mini|Walek Neumann Walek NeumannWalter (Walek) Neumann, Bildatlas DDR Kunst, abgerufen am 18. Dezember 2021 (Walter Neumann; * 23. April 1940 in Friedland im Isergebirge, Reichsgau Sudetenland) ist ein deutscher Freilichtmaler und Holzschneider.

Leben Walek Neumann legte 1958 in Halle an der Saale das Abitur ab und besuchte den Malzirkel des Halleschen Malers Werner Rataiczyk. Danach leistete er freiwillig Dienst bei der Nationalen Volksarmee, was üblich war, um einen Studienplatz zu erhalten. Von 1960 bis 1965 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Harry Blume, Gerhard Kurt Müller, Wolfgang Mattheuer und Karl Krug. Nach Abschluss des Studiums 1965 arbeitete er freiberuflich einige Jahre als Porträtmaler, später ausschließlich als Freilichtmaler.

Neumann war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.

1992 zog er nach Isny im Allgäu. 2007 löste Neumann sein Atelier auf und zog nach Leipzig. Seither ist er schriftstellerisch tätig und belegte in ausgeschriebenen Wettbewerben 2012, 2014 und 2018 jeweils den 1. Preis.

Werk mini|Walek Neumann an der weißen Wittig Von 1962 bis 2007 arbeitete er als Freilichtmaler. Alle Landschaften entstanden vor der Natur. Er malte mit Öl auf Leinwand oder Hartfaser. 1989 kamen Aquarell und Gouachenfarben in Mischtechnik hinzu. Seine bevorzugten Motive sind Garten-, Moor- und Uferlandschaften. Von 1972 bis 1990 entstanden etwa 50 Holzschnitte. Charakteristisch für seine filigrane Riss- und Schneidarbeit ist die Einbeziehung der Maserung. Nach dem Tod des Vaters führte ein Ostseeurlaub mit Malerfreund Michael Morgner 1971 zur Entstehung der Holzschnittmappe Strand 71. Neumann arbeitete vorrangig zu lyrischen Texten, wie Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe, Gotthold Ephraim Lessing, Sergej Jessenin, Heinz Czechowski, Joachim Rähmer (* 1933) und Jörg Kowalski (* 1952). In Einzelblättern und Blattfolgen reflektiert er auch Eindrücke auf Malreisen und existenzielle Erlebnisse.

Seine Blätter befinden sich in überregionalen Mappenwerken wie Für Johannes R. Becher (1980), Prometheus 82 (1982), Nachdenken über Carl von Ossietzky (1989) und Aspekte II (1987) sowie in mehreren regionalen Grafikmappen.

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Neumanns (unvollständig) Berlin: Deutsches Historisches Museum Bernburg: Museum Schloss Bernburghttps://nat.museum-digital.de/search?q=Walek+Neumann Halle (Saale): Artothek der Stadtbibliothek Zeitz: Museum Schloss Moritzburg

Weitere Werkbeispiele

Tafelbilder Slowakische Landschaft im Dezember (1973, Öl, 75 × 90 cm) Slowakische Landschaft im März (1974, Öl, 70 × 80 cm) Frühling am Posthornsee (1976, Öl; auf der VIII. Kunstausstellung der DDR)

Druckgrafik

Kapitulation (1985; Folge von Holzschnitten; Auftrag des Rates des Bezirks Halle; davon auf der X. Kunstausstellung der DDR: Blatt 1: Der Feldmarschall (Keitel), 34,5 x 26 cm; und Blatt 2: Der Großadmiral (Friedburg), 33 x 22,5 cm)

Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen (Auswahl) 1968 Altenburg/Thür., Lindenau-Museum (mit Hans-Peter Hundt) 1982 Bernburg, Galerie im Alten Haus des Museums Schloss Bernburg (Holzschnitte) 1989 Bad Kösen, Romanisches Haus 1990 Erfurt, Galerie erph 1991 Zwickau, Galerie am Domhof 1992 Walek Neumann. Holzschnitte und Freilichtmalerei. Galerie Marktschlößchen, Halle an der Saale 1994 Kempten im Allgäu, Galerie im Kornhaus 1999 Isny im Allgäu, Städtische Galerie im Espantorturm 2004 Langenargen (Bodensee), Kavalierhaus 2004 München, Sudetendeutsches Haus 2005 Halle (Saale), Foyer-Galerie des Opernhauses („Uferlandschaften“; Malerei, Aquarellgouachen, Grafik) 2010 Altlangsow, Schul- und Bethaus 2010 Ostseebad Heringsdorf, Gorki-Museum 2013 und 2015 Grimma, Rathaus-Galerie 2022 Chemnitz, Galerie im Morgner Archiv (Malerei und Holzschnitt)

Gruppenausstellungen 1986, 1987, 1989 und 1990: Berlin und weitere Städte (100 ausgewählte Grafiken) 1986: Grafikwettbewerb Berlin, zweiter Preis 1987: Intergrafik Berlin 1977/1978 und 1987/88: VIII. und X. Kunstausstellung der DDR Dresden 1997: Kunstpreis Pfronten, erster Preis 2016: Mit meinen Freunden – Peter Schnürpel zum 75. Geburtstag, Lindenau-Museum Altenburg 2022: Akanthus Galerie im Westwerk 2022: Morgnerarchiv Chemnitz 2024: Galerie W182 Leipzig

Literatur Roland Rittig et al.: Prometheus 1982 – unbeliebte Kunst aus der DDR, Stekovics, Halle, Zürich 1995, ISBN 978-3-929330-48-9 Hans-Georg Sehrt, Walek Neumann: Uferlandschaften – Malerei, Aquarellgouachen, Grafik. Halle/Saale, 2005, 48 S., 25 Abb. hrsg. vom Hallescher Kunstverein: Katalog 81 zur Ausstellung vom 19. März–17. April 2005 im Opernhaus Halle Neumann, Walter (Walek). In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 664 Schmidt-Rottluff: Kunstpreis 2018, Michael Morgner, Festschrift, ISBN 978-3-9810-0408-3 Matthias Flügge (Hrsg.) Mit meinen Freunden – Peter Schnürpel zum 75. Geburtstag Katalog, ISBN 978-3-86104-131-3 Galerie Berlin des Staatlichen Kunsthandels der DDR: 100 ausgewählte Grafiken Kataloge 1986, 1987, 1989, 1990 Neumann, Walter (Walek). In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 664

Weblinks Detlef Färber: Gefeilt an Reil und seinem scharfen Blick Mitteldeutsche Zeitung, 12. Juni 2009 Grimmas Rathausgalerie öffnet wieder Leipziger Volkszeitung, 25. Juli 2010 Ines Rath: Verbindlichkeit des Motivs und natürliches Licht MOZ.de, 25. Juli 2010 https://www.av-kunsthandel.de/k%C3%BCnstler/walek-neumann/

Einzelnachweise

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