mini|Johann Ludwig zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein; Maler : Johann Nicolaus Reuling, 1747|alternativtext= Johann Ludwig zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (* 3. August 1740 auf Schloss Wittgenstein; † 27. März 1796 ebenda) war ein deutscher Graf aus dem Hause Sayn-Wittgenstein-Hohenstein.

Leben Herkunft Johann Ludwig wurde am 3. August 1740 als ältester Sohn von Friedrich Graf zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (1708–1756) und seiner ersten Frau, Prinzessin Auguste Albertine Amalie von Nassau-Siegen (1712–1742) geboren. Seine Mutter war die Tochter des Fürsten Friedrich Wilhelm Adolf zu Nassau-Siegen und der Prinzessin Amalie Louise von Kurland. Johann Ludwig hatte noch eine ältere Schwester: Louise Friederike Karoline (* 3. März 1739; † 4. Mai 1788). Sein Halbbruder Karl Theodor Wilhelm (* 27. April 1744 Schloss Wittgenstein; † 3. November 1817 Stuttgart) stammt aus der zweiten Heirat seines Vaters, der am 12. Juni 1743 die jüngere Schwester seiner verstorbenen Frau, Elisabeth Hedwig (1719–1789) heiratete.Stammtafel des mediatisierten Hauses Sayn und Wittgenstein 1907. Tafel 10. Unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1907, Heimatverlag und Antiquariat Angelika Wied. Bad Laasphe 2009, Nr. 9/100.

Wirken Als Johann Ludwigs Vater starb, war er erst fünfzehn Jahre alt und nicht regierungsfähig. An seiner Stelle fungierte zunächst Fürst Karl August Friedrich von Waldeck als Regent der Grafschaft Wittgenstein.Ulf Lückel und Andreas Kroh: Das Fürstliche Haus zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein. Börde-Verlag, Werl 2004, S. 19 und 20. Johann Ludwig nahm im Mai 1756 zusammen mit seinem Bruder Karl Theodor ein Studium an der Universität Marburg auf.Universität Marburg, Matrikel 1700–1759, Seite 327, Mai 1756, Matrikel-Nr. 24: Illustrissimus Dominus Johannes Ludovicus S.R.I Comes de Sayn, Hohen et Wittgenstein Während seiner Regentschaft fanden umfangreiche Baumaßnahmen statt, z. B. der Umbau des Schlosses Wittgenstein, der Neubau der Pfarrhäuser in Fischelbach und Weidenhausen sowie die spektakuläre Umsetzung eines herrschaftlichen Gebäudes: Graf Johann Ludwig ließ im Jahr 1787 das von seinem Vater erst 34 Jahre zuvor gebaute Herrenhaus in Ludwigseck wieder abreißen und nutzte zumindest das Fachwerk für den Bau des neuen Herrenhauses im 25 km entfernten Schwarzenau. Er soll ein geschickter Handwerker gewesen sein und sich als Zimmermann an den Bauten beteiligt haben. „Er trug und hob für zwei“, so schrieb der Biograf Friedrich Wilhelm Goebel im 19. Jahrhundert über ihn.Friedrich Wilhelm Goebel: Historische Fragmente aus dem Leben der regierenden Grafen und Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, Siegen 1858. In seine Regierungszeit fiel auch der Verkauf der Burg Vallendar an das Erzstift Trier für 100.000 Rheinische Gulden.Ulf Lückel und Andreas Kroh: Das Fürstliche Haus zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein. Börde-Verlag, Werl 2004, S. 20.Verkauf der verbliebenen Rechte an Vallendar am 11. November 1767 an den Trierer Kurfürsten Johann Philipp von Waldersdorff, der bereits die Hälfte der Herrschaft und die Landeshoheit besaß. Siehe auch: Konrad Schneider: Wie Kurtrier die Herrschaft Vallendar an Sayn-Wittgenstein bezahlte. In: Zeitschrift Wittgenstein, Jahrg. 96, März 2008, Bd. 72, H. 1, Wittgensteiner Heimatverein, Laasphe 2008.

Familie Johann Ludwig heiratete am 21. März 1761 seine erste Frau, Friederike Louise Charlotte (* 9. März 1738), Tochter des Grafen Christian Wilhelm Karl von Pückler-Limpurg und der Karoline Christiane (geb. Gräfin von Löwenstein-Wertheim-Virneburg), mit der er insgesamt neun Kinder hatte:

Hedwig Christine Louise (1762–1828) Auguste Friederike Karoline (1763–1800) Karoline (1764–1833) Friedrich Karl (1766–1837), (ab 20. Juni 1801 Reichsfürst) Friederike Wilhelmine (1767–1849) Luise (1768–1828) Sophie Karoline (1769–1818) Wilhelm Ludwig Georg (1770–1851), (Preußischer Staatsmann, wurde am 6. Juni 1804 Reichsfürst).

Das neunte Kind, eine Tochter war nicht lebensfähig, und auch die Mutter verstarb im Kindbett am 27. Juli 1772.

Graf Johann Ludwig heiratete bereits am 9. November 1772 die Schwester seiner ersten Frau, Wilhelmine Henriette Karoline (30. August 1746 – 20. März 1800), die ihm noch vier weitere Kinder gebar: Wilhelmine Elise Karoline (1773–1856) Friedrich Ludwig Christian (1777–1806) Johann Franz Ludwig Karl Ludwig (1779–1815) und Adolf Ernst Kornelius Alexander (1783–1856), (er wurde am 11. Mai 1813 großherzoglich hessischer Fürst).Stammtafel des mediatisierten Hauses Sayn und Wittgenstein 1907. Tafel 11. Unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1907, Heimatverlag und Antiquariat Angelika Wied. Bad Laasphe 2009, Nr. 9/100.

Johann Ludwig zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein starb im Alter von 56 Jahren am 27. März 1796 auf Schloss Wittgenstein.

Nachfolger und erster Fürst des Hauses wurde sein ältester Sohn Friedrich Karl zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein.

Literatur

Stammtafel des mediatisierten Hauses Sayn und Wittgenstein 1907. Unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1907, Heimatverlag und Antiquariat Angelika Wied. Bad Laasphe 2009, Nr. 9/100 Friedrich Wilhelm Goebel: Historische Fragmente aus dem Leben der regierenden Grafen und Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, Siegen 1858. Ulf Lückel und Andreas Kroh: Das Fürstliche Haus zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein. Börde-Verlag, Werl 2004.

Weblinks

Einzelnachweise

Johann Ludwig Kategorie:Ritter des Württembergischen Jagdordens Kategorie:Graf (Wittgenstein) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1740 Kategorie:Gestorben 1796 Kategorie:Mann