mini|Logo des militärischen Such- und RettungsdienstesDen SAR-Dienst für Luftfahrzeuge (SAR: Search and Rescue, deutsch: Suche und Rettung) führt in Deutschland die Bundeswehr mit dem militärischen Such- und Rettungsdienst (Heer und Marine) durch. Das Bundesministerium für Verkehr (in der jeweiligen Organisationsform und Namensgebung) ist für diese – durch internationale Verträge zum Rettungsdienst in Luft- und Seenotfällen vorgeschriebene – Dienstleistung verantwortlich, hat jedoch mit dem Bundesverteidigungsministerium eine Verwaltungsvereinbarung getroffen, nach der der im Rahmen der internationalen Luftfahrtorganisation ICAO (International Civil Aviation Organisation) national bereitzustellende SAR-Dienst für die Luftfahrt durch die Bundeswehr -gegen Kostenerstattung- durchgeführt wird. Für Seenotfälle hingegen wurde diese Rettungsaufgabe primär an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger delegiert.

Weitere Mittel werden bei Bedarf durch andere Behörden und Organisationen bereitgestellt, z. B. durch Polizei von Bund und Ländern, Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Zoll, Technisches Hilfswerk und Bergwacht. Zu unterscheiden von den SAR-Diensten ist in Deutschland die Luftrettung, die das schnelle Transportmittel Hubschrauber für den allgemeinen Rettungsdienst nutzt.

Aufgaben mini|Luftsichtung einer bewaldeten Absturzstelle Im Bereich der Luftfahrt wird der SAR-Dienst im Sinne des Chicagoer Abkommens von der Bundeswehr (Heer und Marine) wahrgenommen. Die Federführung für diese Aufgabe wurde im Rahmen der Bundeswehrreform 2013 von der Luftwaffe an das Heer übertragen (Fähigkeitstransfer). Heer und Marine stellen im Rahmen ihres militärischen SAR-Auftrages die Einsatzmittel bereit.

Aufgaben des SAR-Dienstes der Bundeswehr sind: Suche von in Not geratenen Luftfahrzeugen, Ortung der Maschine; Rettung von Crew und Passagieren; Unterstützung des Seenotrettungsdienstes in der deutschen Nord- und Ostsee; Unterstützung der eigenen und verbündeten Streitkräfte bei Notfällen.

Daneben werden auch Aufgaben außerhalb des SAR-Dienstes im Rahmen der dringenden Eilhilfe für den zivilen Rettungsdienst wahrgenommen, sofern militärische und SAR-Aufgaben dem nicht entgegenstehen, genügend Kapazitäten vorhanden sind und keine entsprechenden zivilen Rettungsmittel zur Verfügung stehen. Organisation Für Deutschland bestehen zwei SAR-Bereiche (engl. SRR = Search and Rescue Region) mit den Leitstellen RCC (Rescue Coordination Centre) Münster und RCC Glücksburg, die vom Heer (vorher Luftwaffe) bzw. der Marine betrieben werden. Den Leitstellen obliegt die Einsatzleitung der Such- und Rettungsmaßnahmen für ihren Bereich. Der SAR-Bereich „See“ in Glücksburg umfasst die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg einschließlich der Inseln sowie die zugewiesenen Seegebiete von Nord- und Ostsee, der SAR-Bereich „Land“ in Münster das deutsche Festlandsgebiet ohne Schleswig-Holstein und Hamburg.

Im SAR-Bereich „Land“ bestehen drei mit SAR-Hubschraubern des Heeres vom Transporthubschrauberregiment 30 (Niederstetten) besetzte SAR-Kommandos in Holzdorf, Niederstetten und Nörvenich. In den fünf Kommandos Laage, Diepholz, Erfurt, Malmsheim und Ingolstadt ist der Betrieb 2009/2010 eingestellt worden.SAR-Hubschrauber bleiben wegen hohen Reparaturaufwandes am Boden – ddp-Meldung auf www.pr-inside.com, abgerufen am 27. April 2010 Im SAR-Bereich „See“ bestehen SAR-Kommandos auf Helgoland und in Warnemünde; von diesen beiden Außenstellen ist zurzeit nur eine 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche besetzt. Bei Problemen in der Außenstelle wird ein SAR-Hubschrauber (Spare-Maschine) vom Standort des Marinefliegergeschwaders 5 (Nordholz) aus eingesetzt. Dem RCC Münster steht außerdem ein flächendeckendes Netz von 33 Flugfunkstationen zur Verfügung, das RCC Glücksburg verfügt über 13 über den SAR-Bereich verteilte Flugfunkstationen. Die SAR-Leitstellen und die SAR-Hubschrauber bilden die Einrichtungen und Mittel ersten Grades, die in ständiger Bereitschaft sind.

