Der SV Eintracht-Trier 05 e. V., kurz Eintracht Trier, ist ein Fußballverein aus Trier. In der Saison 2025/26 tritt die erste Herrenmannschaft in der viertklassigen Regionalliga Südwest an.
Geschichte Stammbaum Der SV Eintracht-Trier 05 entstand am 11. März 1948 durch Fusion der Trierer Vereine SV Westmark Trier 05 und SV Eintracht Trier 06.
Die 05er wurden auf den Tag genau 43 Jahre vor der Fusion von Ernst Vent, der als „Vater des Trierer Fußballs“ gilt, als Trierer Fußball-Club 1905 gegründet. Die Gründungsurkunde des TFC wurde in der Trierer Gaststätte Zum Kurfürsten ausgefertigt und von 13 Gründern unterschrieben. Als Trainingsstätte diente den 05ern ein holpriges Wiesengelände im Trierer Stadtteil Olewig, das dem Besitzer der heute noch existenten Gaststätte Zum Blesius Garten gehörte. Die weiteren Stationen waren der Eurener Exerzierplatz und der Palastplatz (Nähe Kurfürstliches Palais), bevor schließlich auf dem Exerzierplatz der Hornkaserne trainiert wurde. Hier wurde im ersten Heimspiel am 10. September 1905 der 1. FC Germania 1905 aus Saarbrücken mit 12:0 besiegt.
Schon 1906 wurden in Trier zahlreiche weitere Fußballvereine gegründet. Zu den bekanntesten Neugründungen dieses Jahres gehörten der FC Moselland 06, FC Borussia Trier, Sportclub Trier, Concordia Trier, FC Viktoria Trier, Trierer Fußballclub 06, Maximiner Fußballclub sowie die Trierer Fußballclub Union. Die bedeutendste Rolle spielte der FC Moselland 06, der aufgrund personeller Probleme im Jahr 1920 mit der später gegründeten FV Fortuna Trier 1910 zum Verein Vereinigte Rasenspieler 06 Trier fusionierte. Doch bereits im Jahr darauf stand die nächste Fusion mit dem SV Alemannia Trier 1909 zum SV Eintracht Trier 06 an. Dieser Verein spielte von 1933 bis 1936 in der Gauliga Mittelrhein, stieg dann ab und blieb nach dem Wiederaufstieg bis 1944 erstklassig.
Der immer wieder mit Anfeindungen konfrontierte Trierer Fußball-Klub 1905 öffnete sich für andere Sportarten, um so für eine breitere Akzeptanz in der Bevölkerung zu werben. Im Zuge dessen erfolgte 1911 die Umbenennung in Sportverein Trier 05. Dieser fusionierte wiederum im Jahr 1930 mit dem FV Kürenz und dem Polizei SV Trier zum SV Westmark Trier 05. Ab 1933 spielte der SV Westmark Trier 05 ebenfalls für drei Jahre in der Gauliga. Zwar wurde er nach dem Abstieg dreimal in Folge Meister der Bezirksklasse Mittelrhein, scheiterte aber im Anschluss – anders als die 06er – jedes Mal in der Aufstiegsrunde. Nach 1939 spielte der SV Westmark Trier 05, der später wieder den Zusatz „Westmark“ aus seinem Titel gestrichen hat, keine Rolle mehr.
Erste Fusionsgedanken zwischen 05ern und 06ern kamen bereits in den späten 1920er-Jahren auf. Grund hierfür waren unter anderem die Erfolge der Trierer Stadtauswahl, in der die besten Spieler beider Mannschaften zusammengeführt wurden. Die diesbezüglichen Fusionsgespräche mussten jedoch stets wegen hochschlagender Emotionen hinter hervorgehaltener Hand geführt werden. Während dabei keine Einigung gefunden wurde, siegte die Trierer Stadtauswahl weiter. So wurde am 3. Mai 1931 ein 8:0-Kantersieg gegen die luxemburgische Fußballnationalmannschaft erzielt. Von 1943 bis Kriegsende bildeten beide Vereine eine Kriegsspielgemeinschaft. Offiziell vollzogen wurde die Fusion aber erst am 11. März 1948. Bei einer Generalversammlung, die im Trierer Schiefferkeller stattfand, wurde der Fusionsvertrag schließlich unterzeichnet.
Sportliche Weiterentwicklung bis Ende der 1990er-Jahre Der neue Verein SV Eintracht-Trier 05 war von Beginn an fester Bestandteil des hochklassigen südwestdeutschen Fußballs. Bis 1962 spielten die Trierer in der Oberliga Südwest, in der sie allerdings nie zur Spitzengruppe gehörten. Durch ihren Abstieg verpassten sie die letzte Saison dieser Liga; dennoch wurden sie 1963 in die neue Regionalliga Südwest aufgenommen. Dort begannen sie mit einem fünften und einem dritten Platz, fielen dann aber ins Tabellenmittelfeld zurück und 1973, erneut ein Jahr vor der Auflösung der Liga, stiegen sie in die drittklassige Amateurliga Rheinland ab.
