bei Löwenbräu. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. April 1982. 1992 wurde die Brauerei in eine Holding überführt. Dabei entstanden getrennte Gesellschaften für die Produktion und den Vertrieb von Bier, für die Nutzung von Grundbesitz und Immobilien sowie für die Produktion und den Vertrieb von Mineralwasser.Eigene Sparten für Bier und Mineralwasser. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27. März 1992, S. 22. 1994 wurden den Altaktionären der Holding neue Aktien der Gesellschaften Löwenbräu AG Co. (Brauerei), Nymphenburger Immobilien AG (Immobilien) und Staatliche Mineralbrunnen GmbH angeboten.Aktionäre billigen Löwenbräu-Neuordnung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Mai 1994, S. 22. Die Holding-Gesellschaft wurde 1995 von Löwenbräu Holding AG in Custodia Holding AG umfirmiert.Löwenbräu wird Custodia. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. März 1995, S. 32. Die Custodia AG ist auch der eigentliche Rechtsnachfolger der ursprünglichen Löwenbräu AG vor der Aufspaltung der Unternehmensteile.

Seit der Fusion mit Spaten-Franziskaner Der Braubetrieb der „alten AG“ selbst gehörte seit 1997, nach der Aufspaltung des Unternehmens durch August von Finck jr., zusammen mit dem Spaten-Franziskaner-Bräu zur Spaten-Löwenbräu-Gruppe. Jobst Kayser-Eichberg hielt bis 2003 die Mehrheit an der Spaten-Löwenbräu-Gruppe. Die Spaten-Löwenbräu-Gruppe ist wiederum im Jahr 2003 von der belgischen Interbrew-Gruppe übernommen worden. Bei der Übernahme 2003 wurden alle noch verbliebenen Spaten-Immobilien aus der Gruppe herausgelöst und unter anderem in die Sedlmayr Grund und Immobilien KGaA überführt. 2004 schlossen sich AmBev und Interbrew zu InBev zusammen. Sämtliches Marketing und der Vertrieb der Spaten-Löwenbräu-Gruppe werden seit 2007 aus der Deutschlandzentrale der InBev-Gruppe in der Brauerei Beck in Bremen gesteuert.

2008 verhandelte die Radeberger-Gruppe mit dem Eigentümer über den Kauf der Brauerei. Im Oktober 2010 bestätigte die Brauerei, die Umzugspläne innerhalb des Stadtgebietes nach Langwied verworfen zu haben. Im Jahr 2012 bestätigte die Paulaner-Gruppe, das Gelände in Langwied für ihren Umzug aus dem Stadtgebiet heraus nutzen zu wollen.

Aufgrund von abgeschlossenen Pacht- und Brauverträgen zwischen der Löwenbräu AG und der Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH erfolgt die Produktion über die Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH allerdings in den verbliebenen Produktionsstätten der Löwenbräu AG. Aufgrund dieser Verträge tritt die Löwenbräu AG selbst als Pachtbetrieb und ohne eigene Mitarbeiter auf.

Produktion mini|Löwenbräu-Brauhaus Nymphenburger- und Sandstraße (2009) mini|Der Löwenbräukeller in der Nymphenburger Straße 2 in München (2006) mini|Der Löwenbräukeller in der Nymphenburger Straße 2 in München (1888) aus Die Gartenlaube

Die Abfüllung wurde von der Nymphenburger Straße in das nun angemietete Brauereigelände von Spaten-Franziskaner in der Marsstraße verlegt. Das dortige Sudhaus Spaten wurde 2005 stillgelegt. Die Betriebsgebäude der Abfüllerei an der Dachauer/Sand-/Nymphenburger Straße wurden 2007 für eine Neubebauung (Nymphenburger Höfe) zum großen Teil abgerissen.

Die einzig verbliebenen Gebäude der ursprünglichen Brauerei sind das Sudhaus und der Gärkeller im Bereich Karl-/Nymphenburger/Sandstraße und der denkmalgeschützte Löwenbräukeller an der Ecke Dachauer/Nymphenburger Straße. Die Gebäude sind nicht mehr im Eigentum der Brauerei, sie ist darin nur Mieter. Heute ist die Löwenbräu AG innerhalb der InBev-Familie nur eine lokale Brauerei. Im Verbund der Spaten-Löwenbräu-Gruppe werden in dem verbliebenen Sudhaus alle Biere der Gruppe produziert: Spaten, Franziskaner, Löwenbräu und Beck’s.

Altmünchner Brauereien Folgende Brauereien sind direkt oder indirekt in der Löwenbräu AG aufgegangen: Sollerbräu (1836) Filserbräu (1844) Lodererbräu (1863) Mathäserbräu (1907) Fuchsbräu Bürgerliches Brauhaus (1921) Zengerbräu Angerklosterbräu Unionsbrauerei Schülein & Cie. (1921) Münchner Kindl Brauerei Metzger Bräu Singlspieler Bräu Löwenhauser Bräu

Feierlichkeiten Oktoberfest mini|Brauereiwagen beim Oktoberfest-Trachtenzug 2006 Der Löwenbräu-Brauerei gehört von den großen Festzelten das Löwenbräu-Festzelt. Pächter und Betreiber des Löwenbräu Festzeltes ist Stefanie Spendler.

Des Weiteren beliefert die Löwenbräu noch das Schützenfestzelt – die Betreiber sind Eduard und Claudia Reinbold (Stand 2011).

Triumphator Starkbierprobe