Ein Non-Fungible Token (kurz NFT, deutsch etwa „nicht-austauschbare Wertmarke“) ist ein Kryptowert, der im Gegensatz zu Kryptowährungen einmalig und nicht teilbar (non-fungible, deutsch: „nicht austauschbar“, siehe Fungibilität) ist. Ein NFT kann nur als Ganzes erworben werden und existiert nur ein einziges Mal – anders als bei der Möglichkeit, beispielsweise 0,05 Ethereum zu erwerben, bei der es für den Wert keine Rolle spielt, an welchem davon man einen Anteil erwirbt. Üblicherweise repräsentiert ein NFT eine URL auf eine Mediendatei, z. B. ein Bild.

NFTs stehen jedoch in der Kritik unter anderem wegen der Klimaschäden durch die Technologie, aufkommender Betrugsfälle und Vorwürfen, ein Pyramiden- oder Schneeballsystem zu sein. Dazu kommt, dass die meisten NFTs keinerlei Nutzwert besitzen, sondern reine Spekulationsobjekte sind, also zumeist nur in Erwartung eines höheren Wiederverkaufswerts gekauft wurden.

Der NFT-Hype der Jahre 2021–22 hatte den Charakter einer äußerst kurzlebigen Spekulationsblase. Im Laufe des Jahres 2021 wurden NFTs im Volumen von 17 Milliarden US-Dollar gehandelt, während es im Vorjahr noch 82 Millionen US-Dollar gewesen waren. Im Verlauf des Jahres 2022 brach der Handel um 97 % ein. Im Juli 2023 war er auf 80 Millionen US-Dollar geschrumpft, 3 % des Volumens auf dem Höhepunkt. Laut einer Studie von dappGambl hatten zu diesem Zeitpunkt 69.795 oder rund 95 % der 73.257 untersuchten NFT-Kollektionen eine Marktkapitalisierung von 0 Ethereum, waren also wertlos.

Beschreibung NFTs werden in der Regel als Smart Contracts implementiert. Ein NFT enthält meist nur einen Verweis (eine URL) auf einen digitalen Inhalt, der auf einem Server gespeichert ist – nicht die Bild- oder Audiodatei o. ä. selbst, auf die es sich bezieht. Welcher Art die Rechte sind, die mit dem Erwerb eines NFTs verbunden sind, ist nicht einheitlich geregelt. Durchsetzbare Rechte wie etwa die Verwertungsrechte an einem Lied oder die Besitzrechte an einem physischen Objekt, dessen Abbildung gehandelt wird, werden dabei jedoch in der Regel nicht übertragen. Auch hat ein NFT keine Aussagekraft über die Validität und Integrität der digitalen Ressource, auf die es verweist – also ob die Datei verändert wurde oder überhaupt noch vorhanden ist.

Der im NFT enthaltene Verweis wird mit einer dazugehörigen Prüfsumme in einer Blockchain gespeichert. Im Gegensatz zur Abbildung eines Wertes in Kryptowährung enthält der Blockchaindatensatz für ein NFT Daten über einen Verweis etwa auf eine Bild-, Audiodatei, Video, 3D-Modell, Text-Dokumente o. ä., aus denen hervorgeht, um welches Objekt es sich handelt. Anders als die NFTs selbst, die in der öffentlichen Blockchain gespeichert sind, befinden sich die gehandelten Objekte bzw. Dateien selbst nicht in der Blockchain, auch nicht im exklusiven Besitz des Käufers, sondern in der Regel auf einem von einem Dritten betriebenen Server. Mögliche Probleme, die sich daraus ergeben, sind, dass diese Server offline gehen können und die Dateien somit nicht mehr abrufbar sind; oder dass die Dateien manipuliert oder mit NFTs in anderen Blockchains erneut verknüpft und verkauft werden..

NFTs können dort verwendet werden, wo virtuellen Gütern ein Etikett zugeordnet werden soll. Sie können dabei als Nachweis bestimmter Rechte an den Objekten selbst gesammelt und gehandelt werden. Dies betrifft zum Beispiel digitale Kunst, Musik oder Einzelobjekte in Computerspielen (etwa in Ghost Recon: Breakpoint) oder DApps. NFTs können auch die Funktion einer Eintrittskarte oder eines Mitgliedsausweises erfüllen.

Handel Der Handel mit NFTs findet hauptsächlich auf Handelsplattformen wie OpenSea statt. Hierfür ist eine Identifikation der Käufer und Verkäufer in Form ihrer Krypto-Wallets notwendig. Wie bei allen Blockchainanwendungen ist der Schutz der eigenen Wallet essentiell und deren Verlust ein grundsätzliches Risiko.

