Die Westeuropaliga des FEI-Dressurweltcups 2018/2019 (FEI Dressage World Cup™ 2018–2019, Western European League) war die 34. Saison der west- und mitteleuropäischen Liga des FEI-Weltcups der Dressurreiter. Der Weltcup gilt im Bereich der Westeuropaliga als wichtigste Turnierserie in der Hallensaison.
Ablauf der Turnierserie Zur Saison 2018/2019 erhielt die Westeuropaliga zwei neue Etappen: Die Madrid Horse Week, die im Vorjahr bereits ein CDI 5*-Turnier durchgeführt hatte, bekam für ihre Dressurprüfungen den Weltcupstatus. Das zum Jahreswechsel stattfindende Hallenturnier in Mechelen erhielt nach mehrjähriger Abstinenz seinen Weltcupstatus zurück. Göteborg ist 2019 Austragungsort des Weltcupfinals und war daher in dieser Saison keine normale Etappe der Westeuropaliga. Somit erhöhte sich die Anzahl von Etappen auf zehn.
Alle Turniere der Westeuropaliga waren als CDI ausgeschrieben. Gekennzeichnet wurden sie mit dem Zusatz -W (also CDI-W), um sie als Weltcupturniere kenntlich zu machen.
Der Auftakt zur Saison erfolgte mit der erste Wertungsprüfung am 21. Oktober 2018, die letzte Prüfung der Saison wurde am 17. März 2019 durchgeführt. Qualifiziert für das Weltcupfinale 2019 waren die besten neun Reiter der Westeuropaliga sowie eventuelle Zusatzteilnehmer („extra competitors“). „Analytics Sponsor“ des Dressurweltcups war der Softwarehersteller SAP.
Unverändert war der Modus der Etappen: Ein Grand Prix de Dressage diente als Einlaufprüfung für die Grand Prix Kür. Die Anzahl der Teilnehmer des Grand Prix war hierbei durch das Weltcupreglement nicht festgelegt. Qualifiziert aus dem Grand Prix für die Grand Prix Kür waren die 15 bestplatzierten Teilnehmer. Ausschließlich die Grand Prix Kür zählte als Wertungsprüfung für die Westeuropaliga.FEI Dressage World Cup Rules Season 2018-19, Approved 28.03.2018 (mark-up version)
Die Prüfungen Herning Zum zweiten Mal war World Cup Herning Weltcupturnier und Auftakt zur Dressur-Weltcupsaison in der Westeuropaliga. Das in der Jyske Bank Boxen in Herning ausgerichtete Turnier fand vom 17. bis 21. Oktober 2018 statt.
Als erstes Paar schafften Tinne Vilhelmson Silfvén und Don Auriello den Sprung über die 80-Prozent-Marke. Für den 16-jährigen Wallach war die Kür von Herning der erste Weltcupstart seit dem Weltcupfinale 2016, welches er mit seiner Reiterin auf dem zweiten Rang beendet hatte. Helen Langehanenberg hatte mit dem ebenso 16-jährigen Hengst Damsey FRH tags zuvor den Grand Prix der Weltcuptour mit 1,5 Prozent Vorsprung gewonnen. In der Weltcupkür kam sie auf über 81 Prozent. Doch der Tagessieg ging an den zweitplatzierten des Grand Prix: Daniel Bachmann Andersen gewann vor heimischem Publikum mit dem KWPN-Hengst Zack.Home Win for Daniel Bachmann Andersen at 2018 CDI-W Opening Leg in Herning, eurodressage.com, 22. Oktober 2018
ReiterPferdProzentErgebnis Weltcupkür Herning 2018Wertungs-punkte1 Zack 83,375 % 202 Damsey FRH 81,405 % 173 Don Auriello 80,900 % 15 (Plätze eins bis drei von insgesamt 13 Teilnehmern)
Lyon Frankreichs Etappe des Dressurweltcups fand vom 31. Oktober bis 4. November 2018 in Lyon statt. Die Dressur stand bei der Equitá Lyon in Eurexpo bereits an den ersten drei Turniertagen auf dem Programm, die Weltcupkür wurde am Freitagnachmittag (2. November) ausgetragen.
Im Grand Prix de Dressage ging es bei den Bewertungen des Spitzengruppe eng zu: Isabell Werth, Dorothee Schneider und Patrik Kittel wurden von jeweils einem oder zwei Richtern auf Rang eins geführt, im Gesamtergebnis war Werth mit Emilio mit weniger als einem Prozent Vorsprung siegreich gewesen.
