mini|Wartezahnung für einen nie ausgeführten Backsteinturm an der Dorfkirche Bibow, 2018 mini|Detail der Wartezahnung mini|Dorfkirche Bibow mit sichtbarer Wartezahnung
Als Wartezahnung wird die im Mauerwerk angelegte Zahnung für geplante Anbauten bezeichnet. Im Mittelalter gehörte deren Ausführung zu den grundlegenden Prinzipien der Bautechnik, bei der geplante, aber zunächst nicht ausgeführte Bauteile systematisch am Ursprungsbau vorbereitet wurden.
Im Backstein- und im Feldstein-Mauerwerksbau wurden erwartete Anbauten durch stehende Zahnungen vorbereitet, bei der Ziegel aus der Wandoberfläche herausragen. Es handelt sich um zahnartig ineinander greifende Ausschnitte zur Ausführung einer schubsicheren Verbindung im Mauerwerksverband.Mila Schrader: Verzahnung. In: Bauhistorisches Lexikon. 2003, S. 302. Die in selteneren Fällen angelegte zurückgesetzte Zahnung, bei der von der Wandoberfläche zurückweichende Einkerbungen im Mauerwerk erkennbar sind, wird liegende Zahnung genannt.Tilo Schöfbeck: Mittelalterliche Kirchen zwischen Trave und Peene. Berlin 2014, ISBN 978-3-86732-131-0, S. 226 f.
An Bauten aller Epochen sind vorhandene oder als Baunähte erkennbare ehemalige Wartezahnungen ein besonders wichtiges Hilfsmittel zur Periodisierung und zeitlichen Einordnung.
Siehe auch Wartesteine
Literatur Mila Schrader, Julia Voigt: Bauhistorisches Lexikon. Baustoffe, Bauweisen, Architekturdetails. Suderburg-Hösseringen 2003, ISBN 3-931824-29-2. Mila Schrader: Mauerziegel als historisches Baumaterial. Ein Materialleitfaden und Ratgeber. anderweit-Verlag, 2015, ISBN 3-931824-02-0.
Einzelnachweise
Kategorie:Mauerwerksbau Kategorie:Bauforschung Kategorie:Architekturgeschichte