14. Leichtathletik-Europameisterschaften 100px|zentriert Stadt Stadion Neckarstadion Wettbewerbe 43 (Männer: 24 / Frauen: 19) Weltrekorde 5 Weitere Europarekorde 2 Eröffnung 26. August 1986 Schlussfeier 31. August 1986 Chronik ← Athen 1982 Split 1990 → Medaillenspiegel (Endstand nach 43 Entscheidungen) Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 11 13 12 36 2 11 10 8 29 3 8 2 5 15 4 3 4 1 8 5 2 6 2 10 6 2 4 5 11 7 1 1 2 4 8 1 – 2 3 9 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 Vollständiger Medaillenspiegel Die 14. Leichtathletik-Europameisterschaften fanden vom 26. bis zum 31. August 1986 in Stuttgart statt. Alle Wettkämpfe mit Ausnahme der Marathonläufe und der Gehwettbewerbe wurden im Neckarstadion ausgetragen.
Wettbewerbe mini|hochkant=2.2| Das Wettbewerbsangebot im Frauenbereich wurde um zwei Disziplinen erweitert. Hinzu kamen der 10.000-Meter-Lauf und mit dem 10-km-Gehen auch erstmals eine Disziplin aus dem Gehsport, der bisher alleine den Männern vorbehalten war.
Immer weiter schritt damit die Annäherung des Wettbewerbsangebots für Frauen an das für Männer fort. Im Laufbereich fehlte noch der Hindernislauf, Unterschiede gab es darüber hinaus nur in den Distanzen zweier Disziplinen: Die kürzeste Bahnlangstrecke wurde bei den Frauen über 3000, bei den Männern über 5000 Meter gelaufen. Das wurde bei den Europameisterschaften 1998 angepasst. Der Hürdensprint wurde bei den Frauen über 100, bei den Männern über 110 Meter gelaufen, was auf die unterschiedliche Schrittlänge von Frauen gegenüber Männern zurückzuführen ist und deshalb sinnvollerweise so blieb. Es fehlte noch eine zweite Gehstrecke. Bis zu deren Einführung mussten die Sportlerinnen noch bis 2018 warten. Den größten Nachholbedarf gab es in den technischen Disziplinen. Hier fehlten noch zwei Sprungwettbewerbe sowie eine Wurfdisziplin. 1994 konnten die Athletinnen erstmals im Dreisprung antreten. 1998 wurden dann auch der Stabhochsprung und der Hammerwurf in das EM-Programm aufgenommen. Unterschiede verblieben in den Höhen der Hürden und Hindernisse sowie den Gewichten der Stoß- und Wurfgeräte.
Doping In den 1980er-Jahren war das Dopingkontrollsystem nicht vergleichbar mit den in späteren Jahren durchgeführten Kontrollen. So sind zahlreiche Leistungen hier auf dem Boden fehlender Prüfungen auch in den Trainingsphasen zu sehen. Das später transparent gewordene DDR-Dopingprogramm und der in vielen anderen Ländern anzutreffende Einsatz verbotener Mittel blieben bei diesen Europameisterschaften noch weitgehend verborgen.In der Sackgasse. In: Der Spiegel 32/1994, 7. August 1994, spiegel.de, abgerufen am 19. Dezember 2022
Es gab einen geahndeten offiziellen Dopingfall: Die zunächst siebtplatzierte Rumänin Daniela Costian wurde des Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen überführt. Ihr Resultat wurde annulliert, das Ergebnis wurde entsprechend korrigiert. Außerdem erhielt die Athletin eine Sperre von 24 Monaten.Doping Control Policy and Practice in Track and Field before September 1988, publications.gc.ca (englisch), S. 353 (PDF; 8827 KB), abgerufen am 19. Dezember 2022
Ein beklemmendes Gefühl hinterlässt sicherlich auch der Fall der Europameisterin im Kugelstoßen, Heidi Krieger. Sie wurde in der DDR jahrelang mit Anabolika sowie männlichen Hormonen gedopt, unterzog sich 1997 einer Geschlechtsangleichung und lebt seitdem als Mann mit dem Namen Andreas Krieger.Das verlorene Leben der Heidi K. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Mai 2010, faz.net, abgerufen am 19. Dezember 2022
Birgit Dressel starb Anfang 1987, also wenige Monate nach ihrem vierten Platz beim Siebenkampf in Stuttgart. Auch sie hatte versucht, ihre körperliche Leistungsfähigkeit mit unzähligen Medikamenten zu steigern.
