mini|Hotel Unter den Linden, 1966 mini|Hotel Unter den Linden, 1993 Das Unter den Linden war ein von 1966 bis 2006 in Berlin-Mitte von Interhotel betriebenes Hotel.

Vorgeschichte des Standortes Auf dem Gelände Unter den Linden 14 Ecke Friedrichstraße wurde 1859 das „Hotel Victoria“ eröffnet, das einem Nachfahren des Erstbesitzers, Carl Ludwig Willdenow (1765–1812), gehörte. 1882 wurde der Bahnhof Friedrichstraße eröffnet. Im Umfeld des Bahnhofs siedelten sich viele Hotels und Vergnügungseinrichtungen an. Am 3. Februar 1945 hinterließ ein Bombenangriff ein etwa zur Hälfte zerstörtes Quartier.Vgl. den Schadensplan des „Planungskollektivs“, abgedruckt in Johann Friedrich Geist, Klaus Kürvers: Das Berliner Mietshaus 1945–1989. Prestel Verlag, München 1989, ISBN 3-7913-0719-3 (= Dritter Teil der Geschichte des Berliner Mietshauses), S. 274

Geschichte des Hotels mini|Hotel Unter den Linden und Lindencorso, 1967 – erkennbar ist die Verbreiterung der Friedrichstraße auf 60 Meter Infolge der DDR-Planung für das Stadtzentrum aus den Jahren 1961/62, die eine Aufwertung der Friedrichstraße als Fußgängerzone auf 60 Meter Breite vorsah, entstand zwischen 1964 und 1966 nach Entwurf der Architekten Boy, Riechert, Scharlipp und Vieroth ein achtgeschossiges Hotel. Am 10. Juni 1966 wurde das Haus mit mehr als 340 Ein- und Zweibettzimmern eröffnet. In der Hotelhalle befand sich die Skulptur eines Blumenmädchens der Bildhauerin Christa Sammler. Die schmiedeeisernen Verkleidungen der Fahrstühle wurden von Fritz Kühn gestaltet.

Der Kunstwissenschaftler und Architekturkritiker Nikolaus Bernau schrieb 2009: „Lindencorso und Hotel waren im internationalen Maßstab keine bedeutende Architekturen, doch innerhalb der DDR herausragend: luftig, klar und ein ästhetisches Versprechen von geistiger Offenheit, welche die reale DDR nie erreichte. Abgerissen und ersetzt wurde aber nicht nur das Hotel Unter den Linden, es wurde auch der kleine Platz an der Ecke den Investoren überantwortet, der vor dem Hotel seit 1964 für ein wenig Luft und Aussicht in der Stadt gesorgt hatte.“Dorothee Dubrau: Architekturführer Berlin-Mitte. DOM publishers, Berlin 2009, ISBN 978-3-938666-07-4, S. 1051.

Anfang 2006 wurde das Gebäude zugunsten eines Neubaus, des 2008 fertiggestellten Gebäudekomplexes Upper Eastside Berlin, abgerissen.Die Friedrichstraße, Geschichte & Geschichten. Hrsg.: Berlin-Information, zur 750-Jahr-Feier 1987Zur Planung von 1961/62 siehe: Hans Gericke: Berlin – Unter den Linden. In: Deutsche Bauakademie und Bund Deutscher Architekten (Hrsg.): Deutsche Architektur. XI. Jahrgang, Berlin, November 1962, S. 635–640.

Literatur Berlin. Architektur von Pankow bis Köpenick. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1987.

Weblinks Detaillierter Bericht über das Hotel anlässlich des bevorstehenden Abrisses 2006 auf spiegel.de

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemaliges Hotel in Berlin Kategorie:Hotelbau in Berlin Kategorie:Berlin-Mitte Kategorie:Unter den Linden Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Unternehmensgründung 1966 Kategorie:Aufgelöst 2006