In der Grand Prix Kür zeigte sich Isabell Werths Wallach deutlich selbstbewusster als im Grand Prix. Zu einer neuen Kür kam das Paar auf ein Ergebnis von 84,410 Prozent. Dahinter platzierte sich Patrik Kittel auf Rang zwei. Auch für Kittel gab es eine Premiere: Lyon war das erste Turniere für ihn mit dem 14-jährigen Hannoveraner Delatio, den zuvor Emile Faurie im Turniersport vorgestellt hatte. Auch bei den Reitern gab es ein Debüt unter den Top drei: Kittels Schülerin Antonia Ramel bestritt in Lyon ihre erste Weltcupprüfung. Die 33-jährige Schwedin ritt den KWPN-Wallach Brother de Jeu. Nachdem sie mit diesem bisher auf Ergebnisse unter 75 Prozent gekommen war, knackte sie in der Weltcupkür von Lyon die 80-Prozent-Marke. Dorothee Schneider kam mit Sammy Davis jr. auf 79,365 Prozent und damit auf den vierten Platz.Lyon: Werth und Emilio starten fit for fun in die Weltcupsaison 2018/19, Dominique Wehrmann / St. Georg, 3. November 2018
ReiterPferdProzentErgebnis Weltcupkür Lyon 2018Wertungs-punkte1 Emilio 84,410 % –2 Delatio 80,980 % 203 Brother de Jeu 80,060 % 17 (Plätze eins bis drei von insgesamt 15 Teilnehmern)
Stuttgart Mitte November 2018 wurde die erste deutsche Etappe des Dressurweltcups ausgetragen: Die Stuttgart German Masters fanden vom 14. bis 18. November 2018 in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle statt.
Das im Vorwege angekündigte große Duell kam nicht zustande: Während Isabell Werth in Stuttgart mit mehreren Pferden an den Start ging und die Dressurprüfungen dominierte, zog Charlotte Dujardin ihre Teilnahmezusage mit ihrer Stute Freestyle zurück.
Ungefährdet ging der Sieg in der Weltcupkür an Isabell Werth und ihre Westfalenstute Bella Rose. Beim ersten Turnierstart von Bella Rose seit den Weltreiterspielen unterliefen noch Fehler in den Zweierwechseln, dennoch konnte die Gesamtvorstellung überzeugen. Vier der fünf Richter vergaben in der A-Note über 80 Prozent, das Gesamtergebnis aus A- und B-Note betrug 85,660 Prozent.
Dahinter lagen die weiteren Platzierten eng beieinander: Daniel Bachmann Andersen mit dem 10-jährigen Zepter, Helen Langehanenberg mit Damsey FRH und Dorothee Schneider mit Sammy Davis jr. wurden jeweils von mindestens einem der Richter auf den zweiten Rang gesetzt. In der Addition der Richterergebnisse kamen alle drei auf Gesamtnoten im 81-Prozent-Bereich. Auf Rang fünf reihte sich Benjamin Werndl ein, der mit dem 14-jährigen Daily Mirror ebenso von einem der Richter auf Platz zwei gesehen wurde. Im Gesamtergebnis lag er jedoch etwas hinter der vorgenannten Dreiergruppe und kam auf 80,340 Prozent.Stuttgart: Bella Rose in weltmeisterlicher Form, Gabriele Pochhammer, St. Georg, 17. November 2018
ReiterPferdProzentErgebnis Weltcupkür Stuttgart 2018Wertungs-punkte1 Bella Rose 85,660 % –2 Sammy Davis jr. 81,840 % 203 Damsey FRH 81,470 % 17 (Plätze eins bis drei von insgesamt 14 Teilnehmern)
Madrid Neue südlichste Etappe der Westeuropaliga ist Madrid. Nachdem die Springreiter hier bereits seit 2014 eine Weltcupstation ausrichten, war die Madrid Horse Week vom 22. bis 25. November 2018 erstmals Teil des Dressurweltcups. Im Rahmen des in der Feria de Madrid durchgeführten Hallenturniers finden seit dem Jahr 2014 internationale Dressurprüfungen statt, 2017 erstmals auf CDI 5*-Niveau.
Aufgrund der weiten Anreisewege in der mit einer Vielzahl von hochklassigen Dressurturnieren versehenen Vorweihnachtszeit traten nur wenige Dressurreiter aus Mitteleuropa den Weg nach Madrid an. Das beste Ergebnis eines Reiters, der nicht von der iberischen Halbinsel stammt, errang Hans Peter Minderhoud. Mit dem 14-jährigen Schimmel Zanardi kam er auf 76,110 Prozent. Der Sieg ging wie bei der CDI 5*-Premiere im Vorjahr erwartungsgemäß an Beatriz Ferrer-Salat und ihren inzwischen 17-jährigen Fuchswallach Delgado.
ReiterPferdProzentErgebnis Weltcupkür Madrid 2018Wertungs-punkte1 Delgado 81,285 % 202 Alcaide 78,915 % 173 Coroado 77,655 % 15 (Plätze eins bis drei von insgesamt 14 Teilnehmern)
Salzburg Österreichs Etappe des Dressurweltcups war Teil der Amadeus Horse Indoors in Salzburg. Die Veranstaltung wurde vom 5. bis 9. Dezember 2018 in der Salzburgarena ausgerichtet.