Nach der Vizemeisterschaft 1974 und zwei Meisterschaften in den unmittelbar folgenden Jahren stiegen die Trierer 1976 in die zwei Jahre zuvor gegründete 2. Bundesliga auf. Im ersten Jahr wären sie sportlich abgestiegen, durften aber aufgrund des Rückzugs des SV Röchling Völklingen in der Liga bleiben. 1981 erreichten sie ihre beste Platzierung in der Zweiten Liga, mussten aber aufgrund deren Reduzierung auf eine Staffel dennoch in die Oberliga absteigen. In der folgenden Saison war man erstmals in der Nachkriegszeit nur die Nummer zwei der Region hinter dem FSV Salmrohr.
In der Saison 1982/83 versuchte die Eintracht unter dem Trainer Horst Brand mit der zu dieser Zeit jüngsten Oberligamannschaft einen sportlichen Neuanfang. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Trierer Mannschaft wieder zu einem der Top-Teams der Oberliga Südwest. 1984 erreichte man nach einer sehr guten Rückrunde den zweiten Platz und qualifizierte sich für die deutsche Amateurmeisterschaft. Die folgenden beiden Spielzeiten schloss die Mannschaft jeweils als Dritter ab. Im Herbst 1985 schaffte Eintracht Trier mit einem 3:0-Erfolg beim amtierenden Cup-Verteidiger Bayer 05 Uerdingen überraschend den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals, wo man gegen Bayer 04 Leverkusen scheiterte.
1987 und 1993 hatten die Trierer als Südwestmeister die Chance, wieder in die Zweite Liga aufzusteigen, setzten sich aber in der Aufstiegsrunde nicht durch. 1988 und 1989 wurden sie jeweils durch ein 5:4 im Elfmeterschießen gegen den VfB Oldenburg sowie die SpVgg Bad Homburg Deutscher Amateurmeister.
Nach der dritten Südwestmeisterschaft 1994 hatte die Eintracht erneut die Chance zum Aufstieg in die Zweite Bundesliga. In der Aufstiegsrunde scheiterte Trier mehr oder weniger am Grünen Tisch, als der DFB einen 2:1-Sieg gegen den SSV Ulm 1846 annullierte, da ein Trierer Betreuer einem Ulmer Spieler den Ball in den Unterleib geschossen haben soll. Als Meister war man für die neu vom DFB eingeführte Regionalliga West/Südwest qualifiziert. Nachdem man dort 1995/96 knapp dem Abstieg entronnen war, gehörte Eintracht Trier in den folgenden Spielzeiten zu den Spitzenvereinen der Regionalliga.
Überraschungserfolg im DFB-Pokal 1997/98 Den bis dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierten die Trierer in der Saison 1997/1998, als sie sich deutschlandweit den bis zum heutigen Tage gültigen Ruf als „Pokalschreck“ erarbeiteten. Die Mannschaft von Karl-Heinz Emig besiegte in der ersten Runde am 16. August 1997 den damaligen Zweitligisten SpVgg Unterhaching durch Treffer von Werner Heinzen und Abdelaziz Bennij mit 2:1 (1:0), ehe in der zweiten Runde der amtierende UEFA-Pokalsieger FC Schalke 04 durch einen Treffer von Rudi Thömmes mit 1:0 nach Hause geschickt wurde. Im Achtelfinale nur einen Monat später kam der Champions-League-Sieger Borussia Dortmund ins Moselstadion. Gespickt mit internationalen Stars wie Jürgen Kohler, Andreas Möller oder Paul Lambert gelang im durch Zusatztribünen auf 17.900 Zuschauern erweiterten Moselstadion ein sensationeller 2:1-Erfolg (Treffer durch Rudi Thömmes, Mark Czakon bei einem Gegentreffer von Jürgen Kohler), in dem nach dem 1:0-Führungstreffer durch Thömmes einer der ikonischsten Torjubel in der Trierer Fußballgeschichte zelebriert wurde - sein in den Himmel gehobener Zeigefinger bei aufrechtem Stand ist bis heute in Trier legendär.
