Der Opel Rekord E ist ein Pkw der oberen MittelklasseEckhart Bartels, Rainer Manthey: Opel: Fahrzeug-Chronik Band 2: 1952–1990. Podszun, Brilon 2012, ISBN 978-3-86133-620-4, S. 71/72, 78/79 und 93. der seinerzeit zum US-amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM) gehörenden Adam Opel AG, der im August 1977 als Nachfolger des Opel Rekord D eingeführt wurde. Wie seine Vorgängermodelle war das Modell auch als Kombinationskraftwagen (bei Opel traditionell „Caravan“ genannt) erhältlich.

Bis zur Modellpflege im Oktober 1982 bezeichnet man das Modell als E1, danach wurde es E2 genannt. Die so genannte V-Plattform des Opel Rekord E wurde auch in den Modellen Opel Commodore C, Senator A und Monza A verwendet. Das Fahrzeug mit Vierzylinder-Reihenmotor, hinterer Starrachse und Hinterradantrieb war der letzte Vertreter der seit Frühjahr 1953 angebotenen Modellreihe Opel Rekord. Nach rund 1,4 Millionen produzierten Fahrzeugen übertraf die gesamte Serie E die Produktionszahlen der Rekord C (ca. 1,3 Millionen) und wurde im August 1986 durch den Omega A abgelöst. In Südafrika wurde der Rekord E noch bis 1990 weiterproduziert.

Rekord E1 (1977–1982) Allgemeines Die Adam Opel AG stellte den neuentwickelten Rekord im August 1977 in Produktion, die offizielle Vorstellung folgte auf der IAA 1977. Er übernahm zum Teil die Technik seines Vorgängers und wurde von Herbert Killmer gestaltet, der bereits den Rekord D entworfen hatte. Der Rekord E war ein typisches Gebrauchsautomobil mit zuverlässiger Technik. Gute Fahrleistungen, ordentliche Straßenlage und hohe Verarbeitungsqualität waren Kennzeichen dieser Baureihe.

Das Design war moderner als beim Vorgänger, mit glatteren Formen und weniger ausgeprägten Kanten, was die Stilrichtung der 1980er Jahre vorwegnahm. Der Frontbereich zeigte rechteckige Scheinwerfer mit einem schmalen Kühlergrill aus schwarzen Kunststofflamellen, die seitlichen Linien waren klar und schlicht mit großen Glasflächen, und die Heckpartie hatte größere, horizontal ausgerichtete Rückleuchten mit abgerundeten Kanten. Der Innenraum bot eine ähnliche Raumgröße wie die Rekord D, da der Radstand unverändert blieb, erhielt jedoch eine neue, massivere Armaturentafel und hochwertigere Materialien wie Velours für die oberen Ausstattungen.

Verglichen mit dem Vorgängertyp hatte sich neben der Karosserie vor allem die Vorderachse verändert: Anstatt der bisherigen Doppelquerlenker gab es nun MacPherson-Federbeine mit sogenannten Hochleistungs-Teleskopstoßdämpfern, deren Eigenreibung durch Teflon-Beschichtung besonders gering war. Bei der Hinterachse blieb man beim Rekord – im Unterschied zu Senator und Monza – bei der althergebrachten Radaufhängung mit Starrachse und Panhardstab, an der Detailverbesserungen vorgenommen wurden. Die geänderte Kugelumlauflenkung war größer übersetzt, was geringere Lenkkräfte bei indirekterer Wirkung ermöglichte; optional gab es eine kleiner übersetzte Servolenkung. Der Wendekreis wurde auf 10,8 m verringert.Dominanten in der Mittelklasse. In: Kraftfahrzeugtechnik. 6/1979, S. 188–190. Das Fahrwerk basierte auf dem bewährten Plattformkonzept der Rekord D und C, mit längs eingebautem Frontmotor und Hinterradantrieb. Die Bremsanlage blieb ein gemischtes System (Scheiben vorn, Trommeln hinten).

Die Großserien-Motoren (Opel CIH) des E1-Modells gab es als: 1.7 N: 1698 cm³, 44 kW (60 PS);

1.9 N: 1897 cm³, 55 kW (75 PS, Normalbenzin);

2.0 N: 1979 cm³, 66 kW (90 PS), neu und vom 2.0 S (Rekord D) abgeleitet;

2.0 S: 1979 cm³, 74 kW (100 PS, Superbenzin), bekannt aus der Rekord D;

2.0 E: 1979 cm³, 81 kW (110 PS), erstmals mit elektronischer Einspritzung (indirekt);

2.0 D: 1998 cm³, 43 kW (58 PS), nur für Italien (wie im Ascona B);

2.1 D: 2068 cm³, 44 kW (60 PS), Diesel, nach einem Jahr ersetzt durch:

2.3 D: 2260 cm³, 48 kW (65 PS, ab August 1978).

Das serienmäßige Schaltgetriebe hatte vier Gänge. Die kleinen Motoren (1.7 N, 1.9 N) wurden selten bestellt, da sich in dieser Fahrzeugklasse ein Hubraum von rund zwei Litern etabliert hatte. Die Dieselmodelle mit erhöhter Motorhaube waren vor allem in Italien, den Beneluxländern und Frankreich gefragt.