Bereits das Ergebnis des Grand Prix de Dressage zeigte, dass die Konkurrenz in Salzburg leistungsmäßig eng beieinander lag: Benjamin Werndl gewann mit seinem Rappwallach Daily Mirror mit 74,783 %. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Dorothee Schneider und Patrik Kittel mit ihren Pferden, punktgleich mit jeweils 74,609 %.
In der Weltcupkür kam Dorothee Schneider mit ihrem gerade erst mit dem Otto-Lörke-Preis ausgezeichneten Hannoveraner Faustus auf 79,730 %. Dies brachte ihr am Ende den dritten Platz ein. Ebenso zur Spitzengruppe in dieser Prüfung mit einem Endergebnis von über 79 Prozent zählten Kristy Oatley mit Du Soleil und Fabienne Müller-Lütkemeier mit Fabregaz (Plätze vier und fünf).
Bei ihrer zweiten gemeinsamen Weltcupkür kamen Patrik Kittel und Delatio wie bereits in Lyon auf knapp über 80 Prozent, was auch in Salzburg Rang zwei einbrachte. Der Sieg ging an Benjamin Werndl und Daily Mirror mit 80,790 %. Das zweite Dezemberwochenende 2018 verlief hoch erfolgreich für die Familie Werndl, Benjamin Werndls Schwester Jessica von Bredow-Werndl hatte beim zeitgleich stattfindenden CDI 5* in Genf mit TSF Dalera BB die dortige Grand Prix Kür gewonnen.
ReiterPferdProzentErgebnis Weltcupkür Salzburg 2018Wertungs-punkte1 Daily Mirror 80,790 % 202 Delatio 80,010 % 173 Faustus 79,730 % 15 (Plätze eins bis drei von insgesamt 15 Teilnehmern)
London Neun Tage nach der Weltcupkür von Salzburg wurde die einzige Wertungsprüfung der Westeuropaliga auf den britischen Inseln ausgerichtet. An den ersten beiden Tagen der Olympia London International Horse Show, dem 17. und 18. Dezember 2018, wurden die Dressurprüfungen in der Londoner Olympia Grand Hall durchgeführt.
Wie bereits für Stuttgart, so stand Charlotte Dujardin auch für London ihr Spitzenpferd Freestyle nicht zur Verfügung. Für das wichtigste Dressurturnier Großbritanniens bekam Dujardin von ihrem Trainer dessen Olympiapferd Delicato zur Verfügung gestellt. Sie hatte den Wallach bereits als junges Pferd in kleineren Prüfungen geritten. Als viertletzte Reiterin in der Kür von London zeigte Charlotte Dujardin einen Ritt ohne wirkliche Schwächen. Sie riskierte dabei jedoch nicht zu viel und wählte daher einen nicht zu hohen Schwierigkeitsgrad der Kür. Die Richter vergaben für den Ritt 80,030 Prozent.
Zweitbestes britisches Paar wurden Hayley Watson-Greaves und der Rappwallach Rubins Nite, die am Ende auf Rang vier kamen (77,705 %). Nach ihr kam Frederic Wandres in das Viereck. Der Bereiter aus dem Stall Kasselmann in Hagen am Teutoburger Wald bestritt 2018 seine erste Weltcupsaison, sein Grand Prix-Pferd war der in Großbritannien gezogene Hannoveraner Wallach Duke of Britain. Mit diesem zeigte er eine extrem anspruchsvolle Kür (Noten der Richter für den Schwierigkeitsgrad: 9,0 bis 9,9). Wandres' Pferd ließ sich von der Atmosphäre in der Olympiahalle nicht verunsichern und leistete sich nur leichte Schwächen in den Galopppirouetten. Sein Endergebnis betrug 80,030 Prozent – er war genau punktgleich mit Charlotte Dujardin. Aufgrund der höheren B-Note ging jedoch Frederic Wandres in Führung.
Als letztes Paar gingen Hans Peter Minderhoud mit dem Rapphengst Dream Boy ins Viereck. Das Paar, das am Vortrag den Grand Prix gewonnen hatte, verpatzte die Zweierwechsel und bekam auch für die Schritttour nur durchschnittliche Noten. Somit verpasste Minderhoud den 80-Prozent-Bereich deutlich und kam auf Rang drei.Wandres pips Dujardin in incredibly tight contest at 2018 CDI-W London, eurodressage.com, 19. Dezember 2018London: Grandioser Weltcupsieg für Frederic Wandres, Reiter Revue International, 19. Dezember 2018
ReiterPferdProzentErgebnis Weltcupkür London 2018Wertungs-punkte1 Duke of Britain 80,030 % 202 Delicato 80,030 % 173 Dream Boy 77,990 % 15 (Plätze eins bis drei von insgesamt 12 Teilnehmern)
Mechelen Rückkehr in die Westeuropaliga: Nachdem es zuletzt 2011 Weltcupturnier der Dressurreiter war, kehrte Jumping Mechelen - Vlaanderens Kerstjumping in den Weltcupkalender zurück. Wie immer vom 26. bis 30. Dezember ausgetragen, war Mechelen Standort des letzten internationalen Dressurturniers des Jahres.