mini|Francisco Morales Bermúdez (2016) Francisco Morales Bermúdez Cerruti (* 4. Oktober 1921 in Lima; † 14. Juli 2022 ebenda) war ein peruanischer General und Politiker und von 1975 bis 1980 Präsident des Landes.
Leben
Herkunft und frühe Laufbahn Francisco Morales Bermúdez wurde 1921 in Lima als Sohn des Colonels Remigio Morales Bermúdez geboren. Er ist der Enkel von Remigio Morales Bermúdez, dem peruanischen Präsidenten von 1890 bis 1894. 1939 ging er zur Ausbildung an die Militärschule von Chorrillos. Nach seinem Abschluss wurde er an das Zentrum für Höhere Militärstudien (Centro de Altos Estudios Militares – CAEM), das einer Generalstabsschule entspricht, beordert.
Er brachte es in den Rang eines Brigadegenerals und wurde 1963 unter dem demokratisch gewählten Präsidenten Fernando Belaúnde Terry Finanzminister. Er musste dieses Amt aber nach zwei Monaten aufgrund interner Querelen der Regierung wieder aufgeben.
Nachdem Belaúnde durch einen Putsch gestürzt worden war, bot die Militärregierung von General Velasco Morales Bermúdez erneut den Posten des Finanzministers an. 1974 wurde er gleichzeitig Ministerpräsident und Verteidigungsminister. Ab Februar 1975 war er zudem Oberkommandierender der peruanischen Streitkräfte. Am 29. August desselben Jahres putschte Morales Bermúdez gegen General Velasco. Am folgenden Tag rief er sich selbst zum Präsidenten aus.
Präsidentschaft Die politischen und wirtschaftlichen Reformen unter der Regierung von Morales Bermúdez blieben weitgehend wirkungslos. 1977 verkündete er sein politisches Projekt „Plan Tupac Amaru“. Dazu erklärte er, dieser Plan sei dazu angelegt, „eine vollständig partizipative und soziale Demokratie“ aufzubauen, er brachte aber vor allem finanzpolitische Austerität und Erleichterungen für ausländische Investitionen auf den Weg. Die wirtschaftliche Lage der Peruaner verschlechterte sich, während er zunehmend autoritär agierte. Am 19. Juli 1977 ließ er mahr als 700 Gewerkschafter eines Generalstreiks festnehmen, eine Eskalation, zumal es in Peru seit 1919 keine solche Repression gegen die Gewerkschaften mehr gegeben hatte.
Morales Bermúdez hatte nicht die ungeteilte Unterstützung der peruanischen Armee und die USA unter Jimmy Carter vertraten zu diesem Zeitpunkt eine etwas weniger repressive Linie in der US-amerikanischen Außenpolitik. Konfrontiert mit Forderungen der internationalen Finanzinstitutionen und der Demonstranten, erklärte er am 28. Juli 1977 seine Bereitschaft, einen Demokratisierungsprozess einzuleiten. Am 18. Juni 1978 fanden Wahlen zu einer aus 100 Mitgliedern bestehenden verfassunggebenden Versammlung statt, die einen deutlichen Wahlsieg der linken Parteien APRA (35 %) und Izquierda Unida (29 %) ergaben. Die Versammlung verabschiedete 1979 eine neue Verfassung, welche die peruanische Verfassung von 1933 ablöste.
Nach den demokratischen Präsidentschaftswahlen von 1980 wurde Morales Bermúdez von Fernando Belaúnde abgelöst, der seine zweite Amtszeit als Präsident antrat. Morales Bermúdez trat danach noch gelegentlich öffentlich auf und hielt Reden, vor allem zur Lage der Armee. 1985 kandidierte er bei den Präsidentschaftswahlen, erhielt aber weniger als 1 % der Wählerstimmen.
Strafverfolgung Am 17. Januar 2017 wurde er in Rom wegen Verbrechen im Rahmen der Operation Condor zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Im Februar 2022 wurde eine Berufung abgelehnt und das Urteil bestätigt.
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Einzelnachweise
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