Sportliche Leistungen In der Nationenwertung ging es eng zu zwischen der Sowjetunion und der DDR. Beide Teams hatten am Ende jeweils elf EM-Titelträger aufzuweisen. Bezüglich der Silber- und Bronzemedaillen lag allerdings die UdSSR – dreizehnmal Silber/zwölfmal Bronze – vor der DDR – zehnmal Silber/achtmal Bronze. Den unangefochtenen dritten Platz in dieser Wertung belegte Großbritannien mit acht Europameistern in ihren Reihen. Bulgarien kam auf drei Goldmedaillen, Italien und die Bundesrepublik Deutschland hatten je zwei Goldmedaillen zu Buche stehen.
Bei den einzelnen Sportlern lag das Leistungsniveau ausgesprochen hoch. Es wurden fünf Weltrekorde, davon einer inoffiziell, aufgestellt: Hammerwurf: Jurij Sedych, Sowjetunion – 86,74 m, Finale Speerwurf: Klaus Tafelmeier, BR Deutschland – 84,76 m (Finale, aufgrund des gerade erst eingeführten neuen Speers noch inoffiziell) 400 Meter Hürden: Marina Stepanowa, Sowjetunion – 53,32 s (Finale) Speerwurf: Fatima Whitbread, Großbritannien – 77,44 m (Qualifikation) 200 Meter: Heike Drechsler, DDR – 21,71 s (egalisiert im Finale bei einem Gegenwind von 0,8 m/s) Außerdem gab es einen egalisierten und einen neuen Europarekord: 110 Meter Hürden: Stéphane Caristan, Frankreich – 13,28 s (egalisiert im Halbfinale bei einem Rückenwind von 0,9 m/s) 110-Meter-Hürdenlauf: Stéphane Caristan, Frankreich – 13,20 s (verbessert im Finale bei einem Rückenwind von 2,0 m/s) Darüber hinaus wurden in 28 Disziplinen 34 neue oder egalisierte Meisterschaftsrekorde registriert. In weiteren elf Disziplinen wurden neunzehn Landesrekorde neu aufgestellt. Vier Athleten errangen je zwei Goldmedaillen bei diesen Meisterschaften Heike Drechsler (DDR) – 200 Meter, Weitsprung Roger Black (Großbritannien) – 400 Meter, 4-mal 400 Meter Marlies Göhr, DDR – 100 Meter, 4-mal 100 Meter Marita Koch, DDR – 400 Meter, 4-mal 400 Meter Sechs der Europameister von 1986 hatten bereits vorher EM-Titel gewonnen: Marita Koch, DDR – 400 Meter, dritter Erfolg in Folge seit 1978, darüber hinaus auch dritter Sieg in Folge mit der 4-mal-400-Meter-Staffel der DDR, damit war sie nun sechsfache Europameisterin Harald Schmid, BR Deutschland – 400 Meter Hürden, dritter Erfolg in Folge seit 1978, darüber hinaus auch zwei Siege (1978/1982) mit der 4-mal-400-Meter-Staffel der Bundesrepublik Deutschland, damit nun fünffacher Europameister Marlies Göhr (DDR) – 100 Meter, dritter Erfolg in Folge seit 1978, darüber hinaus auch zwei Siege (1982/1986) mit der 4-mal-100-Meter-Staffel der DDR, damit jetzt fünffacher Europameisterin Jurij Sedych, Sowjetunion – Hammerwurf, dritter Erfolg in Folge seit 1978, damit dreifacher Europameister Steve Cram, Großbritannien – 1500 Meter, Wiederholung seines Erfolgs von 1982, damit zweifacher Europameister Daley Thompson, Großbritannien – Zehnkampf, Wiederholung seines Erfolgs von 1982, damit zweifacher Europameister Rosa Mota, Portugal – Marathon, Wiederholung ihres Erfolgs von 1982, damit zweifache Europameisterin