Weitere bei Bedarf mobilisierte Mittel sind SAR-Mittel zweiten Grades. Die Bundesländer haben, in der Regel bei den Innenministerien oder den oberen Polizeibehörden, SAR-Bereichssuchstellen eingerichtet, die auf Anforderung der SAR-Leitstellen Such- und Rettungsmaßnahmen am Boden durchführen. Die Stadtstaaten Bremen und Hamburg betreiben jeweils eine gemeinsame Bereichssuchstelle mit Niedersachsen bzw. Schleswig-Holstein. Daneben fungiert die Rettungsleitstelle See des maritimen SAR-Dienstes als Bereichssuchstelle für die Seegebiete von Nord- und Ostsee. Von den Landeskommandos können ebenfalls Truppen angefordert werden. Außerdem können weitere Einsatzmittel der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte, insbesondere Luft- und Seefahrzeuge, herangezogen werden. Ist dringende Nothilfe (neu: Eilhilfe) erforderlich, alarmieren die SAR-Leitstellen die zuständigen Rettungsleitstellen.

Mit benachbarten SAR-Diensten anderer Staaten findet eine enge Kooperation und gegenseitige Hilfeleistung statt.

Stützpunkte in Deutschland

Aktive Stützpunkte in Deutschland { "type": "FeatureCollection", "features": [ { "type": "Feature", "properties": { "marker-color": "253DA1", "title": "SAR 10" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.890028, 54.175306 ]

}, { "type": "Feature", "properties": { "marker-color": "253DA1", "title": "SAR 24" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 12.132194, 54.181361 ]

}, { "type": "Feature", "properties": { "marker-color": "26580F", "title": "SAR 41" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 6.659528, 50.831639 ]

}, { "type": "Feature", "properties": { "marker-color": "26580F", "title": "SAR 63" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 9.959833, 49.391833 ]

}, { "type": "Feature", "properties": { "marker-color": "26580F", "title": "SAR 87" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 13.180722, 51.762278 ]

}, ] } +SAR-Dienst der Bundeswehr Rufname Stützpunkt BetreiberLage Internet Bemerkung RESCUE 10 Marinefliegerstützpunkt Helgoland Marine Datenblatt RESCUE 24 Marinestützpunkt Warnemünde Marine Datenblatt RESCUE 41 Fliegerhorst Nörvenich Heer Datenblatt RESCUE 63 Heeresflugplatz Niederstetten Heer Datenblatt (veraltet) RESCUE 87 Fliegerhorst Holzdorf Heer Datenblatt(veraltet)

Ehemalige Stützpunkte in Deutschland (unvollständig, inkl. Rettungszentren) +SAR-Dienst der Bundeswehr Rufname Stützpunkt BetreiberLage Internet BemerkungSAR 27Fliegerhorst JeverLuftwaffe jetzt Christoph 26 in SandeSAR 31Fliegerhorst DiepholzLuftwaffeBetrieb wurde im Jahr 2010 eingestelltSAR 51Wehrtechnische Dienststelle 61, ManchingLuftwaffeBetrieb wurde im Jahr 2008 eingestelltSAR 56Fliegerhorst PenzingLuftwaffeDatenblatt2016 Verlegung nach NiederstettenSAR 58Fliegerhorst PenzingLuftwaffe2016 Verlegung nach Niederstetten SAR 64 Heeresflugplatz Niederstetten Heer Datenblatt Betrieb wurde im Jahr 2020 eingestellt SAR 71 Bundeswehrkrankenhaus Hamburg Luftwaffe jetzt Christoph 29 SAR 72 Flugplatz Merzbrück Luftwaffe jetzt Christoph Europa 1 SAR 73 Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz Luftwaffe jetzt Christoph 23 SAR 74 Nürnberg Luftwaffe jetzt Christoph 27 SAR 75 Bundeswehrkrankenhaus Ulm Luftwaffe jetzt Christoph 22 SAR 76 Rheine Luftwaffe jetzt Christoph Europa 2 SAR 77 Flugplatz Jena-Schöngleina Luftwaffe jetzt Christoph 70 SAR 81 Laage LuftwaffeSAR 89ErfurtLuftwaffeBetrieb wurde im Jahr 2010 eingestellt SAR 93 Neustrelitz Luftwaffe jetzt Christoph 48SAR 96Bad SaarowHeerjetzt Christoph 49

