Berlin Excelsior ist ein deutscher Dokumentarfilm von Erik Lemke aus dem Jahr 2017, der von Peter Rommel produziert worden ist.
Inhalt Der Dokumentarfilm zeigt Szenen aus dem Leben zahlreicher Bewohner des Wohn- und Geschäftsgebäudes “Excelsiorhaus”, das im Berliner Ortsteil Kreuzberg gelegen ist. In den Szenen ist der Alltag verschiedener Bewohner dargestellt, wobei die Kamera von André Krummel scheinbar unbemerkt selbst an intimsten Lebenssituationen teilnimmt. Einzelne Bewohner des Excelsior-Hauses, „die erfolglos die Glücksversprechen unserer Gesellschaft einzulösen versuchen“ werden genauer porträtiert, darunter ein ehemaliger Escort, eine alternde Revue-Tänzerin, ein scheiternder Start-up-Gründer und ein Rentner, der sich mal als Fotograf, mal als Unternehmensberater vorstellt. Sie sind in verschiedenen Szenen zu sehen, die sich zu zusammenhängenden Geschichten fügen.
Auch das Gebäude selbst ist in zahlreichen ästhetisierten Zwischenschnitten in den Fokus genommen. Eine Einheit mit der Stadt dahinter stellt der Film nicht her. Der Stahlbetonbau erscheint für sich allein in einer kaum näher definierten Umgebung und wird lediglich am Ende in einer Nachtaufnahme im Ganzen gezeigt. In einer Sequenz aus SFB-Abendschau-Ausschnitten der vergangenen 50 Jahre, werden große Zukunftspläne für das Gebäude verkündet, und gleichzeitig von Pleiten, Zwangsversteigerung bis hin zu Mord berichtet.
Der fast ausschließlich im Excelsiorhaus aufgenommene Dokumentarfilm ist szenisch aufgelöst und verzichtet auf Interviews und Off-Kommentar.
Hintergrund Schon 1929 diente der Vorgängerbau, das damalige Hotel Excelsior, der Schriftstellerin Vicki Baum als Vorbild für ihren Roman Menschen im Hotel, der das Genre der Gruppenromane begründete. Einzelne Figuren im Dokumentarfilm Berlin Excelsior lassen Parallelen erkennen.
Regisseur Erik Lemke, selbst Bewohner des Hauses, sieht das Thema des Films in einem Zitat von Jonathan Swift am besten beschrieben: „Genau genommen leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart. Die meisten bereiten sich vor, demnächst zu leben.“
Kritiken
Auszeichnungen Berlin Excelsior wurde am 27. Oktober 2017 auf den 51. Internationalen Hofer Filmtagen uraufgeführt. Der Film wurde von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Der Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt von Die Filmanalyse zählt Berlin Excelsior zu den 20 besten Filmen des Jahres 2018.
Weblinks
Filmtrailer Berlin Excelsior auf den Seiten der FBW
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2017 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Rundfunk Berlin-Brandenburg (Fernsehen) Kategorie:Homosexualität im Film