In der Regel wird das verlinkte Objekt (also z. B. ein Bild oder Video) auf der Handelsplattform zusammen mit Preis, Statistiken über ähnliche NFTs und anderen Informationen angezeigt. Da NFTs ohne Kontrolle durch eine zentrale Instanz erzeugt werden können, kann die Authentizität eines NFTs nicht automatisch garantiert werden. Es obliegt den Handelsplattformen, den Handel mit unauthentischen NFTs zu unterbinden, dies geschieht nicht zuverlässig und unterbindet nicht den Handel auf anderen Handelsplattformen oder außerhalb solcher. Diese Praxis ist außerdem umstritten, weil die Handelsplattformen somit eine zentrale Autorität werden.

Ob und welche Rechte an dem Objekt ein Käufer erwirbt, hängt von der jeweiligen Vereinbarung ab. Schwierigkeiten ergeben sich bei der jeweiligen Anwendbarkeit nationalen Rechts. Jedenfalls bei Anwendbarkeit deutschen Rechts fände im Fernabsatz gegenüber Verbrauchern auch Widerrufsrecht Anwendung; wobei sich die Vereinbarkeit der technischen Hürden mit der rechtlichen Umsetzung als nicht einfach erweist.

Gewinne aus dem Handel mit NFTs müssen als Veräußerungsgewinne versteuert werden.

Technische Abbildung in Ethereum NFTs werden von einigen Blockchains unterstützt. Die (Stand August 2021) am häufigsten für NFTs genutzte Blockchain ist Ethereum. NFTs werden in Ethereum als Smart Contracts, die dem EIP-721 oder dem EIP-1155 Standard entsprechen, implementiert.

Mit dem Standard EIP-721 legte die Ethereum-Community erstmals 2018 fest, wie Verweise als Tokens in der Ethereum-Blockchain repräsentiert und gehandelt werden können. Dabei wird in der Blockchain nur ein URI, also ein Verweis auf eine digitale Ressource, abgelegt. Jeder kann diese Ressource bei dem referenzierten Server abfragen, der daraufhin beschreibt, was das NFT repräsentieren soll. Neben einem Bild oder einer virtuellen Sammelkarte benennt der Standard auch physische Objekte oder negative Werte (Verbindlichkeiten) als Beispiele für das mögliche Anwendungsspektrum. Es ist dort auch vorgesehen, dass sich die Metadaten mit der Zeit ändern.

Im selben Jahr wurde mit EIP-1155 ein Aggregrationsmechanismus für die Bündelung einer Vielzahl von NFTs und anderen Tokens in einem Smart Contract definiert.

Rechtliche Aspekte Urheberrecht Offen ist nach deutschem Recht, ob die „Prägung“ eines NFTs selbst eine urheberrechtlich relevante Handlung darstellt,Markus Kaulartz, Alexander Schmid: Rechtliche Aspekte sogenannter Non-Fungible Tokens (NFTs). In: Compliance-Berater 2021, S. 298–302. was für eine Reihe von Folgefragen relevant ist: Kann der Urheber bzw. Rechteinhaber rechtlich dagegen vorgehen, dass ein Dritter NFTs mit einem Werk verknüpft und verkauft? Kann der Urheber eines Werks auch nach Verkauf aller Rechte noch NFTs mit seinem Werk verknüpfen?

Auch wenn der Verkäufer eines NFTs die Nutzungsrechte am damit verknüpften urheberrechtlich geschützten Werk tatsächlich hält, werden nicht automatisch alle Rechte durch den Verkauf eines NFTs übertragen. Die jeweilige rechtliche Bedeutung einer NFT-Übertragung wird vielmehr individuell und privatautonom von den Vertragsparteien bestimmt und kann je nach Vertragsgestaltung unterschiedlich sein; insbesondere kann sie nur einzelne Nutzungsarten umfassen (vgl. für Deutschland ).

Durch den Verkauf eines NFTs verpflichtet sich der Verkäufer ohne zusätzliche privatautonome Vereinbarung zur Exklusivität auch nicht dazu, keine weiteren NFTs mit demselben virtuellen Objekt zu verknüpfen und zu verkaufen.

Kapitalmarktrecht Diskutiert wird zudem, ob NFTs als Wertpapiere einzustufen sind, die unter die europäische Prospektverordnung fallen.

Geschichte Die ersten NFTs wurden 2012 auf der Bitcoin-Sidechain Counterparty erstellt.

2017 erschien die NFT-Kollektion CryptoPunks des Künstler-Duos Matt Hall and John Watkinson. Im selben Jahr wurden NFTs mit weiteren Kollektionen wie den CryptoKitties zum Mainstreamphänomen. Der Handel sorgte für einen Großteil des gesamten Ethereum-Transfers. 2018 widmete das Zentrum für Kunst und Medien CryptoKitties eine eigene Ausstellung..