SAR-Hubschrauber mini|Der H145 LUH SAR wird auf den SAR-Stützpunkten des Heeres eingesetzt. mini|Hubschrauber vom Typ Sea King (die auf den SAR-Stützpunkten der Marine eingesetzt wurden) mit Froschmann mini|Ehemaliger SAR-Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D im Flug

SAR-Bereich „Land“ in Münster Die medizinische Ausrüstung der SAR-Hubschrauber des Heeres ist in etwa gleichzusetzen mit der eines zivilen Rettungshubschraubers (RTH), entspricht jedoch nicht vollständig der maßgeblichen DIN/EN für RTH. Je nach Einsatz kann zusätzliche Ausstattung erforderlich sein. Standorte sind der Fliegerhorst Nörvenich, der Heeresflugplatz Niederstetten und der Fliegerhorst Holzdorf. In Niederstetten wird ein zweiter Hubschrauber einsatzbereit speziell für den Einsatz in den Bergen vorgehalten. Er ist nicht mit dem vollständigen SAR-Satz ausgestattet.

Besatzungen Die Besetzung von SAR-Hubschraubern mit Funktionsträgern richtet sich in Deutschland nach dem jeweils zugedachten Auftrag des Kommandos.

mini|hochkant|Rettungswinde im Deutschen Museum

Im Bereich des Heeres werden die SAR-Hubschrauber regulär mit drei Crew-Mitgliedern besetzt: zwei Hubschrauberführer, einem Luftrettungsmeister (Rettungsassistent / Notfallsanitäter), zugleich HHO (Helicopter Hoist Operator)

Bis zum Ende des Jahres 2016 bestand die Besatzung entsprechend dem Besatzungskonzept der Luftwaffe aus einem Hubschrauberführer, einem Bordtechniker (BT, Bordmechanikermeister, zugleich Winch-Operator) und dem Luftrettungsmeister. Bei medizinischen Einsätzen im Rahmen der dringenden Eilhilfe kann zusätzlich noch ein Notarzt, z. B. von einem nahe gelegenen Krankenhaus aufgenommen werden.

Bis März 2021 wurden von der Heeresfliegertruppe Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D als SAR-Hubschrauber genutzt. Die Nutzungsdauer der UH-1D wurde in zwei Schritten bis Mitte 2021 verlängert. Die technische Betreuung wurde der zivilen Firma RUAG übertragen. Die Aufgaben von RUAG Aviation umfassen sämtliche Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten sowie Engineering, Modifikationen, Upgrades, System-Integrationen und Logistik-Management. Im Rahmen des Structural Life Extension Program beseitigte die RUAG Aviation typische Korrosions-, Verschleiß- und Alterungserscheinungen der Bell UH-1D.

Als Nachfolgemodell des Bell UH-1D waren bis Mai 2015 u. a. Hubschrauber des Typs H135 angedacht. Im Oktober 2015 wurde diese Entscheidung jedoch revidiert. Die abschließende Entscheidung zur Fortführung der SAR-Dienstes durch die Bundeswehr aufgrund internationaler Vorgaben erfolgte erst Anfang Juni 2016. Eine Ersatzbeschaffung sollte auf den Fähigkeitsforderungen für den militärischen SAR-Dienst basieren. Ein Vertragsabschluss wäre zudem erst im ersten Halbjahr 2017 möglich gewesen und hätte zu einem „gestreckten Zeitablauf“ von mindestens 11 bis 19 Monaten in der Beschaffung geführt. Schließlich bestellte die Bundeswehr im Dezember 2018 nach einem Ausschreibungsverfahren sieben H145 LUH SAR inklusive neuer SAR-Rüstsätze von der Firma Air Ambulance Technologie, Ranshofen/Österreich. Bis März 2021 ersetzten die sieben bestellten H145 die in den 70er Jahren eingeführten Bell UH-1 D in ihrer Rolle als SAR-Hubschrauber. Die H145 werden auf vertraglicher Grundlage technisch von der Firma Motorflug, einer Tochter von Airbus Helicopters, betreut. Die Beschaffungskosten liegen inklusive der Ausbildung der Besatzungen bei 72,4 Millionen Euro. Für das umfassende logistische Servicepaket über neun Jahre werden weitere 66,1 Millionen Euro fällig.

Die H145 LUH SAR sind mit den 15 H145M LUH SOF für die Spezialkräfte im Hubschraubergeschwader 64 der Luftwaffe und den 13 Eurocopter EC 135 des Internationalem Hubschrauberausbildungszentrum des Heeres, der dritte Hubschraubertyp von Airbus Helicopters, was zu einer weiteren Standardisierung der Hubschrauberflotte in der Bundeswehr beiträgt.

Bergrettungsausstattung