mini|Geschäftsmitteilung zur Firmierung der Merseburger Buntpapierfabrik Heilmann & Abel (1878) mini|Buntpapierfabrik in Merseburg Die Merseburger Buntpapierfabrik oder auch Buntpapierfabrik Heilmann ist eine denkmalgeschützte Papierfabrik in der Stadt Merseburg, Neumarkt 36, in Sachsen-Anhalt. Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist sie mit der Erfassungsnummer 094 20926 als Baudenkmal verzeichnet.Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt (PDF; 9,9 MB) – Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung (der Abgeordneten Olaf Meister und Prof. Dr. Claudia Dalbert; Bündnis 90/Die Grünen) – Drucksache 6/3905 vom 19. März 2015 (KA 6/8670)
Allgemeines Nachdem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das maschinelle Verfahren zur Produktion von Buntpapier verbessert wurde, entstand am Neumarkt in Merseburg bereits 1824 die erste Buntpapierfabrik. Gründer und Inhaber war bis 1851 Johann Gottlieb Schreiber, dessen Erzeugnisse 1844 bei der Allgemeinen Deutschen Gewerbe-Ausstellung gezeigt wurden.Amtlicher Bericht über die allgemeine Deutsche Gewerbe-Ausstellung in Berlin im Jahre 1844. Dritter und letzter Theil. Reimarus, Berlin 1845, S. 160. Carl Gottfried Hühne und Heinrich Schreiber waren von 1852 bis 1856 die Eigentümer. Ab 1857 führten Hühne und dann dessen Söhne das Unternehmen. Als die Firma 1870 in Konkurs geriet, wurde sie vom Hauptgläubiger, Friedrich Wilhelm Abel in Magdeburg, für 10.000 Taler erworben und gemeinsam mit dem Apotheker Otto Fahlberg bis 1877 unter der Firma Fahlberg & Co. betrieben. Im April 1877 übernahm der aus Aschaffenburg stammende Fabrikant Sebastian Heilmann† Sebastian Heilmann. In: Papier-Zeitung 43 (1918), Nr. 73, S. 1691. die Leitung der Firma Heilmann & Abel. Seit 1888 leitete er als Alleininhaber die Merseburger Buntpapierfabrik Sebastian Heilmann bis 1908. Der Schwiegersohn Deckert und die beiden Söhne Emil und Sebastian Heilmann jun. leiteten das nun in eine GmbH umgewandelte Unternehmen. 1914 war der Betrieb mit einer Betriebskraft von 250 PS Dampf und zwei Dampfmaschinen à 150 und 100 PS ausgestattet. Es waren folgende Arbeitsmaschinen vorhanden: 18 Färbmaschinen, 140 Glättner, 11 Kalander, 14 Bürstmaschinen, 10 Gaufriermaschinen, 3 Walzendruckmaschinen, 17 Schneidemaschinen.Adressbuch der Papier-Industrie Deutschlands und der Schweiz. Birkner, Berlin 1914, S. 251. Von 1918 bis 1939 befand sich die Buntpapierfabrik im Besitz von Sebastian Heilmann.Landesarchiv, abgerufen am 7. November 2018 Die Buntpapierherstellung wurde mit Beginn des Zweiten Weltkriegs eingestellt.
Geschichte Von der 1824 erbauten Buntpapierfabrik ist heute nichts mehr erhalten. Das heute als Hauptgebäude bezeichnete Gebäude entstand wahrscheinlich in der Zeit von 1880 bis 1890, das genaue Datum ist nicht bekannt. Als 1885 in Merseburg der „Mitteldeutsche Papierverein“ gegründet wurde, fand für die Teilnehmer am 31. Oktober eine Führung durch die Buntpapierfabrik von Heilmann & Abel statt. Ein ausführlicher Bericht über diese Besichtigung vermerkt: „Es ist ein stattliches Gebäude, im Ziegelrohbau ausgeführt, welches die Besucher aufnimmt und in dessen erster Etage sich die Wohnräume des Herrn Heilmann befinden.“Ein Besuch in der Buntpapierfabrik von Heilmann & Abel in Merseburg. In: Journal für Buchbinderei 7 (1885), Nr. 46, S. 363. Der Anbau entstand 1907. Der Blick auf das damalige Gesamtareal der Merseburger Buntpapierfabrik Sebastian Heilmann G.m.b.H. wurde 1924 aus Anlass des einhundertjährigen Bestehens auf dem Briefkopf des Unternehmens abgedruckt.Christine Gerigk: Die Stadt Merseburg und ihre Papier- und Mühlengeschichte. In: Papiergeschichte(n) Harrassowitz, Wiesbaden 1996, S. 37. Heute (Stand 2016) wird ein Teil der Papierfabrik durch ein Fitnessstudio genutzt.Buntpapierfabrik Merseburg, Merseburg im Bild, abgerufen am 7. November 2018
Architektur Bei der Gestaltung der Straßenfassade nutzte man Elemente des italienischen Stadtpalastbaues und unverputzte gelbe Klinker. Hofflügel von 1907 mit Fassadengliederung in Jugendstilformen.
Lage Die Gebäude der ehemaligen Buntpapierfabrik befinden sich an der Straße Neumarkt unter der Hausnummer 36.
Literatur Christine Gerigk: Die Buntpapierfabrik zu Merseburg. In: International paper history 9 (1999), Nr. 3, S. 58–61. Christine Gerigk: Die Stadt Merseburg und ihre Papier- und Mühlengeschichte. In: Papiergeschichte(n) Harrassowitz, Wiesbaden 1996, S. 29–38. Indiava-Papiere der Merseburger Buntpapierfabrik Sebastian Heilmann, G. m. b. H., in Merseburg. In: Papierwelt 5 (1928), Nr. 22, S. 10.
Weblinks
Einzelnachweise
Merseburg Kategorie:Papierverarbeiter Kategorie:Buntpapier Buntpapierfabrik Buntpapierfabrik Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Saalekreis Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Bauwerk des Historismus in Sachsen-Anhalt Kategorie:Erbaut im 19. Jahrhundert Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Saalekreis) Kategorie:Organisation (Merseburg) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Saalekreis)