Auch das Viertelfinale gegen den SV Waldhof Mannheim konnten die Moselaner mit 1:0 für sich entscheiden, sodass es am 18. Februar 1998 zum Halbfinale gegen den Erstligisten MSV Duisburg kam. Die Partie wurde live im ZDF übertragen, wofür eigens die Installation der noch heute im Betrieb befindlichen Flutlichtmasten notwendig war, um nicht an einen anderen Standort auszuweichen. Den Führungstreffer der Gäste durch Michael Zeyer in der 51. Spielminute konnte Dirk Fengler in der 89. Spielminute ausgleichen. Die Verlängerung brachte keinen Sieger hervor, sodass die Entscheidung im Elfmeterschießen herbeigeführt werden musste, welches epische Ausmaße annahm. Selbst beide Torhüter mussten antreten - Thomas Gill traf als vorletzter Schütze für die Gäste zum 9:10, ehe Triers Keeper Daniel Ischdonat seinen Elfmeter links am Tor vorbeischoss. Die Trierer verpassten damit hauchdünn das DFB-Pokal-Finale in Berlin gegen Bayern München sowie die damit sichere Europapokal-Teilnahme.
Insolvenz und Aufstieg in die zweite Bundesliga In der Saison 1998/99 qualifizierte sich Trier als Zweiter wieder für die Aufstiegsrunde zur Zweiten Liga; die Eintracht zog aber gegen die Offenbacher Kickers den Kürzeren. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten unter dem damaligen Präsidenten Hans-Joachim Doerfert musste die Eintracht 1999 Insolvenz beantragen. Das Verfahren wurde erst im folgenden Jahr erfolgreich abgeschlossen. Ebenfalls 1999 wurde der Trierer Jung Paul Linz als Trainer gewonnen, was sich für den Verein als Glücksfall herausstellen sollte: Nachdem 2001 in der Regionalliga Süd, in der Trier nach Auflösung der Staffel West/Südwest antrat, der Wiederaufstieg am letzten Spieltag wieder knapp verpasst worden war, gelang am 11. Mai 2002 endlich die ersehnte Rückkehr in den Profifußball. Entscheidend war dabei ein 2:1-Auswärtserfolg bei der TSG Hoffenheim am vorletzten Spieltag.
Die 2. Bundesliga begann in der Saison 2002/2003 für die Trierer furios. Nach dem ersten Spieltag, einem 2:1-Heimerfolg gegen Mitaufsteiger Wacker Burghausen, folgten drei weitere Siege gegen den Karlsruher SC (3:0), den MSV Duisburg (3:0) sowie gegen Waldhof Mannheim (2:0). Die erste Niederlage mussten sie erst im Rheinland-Pfalz-Duell am Mainzer Bruchweg gegen den FSV Mainz 05 einstecken (0:2). Die Mannschaft von Paul Linz, die weitestgehend aus für die 2. Bundesliga unbekannten Spielern bestand, begeisterte mit einem erfrischenden Offensiv-Fußball und nutzte die Einschätzung vieler Gegner als „Abstiegskandidat Nummer Eins“ eiskalt aus. Bis tief in die Rückrunde herein hielten die Blau-Schwarz-Weißen enge Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen zur Bundesliga (Anfang April belegte man noch Tabellenrang fünf), eine Niederlagenserie im letzten Saisondrittel führte dann letztlich zu einem unter dem Strich sehr erfreulichen siebten Tabellenplatz im Gesamtklassement - dem bis dato besten Tabellenplatz der Vereinshistorie.
Die Mannschaft konnte in der Sommerpause prominent verstärkt werden. Neben Nico Patschinski (vom FC St. Pauli) kamen unter anderem Harry Koch (vom 1. FC Kaiserslautern) oder Sebastian Pelzer (von den Blackburn Rovers). Sie alle halfen dabei mit, dass der Saisonstart ähnlich positiv glückte wie in der Spielzeit zuvor. Nach dem sechsten Spieltag belegten die Moselstädter Platz sechs, gerieten dann jedoch in eine Abwärtsspirale aus zehn Spielen ohne Sieg, die sie bis auf den letzten Tabellenrang spülen sollten. In der letzten Partie vor Weihnachten gelang mit einem 2:0-Heimerfolg gegen den von Jürgen Klopp trainierten FSV Mainz 05 die Trendwende. Letztlich wurde der Klassenverbleib vorzeitig gesichert und man lief auf einem soliden elften Tabellenplatz in die Sommerpause ein.
Die folgende Spielzeit 2004/05 begann für Eintracht Trier schleppend. Erst am sechsten Spieltag gelang der erste Sieg (2:0-Heimerfolg gegen die SpVgg Unterhaching), in der Folge konnte man sich jedoch im Tabellenmittelfeld stabilisieren und nach dem 2:1-Derbysieg gegen den 1. FC Saarbrücken auf Rang zehn überwintern. Mitte April noch auf Platz neun liegend, spitzte sich die Tabellensituation zum Saisonende jedoch immer mehr zu. Aus den letzten sieben Saisonspielen konnte nur noch ein Sieg eingefahren werden (ein 3:1-Auswärtserfolg beim schon feststehenden Aufsteiger 1. FC Köln) - und so kam es am letzten Spieltag zum alles entscheidenden Duell ausgerechnet auswärts beim Erzrivalen 1. FC Saarbrücken.