mini|Die Auffangstation Ngamba Island (2006) mini|Besucher in der Auffangstation mini|Ein Elektrozaun trennt die Affen von den menschlichen Behausungen. Das Ngamba Island Chimpanzee Sanctuary ist eine Auffangstation für Schimpansen auf der Insel Ngamba in Uganda, Afrika. Die Insel liegt im Viktoria-See 23 Kilometer vor der Küste Entebbes und hat eine Fläche von rund 40 Hektar. Sie besteht überwiegend aus tropischem Regenwald. Da Schimpansen nicht schwimmen, werden sie hier nicht eingezäunt. Derzeit (Stand 2018) werden 49 Schimpansen betreut, die verwaist oder verletzt aufgefunden oder aus illegaler Haustierhaltung und Bushmeat-Handel beschlagnahmt wurden und in freier Wildbahn nicht überleben könnten.About the sanctuary auf ngambaisland.org. Abgerufen am 9. November 2018 Ngamba Island auf der Website des Jane-Goodall-InstitutsDer Spiegel: Schimpansen-Schicksale. Insel der Verwaisten, 13. Dezember 2005
Struktur und Aufgaben Die Auffangstation wurde 1998 vom Jane-Goodall-InstitutFrankfurter Rundschau: Uganda. Insel der Affen, 18. Oktober 2009 und anderen Artenschutzorganisationen initiiert. Betreiber ist die Stiftung Chimpanzee Sanctuary and Wildlife Conservation Trust (CSWCT) – auch Chimpanzee Trust genannt. Der Vorstand setzt sich aus Vertretern der ugandischen Naturbehörde (Wildlife Authority), dem Zentrum für Umweltbildung Uganda Wildlife Education Centre sowie den Organisationen Jane-Goodall-Institut Uganda, Environmental Conservation Trust of Uganda (Ecotrust), Children Of Conservation und Born Free Foundation zusammen.Our mission auf ngambaisland.org. Abgerufen am 9. November 2018 Zwischen 700.000 Dollar (umgerechnet 660.000 Euro) und einer Million Dollar pro Jahr gibt der Chimpanzee Trust für den Betrieb der Ngamba-Auffangstation, Umweltbildung und den Schutz wildlebender Schimpansen aus.Deutsche Welle: Gewilderte Schimpansen finden einen sicheren Zufluchtsort auf der Insel, 29. November 2016 Das Jane-Goodall-Institut Deutschland finanziert die Schutzstation maßgeblich.Stuttgarter Zeitung: Uganda. Gib dem Affen Liebe, 31. August 2009
Auf der Insel arbeiten 22 Tierpfleger, Tierärzte, andere Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer.
Die Tiere werden medizinisch versorgt und zweimal täglich gefüttert. Sie bewegen sich tagsüber weitgehend frei auf der Insel. Zum Übernachten kehren sie üblicherweise in einen Käfig zurück. Da sie sich in der Wildnis jeden Abend ein neues Nest aus Zweigen bauen würden, wäre der Wald anderenfalls schnell zerstört.
Die Affenweibchen bekommen ein Hormonimplantat in den Arm zwecks Empfängnisverhütung. Nur ein Schimpansenbaby wurde auf der Insel geboren, nachdem ein Weibchen das Implantat unbemerkt entfernt hatte.NZZ: Eine grüne Insel für Schimpansen, 21. September 2008
Der Regenwald der Insel könnte nur zwei Affen vollständig ernähren; andere freie Flächen sind nicht verfügbar. Trotz der zusätzlichen Fütterungen war der Wald schon nach wenigen Jahren sichtlich geschädigt.Das Waisenhaus der Affen auf geo.de, Begleittext zur gleichnamigen 360° - die GEO-Reportage vom 3. September 2001 Tagesspiegel: Uganda. Folg’ mir zur Liane, 27. September 2009
Die anfänglich beabsichtigte AuswilderungWelt: Schimpansen. Chronik eines angekündigten Primaten-Tods, 15. September 2011 der betreuten Schimpansen wurde verworfen. Neben dem Betrieb der Rettungs- und Auffangstation für die betreuten Schimpansen liegt der Schwerpunkt der Stiftungsziele heute auf Aufklärung der ugandischen Bevölkerung über Natur- und Artenschutz, speziell für Schimpansen, sowie auf Ökotourismus und auf der regionalen bis internationalen Zusammenarbeit beim Artenschutz für Schimpansen, etwa in der Vereinigung afrikanischer Schutzstationen Pan African Sanctuary Alliance.
Die Station wird auch für Verhaltensforschung und andere nichtinvasive Forschung an Schimpansen genutzt.GEO: Erstaunlich reflektiert: Schimpansen überdenken ihre Überzeugungen, 5. November 2025Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie: Pressemitteilung: Sind Schimpansen kooperativ?, 2. März 2006 ORF: Naturschutz in Uganda, 31. Oktober 2006Scinexx: Affen handeln selbstlos, 27. Juni 2007 Zeit: Verhaltensforschung: Von wegen menschlich, 21. Februar 2013 Universität Göttingen: Presseinformation: Gezielt zugreifen, 20. Juni 2018 Eine derart große Schimpansen-Gruppe in Gefangenschaft gibt es weder in Nordamerika noch in Europa.
Tourismus Nach der Finanzkrise 2007 geriet Ngamba Island zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten, sodass schließlich im Jahr 2011 Löhne und Futterlieferungen nicht mehr pünktlich bezahlt werden konnten. Nach einer Spende des Internationalen Tierschutzfonds IFAW von gut 25.000 Dollar, hauptsächlich für Löhne und Lieferanten, entschied der Chimpanzee Trust, den Tourismus auf der Insel auszubauen und anstelle eines privaten Tourenveranstalters nun selbst Fahrten auf die Insel anzubieten. Aufgrund einer weiteren IFAW-Spende von 30.000 Dollar im Jahr 2012 konnte Ngamba nun eigene Boote für den Besuchertransport zur Insel einsetzen.International Fund for Animal Welfare: Hilfe für Schimpansen auf Ngamba Island, 6. März 2012
Für Schulklassen und Touristen werden Führungen angeboten. Ein Besuch ist als Tagesausflug möglich. Bis zu zehn Touristen können gleichzeitig in „Luxus-Zelten“ auf der Insel übernachten. Eintrittsgelder und Übernachtungseinnahmen zählen mittlerweile zu den finanziellen Haupteinnahmequellen.n-tv: Auf Ngamba finden Affen Zuflucht. Auge in Auge mit Schimpansen, 4. Dezember 2011
Besucher müssen Impfungen gegen Hepatitis A und B, Masern, Meningokokken, Gelbfieber, Polio und Tetanus nachweisen und zudem belegen, dass sie nicht an Tuberkulose erkrankt sind. Ein Spaziergang mit den Schimpansen kostete im Jahr 2013 umgerechnet 300 Euro, eine Übernachtung 180 Dollar.
Film Das Waisenhaus der Affen, 360° – die GEO-Reportage, Episode 97, Erstausstrahlung am 3. September 2001 auf arte360°-GEO-Reportage Das Waisenhaus der Affen auf fernsehserien.de
Weblinks Offizielle Website Ngamba Island auf der Website des Jane-Goodall-Instituts
Einzelnachweise
Kategorie:Tierschutzanlage Kategorie:Affe in der Kultur Kategorie:Organisation (Uganda) Kategorie:Schutzgebietsgründung 1998 Kategorie:Distrikt Mukono