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: WR Weltrekord ER Europarekord CR Championshiprekord NR nationaler Rekord BR bundesdeutscher Rekord NU23R nationaler U23-Rekord e egalisiert in inoffiziell w Rückenwindunterstützung über dem erlaubten Limit von 2,0 m/s DSQ disqualifiziert
Resultate Männer 100 m mini|hochkant=1|
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Linford Christie 10,15 CR 2 Steffen Bringmann 10,20 3 Bruno Marie-Rose 10,21 4 Thomas Schröder 10,24 5 Allan Wells 10,25 6 Mike McFarlane 10,29 7 Attila Kovács 10,31 8 Antoine Richard 10,34 9 Wiktor Bryshin 10,38 Finale: 27. August
Wind: −0,1 m/s
200 m
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Wladimir Krylow 20,52 2 Jürgen Evers 20,75 3 Andrei Fedoriw 20,84 4 Thomas Schröder 20,89 5 Allan Wells 20,89 6 Alexandr Jewgenjew 20,91 7 Olaf Prenzler 21,00 8 Frank Emmelmann 21,03 Finale: 29. August
Wind: ±0,0 m/s
400 m mini|hochkant=1|
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Roger Black 44,59 CR 2 Thomas Schönlebe 44,63 3 Mathias Schersing 44,85 4 Derek Redmond 45,25 5 Ralf Lübke 45,35 6 Antonio Sánchez 45,41 7 Aldo Canti 45,93 8 Erwin Skamrahl 46,38 Finale: 28. August
800 m
mini|hochkant=0.7|Sebastian Coe (Zweiter von links) Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Sebastian Coe 1:44,50 2 Tom McKean 1:44,61 3 Steve Cram 1:44,88 4 Rob Druppers 1:45,53 5 Ryszard Ostrowski 1:45,54 6 Peter Braun 1:45,83 7 Philippe Collard 1:45,96 8 Wiktor Kalinkin 1:47,36 Finale: 28. August
1500 m
mini|hochkant=0.7|Steve Cram verteidigte seinen 1500-Meter-Titel erfolgreich Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Steve Cram 3:41,09 2 Sebastian Coe 3:41,67 3 Han Kulker 3:42,11 4 José Luis González 3:42,54 5 John Gladwin 3:42,57 6 Marcus O’Sullivan 3:42,60 7 Johnny Kroon 3:42,61 8 Frank O’Mara 3:42,90 Finale: 31. August
5000 m
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Jack Buckner 13:10,15 CR 2 Stefano Mei 13:11,57 3 Tim Hutchings 13:12,88 4 Ewgeni Ignatow 13:13,15 5 António Leitão 13:17,67 6 Martti Vainio 13:22,67 7 Pierre Délèze 13:28,80 8 Alberto Cova 13:35,86 Finale: 31. August
10.000 m
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Stefano Mei 27:56,79 2 Alberto Cova 27:57,93 3 Salvatore Antibo 28:00,25 4 Mats Erixon 28:01,50 5 Domingos Castro 28:01,62 6 John Treacy 28:04,10 7 Martti Vainio 28:08,72 8 Jean-Louis Prianon 28:12,29 Datum: 26. August
Marathon
Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Gelindo Bordin 2:10:54 CR 2 Orlando Pizzolato 2:10:57 3 Herbert Steffny 2:11:30 4 Ralf Salzmann 2:11:41 5 Hugh Jones 2:11:49 6 Gerard Nijboer 2:12:46 7 Jacques Lefrand 2:12:53 8 Antoni Niemczak 2:13:04 Datum: 30. August