Ausstattungsvarianten Es gab drei Ausstattungslinien: Den Rekord (Grundmodell) als zwei- bzw. viertürige Limousine sowie als drei- oder fünftürigen Caravan.

Den Rekord L als zwei- und viertürige Limousine sowie als fünftürigen Caravan.

Den Rekord Berlina als zwei- und viertürige Limousine sowie ab August 1980 auch als fünftüriger Caravan. Der Berlina war die hochwertigste Ausstattung.

Optional gab es ein S-Paket mit z. B. Leichtmetallrädern und strafferem Fahrwerk. Gegen Aufpreis war eine Niveauregulierung für die Hinterachse lieferbar. Die Innenausstattung gab es in Beige, Rot, Blau oder Schwarz; beim Berlina auch in einem dunkleren Rot-Ton wie bei Senator und Monza. Fensterbrüstungen und Armaturentafeloberteile waren schwarz, bei höheren Ausstattungen mit Velours veredelt.

Caravan Die Caravan-Modelle kamen 1977 zum Modellstart heraus, als drei- und fünftürige Varianten (ab 1979 auch als luxuriöser „Berlina“). In bestimmten Auslandsmärkten war die dreitürige Version als Lieferwagen mit geschlossenen Seitenwänden ohne Fenster erhältlich, steuerlich oft als Nutzfahrzeug zugelassen.

Modellpflege mini|Rekord Luxus (1981–1982), Heckseitenansicht Im Juli 1981 wurden Modellpflegemaßnahmen durchgeführt. Alle Modelle erhielten einen Kunststoffspoiler am Bug, der den cw-Wert von 0,447 auf 0,414 senkteInfoseite Opel Rekord E1, abgerufen am 30. Dezember 2019.; die Limousinen bekamen Heckleuchten mit schwarzer statt roter Einfassung. Der Rekord L hieß nun Luxus mit entsprechendem Schriftzug am Kotflügel, integrierten Außenspiegeln (außer Basis) und, bei der Limousine, einer verlängerten hinteren Stoßstange wie bei Senator und Monza. Der Berlina erhielt breitere Seitenschutzleisten vom Senator/Monza, Gummileisten auf den Stoßfängern und eine umlaufende Chromleiste an den Heckleuchten vom Commodore; die zweitürige Berlina entfiel. Neue Polsterfarben waren Beige, Braun, Dunkelgrün, Dunkelblau und Dunkelgrau, wobei Standard- und Luxusmodelle gleichen Stoff erhielten, der Berlina Velours behielt.

Im August 1978 stieg der Diesel von 2.1 auf 2.3 Liter (65 PS), 1979 entfiel der 1.7 N. Ab April 1982 erschien der sportliche Rekord SR/E auf Basis des Luxus mit Zweifarbenlackierung als zwei- und viertürige Limousine sowie fünftüriger Caravan, als Ersatz für das S-Paket. Marktspezifische Varianten wie Royale, Regent, Touring und Classic wurden eingeführt. Im August 1982 endete die Produktion des Rekord E1 mit 967.064 Einheiten: 769.086 Limousinen (127.544 Zweitürer, 641.542 Viertürer), 167.501 Caravans (26.652 Dreitürer, 140.849 Fünftürer) und 30.477 dreitürige Lieferwagen für Gewerbezwecke mit Steuervorteilen.

Sondermodelle Insbesondere zum Auslauf des E1 wurden eine Reihe von Sondermodellen aufgelegt: Spezialmodelle, 1979 Sparparade, 1979 Regent, 1980 Overdrive Luxus, 1980 (Sonder-Einführungsmodell fürs Getriebe) Royale, 1981 Classic, 1982 Touring, 1982 SR/E, 1982

