mini|hochkant|St. Johann von Süden Die römisch-katholische Filialkirche St. Johann Baptist und Evangelist (auch Töllernkirche genannt) steht auf einer kleinen Anhöhe in der Ortslage Töllern der Kreisstadt Weilheim in Oberbayern. Das denkmalgeschützte. S. 7, abgerufen am 19. September 2018 (PDF; 1,34 MB). Gotteshaus gehört mit der Pfarreiengemeinschaft Weilheim zum Dekanat Weilheim-Schongau im Bistum Augsburg.
Geschichte mini|St. Johann (links) von Norden um 1900 mini|St. Johann von Südosten, 1919 Die Kirche wurde um 1400 erbaut und im Jahr 1409 erstmals erwähnt. Damals lag der Weiler, in dem sie stand, weit außerhalb der Stadtmauern. Das Gotteshaus diente den Kranken aus dem benachbarten Leprosenhaus als Kirche, der angrenzende Friedhof war deren letzte Ruhestätte. Auch bußfertige Hingerichtete wurden hier begraben. Der Chor wurde wohl 1490 angefügt. Im Jahr 1583 wurde der Turm erhöht.
Beschreibung und Ausstattung An die schlichte Saalkirche mit fünfseitigem Chorschluss ist südlich der Zwiebelturm angeschlossen. mini|Bauinschrift
An der Südseite des Turms befindet sich in etwa 3,5 Metern Höhe eine Bauinschrift, die 1862 freigelegt wurde. Die Schrift in dem rotgebrannten Ziegel lautet: „1583 / A R ·“, dazu ein Handwerkerzeichen.
An der Westwand wurde 1950–1952 ein Wandbild mit einer Darstellung von Christus als Weltenrichter freigelegt. Es wird Elias Greuter dem Älteren zugeschrieben.
Die Kirchhofsmauer mit drei von Pfeilern gerahmten Durchgängen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Neben der Kirche steht das Leprosenhaus.
Glocken Franz Sales Gailler berichtet 1756 von zwei Glocken in St. Johann. Die kleinere trug die Inschriften „† W. Steger gos mich in Minchen 1582 iar“ sowie „S. Koch“ und „V. Pognerin“. Die größere war unverziert und wurde 1831 für das neue Geläut der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt eingeschmolzen. Als Ersatz goss der Weilheimer Daniel Kennerknecht 1744 eine 49 kg schwere, auf fis2 gestimmte Glocke. Letztere Glocke wurde im Ersten Weltkrieg abgeliefert und eingeschmolzen, die kleinere fiel trotz ihres Alters dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.
Nach dem Krieg erhielt die Kirche 1955 eine neue, 42 kg schwere Glocke aus der Kemptener Glockengießerei Gebhard. Diese ist auf den Ton b2 gestimmt und trägt die Inschrift „METANOEITE“ (deutsch ‚Denket um!‘).
Literatur Joachim Heberlein, Erwin Reiter: Filialkirche St. Johannes Baptist und St. Johannes Evangelist in Töllern. In: Die Kirchen und Kapellen in der Pfarreiengemeinschaft Weilheim i. OB. Kunstverlag Fink, Lindenberg im Allgäu 2013, ISBN 978-3-89870-850-0, S. 35–39. Willi Mauthe: St. Johann in Töllern. In: Weilheimer Heimatblätter, 1. Weilheim in Oberbayern 1979, , S. 11–14. Frumentius Renner: Die eigenartige Geschichte des Töllernkirchleins. In: Weilheimer Heimatblätter, 1. Weilheim in Oberbayern 1979, , S. 15–36.
Weblinks
Einzelnachweise
Johann Kategorie:Filialkirche des Bistums Augsburg Kategorie:Johannes-der-Evangelist-und-Johannes-der-Täufer-Kirche Kategorie:Saalkirche in Bayern Johann Kategorie:Erbaut in den 1400er Jahren Kategorie:Ersterwähnung 1409 Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Kirchengebäude im Pfaffenwinkel