Die Freiwilligen-Stamm-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Divisionsgeschichte Die Division wurde am 1. Februar 1944 in Südfrankreich als Ersatz für alle Ost- und Turkvölkischen Verbände aufgestellt. In seiner Funktion als Kommandeur der Freiwilligenverbände beim Oberkommando des Heeres und Inspekteur der Ersatztruppen war Generalmajor Ralph von Heygendorff bis Mitte März 1944 für die Aufstellung der Division verantwortlich. Das Hauptquartier der Division lag in Lyon. mini|Offizier mit Ärmelschild für turkmenische Freiwillige der Wehrmacht (ganz links) bei der Besichtigung des Atlantikwalls durch Erwin Rommel, Nordfrankreich, 16. Januar 1944. Die Einheit gehörte zu den sogenannten Ostlegionen, das heißt, ihr Personal bestand aus Freiwilligen aus der Sowjetunion, meist Angehörigen ethnischer Minderheiten. Die Freiwillige-Stamm-Division bestand aus turkmenischen, aserbaidschanischen, georgischen, tatarischen, kosakischen, armenischen und anderen sowjetischen Freiwilligen, verteilt auf fünf Regimenter.
Hauptzweck der Division war die Partisanenbekämpfung der französischen Widerstandsbewegung im Rahmen der Besetzung Westeuropas mit besonderem Fokus auf Frankreich. Ab September 1944 nahm die Division am Rückzug aus Frankreich bis ins Elsass teil. Dort aufgerieben wurde die Division anschließend auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf im Wehrkreis XIII wieder aufgestellt, aber auch kurze Zeit später wieder aufgelöst.
Kommandeure
Generalmajor Wilhelm von Henning, 11. März 1944 – 12. September 1944 Generalmajor Bodo von Wartenberg, 12. September 1944 – 1945
Gliederung der Division Freiwilligen-Stamm-Regiment 1 in Castres für Georgier, Nordkaukasier und Turkestaner Freiwilligen-Stamm-Regiment 2 in Mende für Aserbaidschaner, Armenier und Tataren aus Wolgaregion, nach April 1944 für Ukrainer und Russen Freiwilligen-Stamm-Regiment 3 in Mâcon für Russen, Ukrainer und zentralasiatische Turkvölker – Major Wilhelm Sebald, später von Juli 1944 an Major Anton Werner Freiwilligen-Stamm-Regiment 4 in Namur für Russen und Ukrainer Freiwilligen-Stamm-Regiment 5 in Langres für alle Kosaken
Literatur Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg. Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44. R. Oldenbourg Verlag, 2007. ISBN 978-3-48657992-5. Samuel W. Mitcham (2007). German Order of Battle. Volume Two: 291st – 999th Infantry Divisions, Named Infantry Divisions, and Special Divisions in WWII. PA; United States of America: Stackpole Books. S. 359, ISBN 978-0-8117-3437-0. Nigel Thomas: The German Army 1939–45 (5): Western Front 1943–45: Western Front, 1944–45 v. 5 (Men-at-Arms). Osprey Publishing, 2000. ISBN 978-1-85532797-9. Antonio J. Munoz: The East Came West. Axis Europa Books, 2001, S. 169.
Einzelnachweise
Kategorie:Infanteriedivision (Wehrmacht) Kategorie:Ausländische Freiwilligeneinheit der Wehrmacht Kategorie:Gegründet 1944 Kategorie:Aufgelöst 1945