Technische Daten Opel Rekord1,7 N1,9 N2,0 N2,0 S2,0 E2,1 D2,3 D Motor 4-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt)Hubraum 1698 cm³1897 cm³ 1979 cm³ 2068 cm³ 2260 cm³Bohrung × Hub 88 × 69,8 mm93 × 69,8 mm 95 × 69,8 mm 88 × 85 mm 92 × 85 mmLeistung bei 1/min 44 kW (60 PS)bei 4800 55 kW (75 PS)bei 4800 66 kW (90 PS)bei 5200 74 kW (100 PS)bei 520081 kW (110 PS)bei 540044 kW (60 PS)bei 4000 48 kW (65 PS)bei 4200Max. Drehmoment bei 1/min 112 Nm bei 2600132 Nm bei 2800 142 Nm bei 3400 165 Nm bei 3600159 Nm bei 3000118 Nm bei 2500 126 Nm bei 2500Verdichtung 8,0 : 17,9 : 18,0: 19,0 : 19,4 : 122,0 : 1 22,0 : 1Gemischaufbereitung 1 Fallstromvergaser1 Register-Fallstromvergaserelektronische Einspritzung (Bosch L-, ab Modelljahr'82 LE-Jetronic) Wirbelkammereinspritzung, Bosch-VEPVentilsteuerung Hängende Ventile, Kipphebel, Hydrostößel und obenliegende Nockenwelle, DuplexketteKühlung WasserkühlungGetriebe 4-Gang-Getriebe, Knüppelschaltung (a. W. (außer 1,7 N) Dreigangautomatik (Opel)) ab 1981 a.W. OverdriveRadaufhängung vorn MacPherson-Federbeine, QuerlenkerRadaufhängung hinten Starrachse an vier Längslenkern und Panhardstab, SchraubenfedernKarosserie Stahlblech, selbsttragendSpurweite vorn/hinten 1435/1412 mmRadstand 2668 mmLänge 4620 mmLeergewicht 1145–1370 kgHöchstgeschwindigkeit 143 km/h147–152 km/h157–162 km/h165–170 km/h171–176 km/h130–135 km/h 132–137 km/h 0–100 km/h 21,5 s 17,5–19 s 15–16,5 s 13,5–15 s 13–14,5 s 26,5–31,5 s 25–29 s Verbrauch (Liter/100 km) 12,0 N 12–13,0 N 12,5–13,5 N 12,5–13,5 S 12,5–13,5 S 10,0–10,5 D 10,5–11,0 D

Rekord E2 (1982–1986) Allgemeines mini|Opel Rekord (1982–1986) Im September 1982 wurde der überarbeitete Opel Rekord E2 vorgestellt, mit Produktionsstart im Oktober und Verkaufsbeginn im November 1982. Obwohl technisch weitgehend auf dem Rekord E1 basierend, gelang es Opel mit überschaubarem finanziellen Aufwand, ein modernes und optisch ansprechendes Fahrzeug zu schaffen. Noch im Januar 1982 spekulierte die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ über den neuen Rekord, was zeigt, wie erfolgreich Opel das Modell vor „Erlkönig-Jägern“ verbarg und den Zeitpunkt der Enthüllung selbst bestimmte.Vgl. „Auto Motor und Sport“, Januar 1982.

Die Karosserie und Armaturentafel wurden umfassend überarbeitet. Im Windkanal von Pininfarina in Grugliasco (Turin) optimiert, erhielt der Rekord zeitgemäße Kunststoffstoßfänger, eine abgeflachte Motorhaube mit schärferem, geneigtem Frontbereich (trapezförmige Scheinwerfer, schmalerer Kühlergrill im Stil der Ascona C) und einen um etwa 2 cm höheren, kantigeren Kofferraumdeckel mit größeren Rückleuchten. Breitere Seitenschutzleisten und neue Radkappen (auch in Leichtmetall) kamen hinzu. Die Zwangsentlüftung am C-Säulenbereich wurde von einer gefächerten Blende zu einem glatten, dreieckigen Kunststoffteil geändert. Der Luftwiderstandsbeiwert sank auf cw = 0,36Infoseite Opel Rekord E2, abgerufen am 30. Dezember 2019., ein Spitzenwert in seiner Klasse, wenngleich hinter der Audi 100 C3 (cw = 0,30) vom Sommer 1982. Erst der Opel Omega A sollte diesen Wert später übertreffen.

Die zweite Energiekrise Ende der 1970er Jahre machte kraftstoffsparende Maßnahmen zum zentralen Verkaufsargument, da Fahrzeuge mit hohem Verbrauch kaum noch verkäuflich waren und stark an Wert verloren. Die geglättete Karosserie, ein im Frontspoiler integrierter Lufteinlass und das angehobene Heck reduzierten den Verbrauch deutlich – z. B. beim 20S um 0,7 l/100 km, beim 18N um bis zu 7 % (gegenüber 19N) und beim 18S um bis zu 25 % (gegenüber 20N) – und verbesserten die Fahrleistungen. Das Kofferraumvolumen wuchs um 10 Liter auf 490 Liter (VDA-Methode).

Im Innenraum wurden Armaturentafel, Instrumente, Lenkrad und Nebenbedienelemente angepasst. Die Motoren 1.7 N, 1.9 N und 2.0 N entfielen zugunsten der im Ascona C und Kadett D eingeführten OHC-Motoren mit Querstrom-Leichtmetall-Zylinderkopf: 1.8 N (1.796 cm³, 55 kW/75 PS) und 1.8 S (66 kW/90 PS), beide mit Vergaser, wobei der 1.8 S bereits im Manta B debütierte. Die 2.0-CIH-Motoren (2.0 S: 74 kW/100 PS; 2.0 E: 81 kW/110 PS) blieben erhalten, der italienische 2.0 D entfiel. Der 2.3-Diesel (48 kW/65 PS) wurde übernommen und behielt den charakteristischen Haubenbuckel. Der 1.8 N kam mit Viergang-Schaltgetriebe, die anderen Motoren optional mit Fünfgang-Schaltgetriebe oder Dreigang-Automatikgetriebe (Drehmomentwandler). Erstmals war eine Servolenkung erhältlich.