mini|Françoise Brion, 1967 Françoise Brion (* 29. Januar 1933 in Paris als Françoise Alicia Rose German de Ribon; † 12. Dezember 2025 ebenda) war eine französische Theater- und Filmschauspielerin.
Leben und Wirken Françoise Brion hatte zu Beginn der 1950er Jahre Schauspielunterricht bei Pierre Dux und Raymond Girard genommen und sich anschließend am Actors Studio in New York fortgebildet. Zurück in der Heimat, spielte die blassblonde Nachwuchskünstlerin ab 1955 vor allem Theater und wirkte in zahlreichen Aufführungen so unterschiedlicher Pariser Spielstätten wie dem Théâtre de l’Œuvre, dem Théâtre des Variétés, dem Théâtre de Paris, dem Théâtre de l’Atelier, dem Théâtre National Populaire und dem Théâtre Sarah-Bernhardt mit. Dabei arbeitete sie unter anderem mit den Regisseuren Robert Lamoureux, André Barsacq, Michael Cacoyannis, Jean Tasso und ihrem Lehrer Pierre Dux. Ihre wichtigsten Bühnenrollen der Frühzeit erhielt Brion in Oscar Wildes Ein idealer Gatte, in Françoise Sagans Ein Schloss in Schweden, in Euripides’ Die Troerinnen, in Peter Weiss’ Marat/Sade sowie in Bertolt Brechts Antigone und Mutter Courage und ihre Kinder. Auch beim Theaterfestivals von Avignon war sie mehrfach zu Gast.
Parallel zu ihrer Theaterarbeit gewann ab 1956 auch die Tätigkeit beim Film an Bedeutung. Françoise Brion, die in dem folgenden halben Jahrhundert mit nahezu 100 Rollen vor der Kamera – Haupt- wie große Nebenrollen, Kino wie Fernsehen – gestanden hatte, arbeitete zunächst mit zentralen Vertretern der Nouvelle Vague (Jacques Doniol-Valcroze, Pierre Kast und Alain Robbe-Grillet) ebenso zusammen wie mit Regie-Vertretern des klassischen Unterhaltungsfilms, darunter altgediente Veteranen wie Léonide Moguy, Robert Siodmak, Christian-Jaque und Bernard Borderie. Meist wurde sie als attraktiver, blauäugiger, blonder Blickfang eingesetzt, der zumeist als Freundin und Geliebte des Helden wie etwa Eddie Constantine oder Lino Ventura, aber auch als verführerische und bisweilen gefährliche Sirene zu agieren hatte. Mit dem allmählichen Abklingen ihrer Filmkarriere Ende der 1970er Jahre gewann auch das Fernsehen an Bedeutung in Brions Karriere, und sie intensivierte außerdem wieder ihre Tätigkeit am Theater. In ihren späteren Jahren, etwa ab Mitte der 1990er, erhielt die Künstlerin eine Reihe von interessanten Charakterrollen in Stücken so unterschiedlicher Autoren wie Thomas Bernhard, Edward Albee, Ingmar Bergman und Harold Pinter angeboten.
Françoise Brion war mit dem Schauspielkollegen Paul Guers verheiratet. Sie starb am 12. Dezember 2025 im Alter von 92 Jahren in ihrer Geburtsstadt Paris.
Filmografie (Auswahl)
Literatur Jean-Loup Passek: Dictionnaire du cinema, Paris 1992, S. 84 f. (dort falsches Geburtsjahr 1934)
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Einzelnachweise
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