Die 403. Sicherungs-Division war eine deutsche Infanteriedivision des Heeres der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Division z.b.V. 403 Im 25. Oktober 1939 wurde eine Division z.b.V. 403 bzw. Landesschützen-Division 403 im Wehrkreis III, in Berlin-Spandau, zur Führung von zehn Landesschützen-Bataillonen dieses Wehrkreises aufgestellt.
Besatzungsaufgaben in Frankreich Ab August 1940 war die Division als Stab bei der 6. Armee in der Bretagne im besetzten Frankreich.
Auflösung durch Umbenennung Im März 1941 wurde sie in 403. Sicherungs-Division umbenannt.
403. Sicherungs-Division Aufstellung Die Division wurde am 15. März 1941 bei Neusalz im Wehrkreis VIII, Schlesien, aus der Division z.b.V. 403 und aus Teilen der 213. Infanterie-Division aufgestellt. Hierbei wurde bei Aufstellung eine spezielle Gliederung für die Aufgabenstellung als rückwärtiger Verband im besetzten Gebiet vorgesehen:
Divisionsstab Infanterie-Regiment 406 III. Abteilung / Artillerie-Regiment 213 Landesschützen-Regiment 177 (später als Sicherungs-Regiment bezeichnet) Feldkommandanturen (mit Feldgendarmerie-Trupp) Ortskommandanturen (mit Feldgendarmerie-Trupp) Kriegsgefangenen-Durchgangslager (Dulag) Nachschub-Abteilung Sonstige Divisionstruppen Nr. 373
Unternehmen Barbarossa Sicherungsaufgaben im Rückwärtigen Heeresgebiet
Die Division wurde während des gesamten Kriegs überwiegend an der Ostfront für Sicherungsaufgaben im Rückwärtigen Heeresgebiet Russland-Mitte eingesetzt, u. a. zur Gefangennahme versprengter sowjetischer Soldaten und Kommissare.
Hierzu wurde der Division das Reserve-Polizei-Bataillon 131 der Ordnungspolizei als ergänzender Verband zugeteiltMüller: Polizisten oder "Polizeisoldaten" 2019 S. 105.
Repressionen gegen die Bevölkerung Im Einsatzraum des Verbands veranlasste der Kommandeur antisemitische Maßnahmen, wie Konfiszierungen, Funktionsenthebungen, Bildung „rein“ jüdischer Häuser.
1941 war die Division bei der Kesselschlacht bei Smolensk und der Schlacht um Moskau in der sogenannten Heeresgruppenreserve.
Während dieser Zeit wurde die Division gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt und brannte zahlreiche Dörfer nieder.
Durchbruch sowjetischer Truppen bei Toropez Anfang 1942 wurde bei Toropez die Auffanglinie der Division durch die Rote Armee durchbrochen.
Ostukraine Es folgten Einsätze zur Judenverfolgung in der Ostukraine im Sommer 1942.
Anfang 1943 war die Division in Teilen dem XXIV. Armeekorps der 2. Panzerarmee und dem XXXX. Armeekorps der 4. Armee zugeordnet.
Auflösung Am 31. Mai 1943 wurde die Division in Südrussland aufgelöst.
Verwendung der Divisionsreste Der ehemalige Divisionsstab bildete, nach Bergen (Norwegen) versetzt, im Juni 1943 den Stab der 265. Infanterie-Division.
Kommandeure Oberst/Generalmajor/Generalleutnant Wolfgang von Ditfurth (1946 wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt): bis Mai 1942 Generalleutnant Wilhelm Rußwurm: von Mai 1942 bis zur Auflösung
Gliederung 1939/1940
Landesschützen-Bataillon 303 Landesschützen-Bataillon 305 Landesschützen-Bataillon 307 Landesschützen-Bataillon 311 Landesschützen-Bataillon 313 Landesschützen-Bataillon 314 Landesschützen-Bataillon 316 Landesschützen-Bataillon 318 Landesschützen-Bataillon 320 Landesschützen-Ersatz-Bataillon 3
1941
verstärktes Infanterie-Regiment 406 (von der 213. Infanterie-Division, ab März 1942 zur Sicherungs-Brigade 201) Wach-Bataillon 705 III./Artillerie-Regiment 213 (ab März 1942 von der Sicherungs-Brigade 201) Landesschützen-Regiment 177 (später Sicherungs-Regiment 177) Nachrichten-Abteilung 826
Später gehörten nach einer Umgliederung zusätzlich zur Division: Sicherungs-Regiment 177 (ab April 1943 zur 213. Sicherungs-Division) Sicherungs-Regiment 610 Ost-Reiter-Abteilung 403 (nach Auflösung zur III. Abteilung vom Freiwilligen-Kosaken-Stamm-Regiment 5) II./Polizei-Regiment 8 (ab Mai 1942 aus Polizei-Bataillon 111) Nachschubeinheit 373 (später in Nachschubeinheit 493Organizational History of 371st through 719th German Infantry, Security and Panzer Grenadier Divisions 1939–1945 umbenannt)
Bekannte Divisionsangehörige Generalmajor Rudolf Bächer: bis August 1941 Kommandeur des Artillerie-Regiments 213
Literatur Samuel W. Mitcham (2007). German Order of Battle. Volume Two: 291st – 999th Infantry Divisions, Named Infantry Divisions, and Special Divisions in WWII. PA; United States of America: Stackpole Books. S. 101+102, ISBN 978-0-8117-3437-0.
Weblinks Organizational History of 371st through 719th German Infantry, Security and Panzer Grenadier Divisions 1939–1945 (PDF; 394 kB), Nafziger Collection, Combined Armed Research Library. Division z.b.V. 403 / 403. Sicherungs-Division auf EHRI-Portal aus dem Bundesarchiv
Einzelnachweise
Kategorie:Infanteriedivision (Wehrmacht) Kategorie:NS-Kriegsverbrechen Kategorie:Gegründet 1941 Kategorie:Aufgelöst 1943