Am 20. Dezember 2017 gründeten Devin Finzer und Alex Atallah in New York mit OpenSea einen Marktplatz für NFTs auf Basis der Ethereum-Blockchain.

2018 erschien mit den Everdragons die erste Crosschain-NFT-Kollektion.Rediscovering the EverDragons, the First Cross-Chain NFTs. In: hackernoon.com. 25. September 2021, abgerufen am 8. November 2021 (englisch).

2019 betrug die Marktkapitalisierung aller NFTs circa 210 Millionen US$. Bis Juli 2020 betrug der Umsatz aller bisher gehandelten NFTs 100 Millionen US$. Die NBA-Sammelkartenplattform NBA Top Shot hat im 1. Quartal des Jahres 2021 NFTs im Wert von über 500 Millionen US$ verkauft und knackte im Mai 2021 die Marke von einer Million User. Insgesamt wurden im 1. Quartal 2021 NFTs in Höhe von 2 Milliarden US$ verkauft.

Beim von Stanislovas Tomas am 8. April 2019 gefilmten Video „Destruction of Nazi Monument Symbolizing Contemporary Lithuania“ handelt es sich um das erste NFT, das in Verbindung mit einer Handlung im Rahmen eines politischen Protests steht. Das NFT wurde am 29. März 2021 geminted. Das Video zeigt Tomas bei der Zerstörung eines staatlichen Denkmals Jonas Noreikas in der Nähe der litauischen Akademie der Wissenschaften mit einem Vorschlaghammer.

Das im Mai 2020 von Krista Kim kreierte Architektur-NFT Mars House wurde 2021 für 288 Ether (zum damaligen Zeitpunkt entsprach das 524.558 US-Dollar) verkauft.

Im Februar 2021 ermöglichte Christie’s als erstes großes Auktionshaus die Zahlung mit Kryptowährungen für die Versteigerung des Werkes Everydays. The First 5000 Days des US-amerikanischen Digitalkünstlers Beeple. Die Collage aus 5000 kleinen Bildern erzielte einen Rekord für digitale Kunst und wurde für 42.329,453 ETH (Gegenwert: 69,3 Millionen US$) versteigert. Es war der dritthöchste Auktionspreis aller Zeiten für das Werk eines lebenden Künstlers. Der Käufer tritt unter dem Pseudonym MetaKovan im Internet auf. Dahinter steht der kryptobasierte Fonds Metapurse, der NFTs und andere virtuelle Objekte erwirbt und von sich behauptet, der größte NFT-Fonds der Welt zu sein.

Im März 2021 verkaufte sich ein NFT des allerersten Tweets des Twitter-Gründers Jack Dorsey für 2,9 Millionen US-Dollar. Dasselbe NFT wurde 2022 zum Verkauf mit einem Preis in Höhe von 48 Millionen US-Dollar gelistet, erreichte allerdings ein Höchstgebot von 280 US-Dollar.

Das Blockchainunternehmen Injective Protocol erwarb im März 2021 einen originalen Siebdruck namens Morons (White) des englischen Graffitikünstlers Banksy im Wert von 95.000 US-Dollar, woraufhin sie jemanden dabei gefilmt haben, wie er mit einem Feuerzeug den Siebdruck verbrennt. Das Video wurde als NFT hochgeladen und verkauft.Siehe sowie Fast 21 Jahre nach der Gründung von Wikipedia hat Jimmy Wales im Dezember 2021 den von ihm entworfenen ersten Eintrag des Onlinelexikons als Non-Fungible Token (NFT) bei Christie’s für 750.000 US$ versteigern lassen.ceh.: Wikipedia findet Käufer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17. Dezember 2021, S. 8.

Am 26. Januar 2022 gab die Galerie Belvedere in Wien bekannt, dass eine Fotografie des Gemäldes Der Kuss von Gustav Klimt in 10.000 NFTs zu jeweils 100 × 100 Pixel geteilt und diese in Form von NFTs verkauft werden sollten. Damit sollten 18,5 Millionen Euro lukriert werden. Bis zum 14. Februar 2022 wurden 1730 NFTs zu je 1850 Euro verkauft und damit rund 3,2 Millionen Euro eingenommen. Anfang Juni des Jahres wurden die NFTs auf Marktplätzen wie Opensea zu Preisen ab 670 Euro gehandelt.

Anwendungsbereiche NFTs als Form digitalisierten Eigentums oder Urheberrechts in der Unterhaltungsbranche NFTs werden oftmals dazu genutzt, um digitale Token gegen digitale Dateien zu tauschen. Der Besitz eines NFTs gilt als Lizenz zur Nutzung des damit verbundenen digitalen Mediums, ohne dem Käufer das dazugehörige Urheberrecht zu gewähren.