110 m Hürden
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Stéphane Caristan 13,20 ER 2 Arto Bryggare 13,42 3 Carlos Sala 13,50 4 Nigel Walker 13,52 5 Andreas Oschkenat 13,55 6 Jonathan Ridgeon 13,70 7 Liviu Giurgean 13,71 8 Györgyi Bakos 13,84 Finale: 30. August
Wind: +2,0 m/s
400 m Hürden
mini|hochkant=1|Harald Schmid – zum dritten Mal in Folge Europameister Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Harald Schmid 48,65 2 Alexander Wassiljew 48,76 3 Sven Nylander 49,38 4 Toma Tomow 49,62 5 Tagir Semskow 50,02 6 José Alonso 50,30 7 Rik Tommelein 50,45 8 Athanásios Kaloyiánnis 51,83 Finale: 28. August
3000 m Hindernis
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Hagen Melzer 8:16,65 2 Francesco Panetta 8:16,85 3 Patriz Ilg 8:16,92 4 Colin Reitz 8:18,12 5 William Van Dijck 8:20,19 6 Joseph Mahmoud 8:20,25 7 Rainer Schwarz 8:20,90 8 Roger Hackney 8:20,97 Finale: 29. August
4 × 100 m Staffel
Platz Land Athleten Zeit (s) 1 Alexander Jewgenjew (Finale)Nikolai JuschmanowWladimir MurawjowWiktor Bryshinim Vorlauf außerdem:Andrei Schljapnikow 38,29 CR 2 Thomas SchröderSteffen BringmannOlaf PrenzlerFrank Emmelmann 38,64 3 Elliot BunneyDaley ThompsonMike McFarlaneLinford Christie 38,71 4 Thierry FrançoisGilles QuénéhervéAntoine RichardBruno Marie-Rose 38,81 5 Antonio UlloCarlo SimionatoPierfrancesco PavoniStefano Tilli 38,86 6 László KaraffaIstvan NágyIstván TatárAttila Kovács 39,15 7 Nikolai MarkowHenri GrigorowKrassimir BoschinowskiValentin Atanassow 39,33 8 Arnaldo AbrantesPedro CurveloLuis CunhaPedro Agostinho 39,74 Finale: 31. August
4 × 400 m Staffel
Platz Land Athleten Zeit (min) 1 Derek Redmond (Finale)Kriss AkabusiBrian WhittleRoger Blackim Vorlauf außerdem:Phil Brown 2:59,84 CR 2 Klaus JustEdgar IttHarald SchmidRalf Lübke (Finale)im Vorlauf außerdem:Jörg Vaihinger 3:00,17 3 Wladimir ProsinWladimir Krylow (Finale)Arkadi KornilowAlexander Kurotschkinim Vorlauf außerdem:Wladimir Wolodko 3:00,47 4 Giovanni BongiorniMauro ZulianiVito PetrellaRoberto Ribaud 3:01,37 5 Juan José PradoAntonio SánchezJosé AlonsoÁngel Heras 3:04,12 6 Frank MöllerCarlo NiestädtThomas SchönlebeMathias Schersing 3:04,87 7 Slobodan BrankovićSlobodan PopovićPredrag MelnjakŽeljko Knapić 3:05,27 8 Yann QuentrecPhilippe Gonigam (Finale)Jacques BoussemartAldo Cantiim Vorlauf außerdem:Pascal Barré 3:10,17 Finale: 31. August
20 km Gehen
Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Jozef Pribilinec 1:21:15 CR 2 Maurizio Damilano 1:21:17 3 Miguel Prieto 1:21:36 4 Wiktor Mostowik 1:21:52 5 Walter Arena 1:22:42 6 Pavol Blažek 1:23:26 7 Alexei Perschin 1:24:11 8 Alexandr Bojarschinow 1:24:16 Datum: 27. August
50 km Gehen