Der Anschlagsversuch in Dänemark 2018 war ein angeblich geplanter Attentatsversuch des iranischen Geheimdiensts Ende September 2018 auf iranische Oppositionelle der Organisation ASMLA.Bahman Nirumand: Iran – Report 12/18. Heinrich-Böll-Stiftung, DIPLOMATISCHE KRISE ZWISCHEN TEHERAN UND KOPENHAGEN S. 16 ff. boell.de Der dänische Nachrichtendienst PET konnte den Anschlag verhindern, wobei Teile der Insel Seeland am 28. September 2018 abgeriegelt wurden. Der Iran widersprach der Darstellung und bestritt, einen Anschlag geplant zu haben.
Hintergrund Der Iran trachtet weltweit Oppositionellen und Regimekritikern nach dem Leben. 2017 wurde ein iranischer Oppositioneller in Den Haag durch den iranischen Geheimdienst liquidiert.
Intervention der Behörden Am 28. September 2018 wurden Brücken und Fährverbindungen der Insel Seeland gesperrt. Am 30. Oktober 2018 erklärte der dänische Inlandsnachrichtendienst PET, dass es sich bei der Polizeiaktion um die Verhinderung eines geplanten Anschlags auf dänischem Boden durch den iranischen Geheimdienst gehandelt habe. Ziel des Anschlags seien iranische Oppositionelle gewesen, die der Organisation ASMLA angehören. ASMLA kämpfen teilweise mit Terrorattacken in Iran für einen eigenen arabischen Staat in der ölreichen Provinz Chusestan.
Hintergrund des Verdachts auf einen Anschlag war laut dem dänischen Inlandsgeheimdienst PET, dass ein verdächtiger Mann Fotos vom Wohnort des Anführers einer iranischen Separatistenbewegung gemacht hatte. An der Sperrung der Verbindungen nach Schweden waren hunderte Polizisten und Soldaten im Einsatz gewesen.Dänischer Geheimdienst veröffentlicht Details über Anschlagspläne zeit.de
Nachspiel Ein Verdächtiger mit norwegischem Pass und iranischen Wurzeln wurde am 21. Oktober 2018 festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Er soll dem iranischen Geheimdienst ermöglicht haben, in Dänemark zu agieren. Außerdem wird ihm eine Beteiligung am vereitelten Anschlag vorgeworfen. Drei ASMLA-Mitglieder stehen weiterhin unter besonderem Polizeischutz.
Der Botschafter des Iran wurde ins dänische Außenministerium einbestelltIran soll Anschlag in Dänemark geplant haben tagesspiegel.de und die dänische Regierung berief ihren Botschafter aus Teheran als Folge des geplanten Anschlags ab.
Reaktionen Rechtliche Schritte gegen ASMLA Dänische Behörden prüfen Schritte gegen Mitglieder der ASMLA, da diese Terrorismus gebilligt haben im Zusammenhang mit einem Anschlag mit 25 Toten am 22. September.
Rechtliche Schritte gegen den Iran Der dänische Staatsminister Lars Løkke Rasmussen prüft Sanktionen gegen den Iran.
Sanktionen der EU Anfang 2019 verhängte die EU Sanktionen gegen zwei Iraner. Die beiden sollen sowohl an den vermutlich geplanten Terroranschlägen in Dänemark als auch an einem weiteren in Frankreich beteiligt gewesen sein. Sie wurden in die sogenannte EU-Terrorliste eingetragen. Bei den Betroffenen handelt es sich um den iranischen Diplomaten Assadollah Asadi und dem Vizechef des iranischen Geheimdiensts Saeid Hashemi Moghadam. Ihre Vermögenswerte wurden eingefroren und Einreiseverbote verhängt.Nach angeblich geplanten Anschlägen – EU-Sanktionen treffen zwei Iraner handelsblatt.com vom 9. Januar 2019. Die iranische Regierung kritisiert die Entscheidung.EU-Terrorliste wiwo.de vom 9. Januar 2019. Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen lobte die Entscheidung mit den Worten Die EU steht zusammen – solche Aktionen sind inakzeptabel und müssen Konsequenzen haben.EU setzt iranischen Geheimdienst auf Terrorliste zeit.de vom 8. Januar 2019.
Literatur
Quellen
Kategorie:Geschichte Irans Kategorie:Dänische Geschichte (21. Jahrhundert) Kategorie:Dänisch-iranische Beziehungen Kategorie:Politik 2018