mini|Ortsansicht von Mähring Mähring ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth. Mähring liegt im Norden der Oberpfalz im Stiftland an der Grenze zu Tschechien am Lohbach, einem Nebenfluss der Mies.

Geografie Geografische Lage Der südwestlichste Teil des Gemeindegebietes wird von der Europäischen Hauptwasserscheide durchquert, wodurch ein relativ kleiner Teil der Gemeinde zum Einzugsgebiet der Donau gehört. Das übrige Gemeindegebiet gehört zum Einzugsgebiet der Elbe, wobei dieser Teil von einer weiteren Wasserscheide durchzogen wird, die durch die Flusssysteme der Wondreb und der Moldau gebildet wird. Von dieser wird das übrige Gemeindegebiet in zwei ungleich große Teile aufgegliedert, wobei der deutlich größere Teil westlich dieser Wasserscheide liegt. In diesem Teilgebiet liegt auch der Sitz der Gemeindeverwaltung, der sich in Großkonreuth befindet. Östlich der Wasserscheide liegen lediglich der namensgebende Gemeindehauptort, der Weiler Treppenstein und die Einöde Neumühle. Die einzigen Zufahrten vom deutschen Straßenverkehrsnetz aus bilden nur die Staatsstraße 2167 und die Staatsstraße 2175. Da diese beiden Straßen die Wondreb/Moldau-Wasserscheide auf knapp unter bzw. über 700 Meter überqueren, kommt es in schneereichen Wintern häufig zu witterungsbedingten Straßensperrungen. Bis zum Fall des Eisernen Vorhanges führte dies dazu, dass das abgelegene Gebiet zeitweilig vom übrigen Bundesgebiet abgeschnitten war. Diese Situation waren den Gegebenheiten im spanischen Val d’Aran nicht unähnlich (wenn auch in wesentlich geringerem Umfang), das vom restlichen Spanien bis zum Bau eines Tunnels während der Wintermonate nicht erreichbar gewesen war.

Unweit befindet sich das Sibyllenbad. Jenseits der tschechischen Grenze liegen die bekannten böhmischen Bäder Marienbad und Franzensbad.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung Mähring hat 19 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Dippersreuth, Griesbach, Großkonreuth (nur Gemarkungsteil 0) und Mähring.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Name des Ortes wurde zum ersten Mal 1181 als „Meringe“ urkundlich erwähnt.Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. München 2006, Seite 158. Im Jahr 1185 wurde er als „Meringin“ bezeichnet, im 13. Jahrhundert als „Mering“ und 1743 schließlich in der heute gültigen Schreibweise des Ortsnamens. Der Name des Ortes geht vermutlich auf den Personennamen „Mero“ bzw. „Maro“ zurück, dessen Ableitung durch das Zugehörigkeitssuffix „–ing“ erfolgte.

In Mähring befand sich vom 15. bis zum 17. Jhd. ein Eisenhammer. Aus einem Bericht des Johann German Barbing an den Kurfürst Ferdinand Maria vom 16. Januar 1666 heißt es: „Mähring. Ein Eisenhammer, bei dem früher ein Hochofen gewesen, dessen Inhaber Gg. Adam Frankh und Phil. Baur, ist gar ‚schlechtlich‘ gangbar, weil mit den Hammerleuten auch mit den Eisensteinen in Ermangelung des Verlags nicht recht aufzukommen. Und daher zur Zeit wenige Hoffnung, daß der Hochofen sobald wieder möchte erbaut werden, und falls schon derselbe in Gang gebracht würde, wäre doch dabei kein anderer Nutzen, als daß man auf den Fall der Nähe Stuckkugeln ins Zeughaus (fabriziere), wie auch der Landmann eiserne Ofenhäfen haben könnte. - Für diesen Hammer wäre nach Notdurft ‚Eisenarzt‘ zu Kleinsterz zu holen.“Denk, Julius: Beiträge zur Geschichte des Berg- und Hammerwesens in der churfürstlichen Oberpfalz. 1902, S. 197. Der Hammer wurde mit dem Wasser des Lohbachs betrieben.

Ein Großteil des Gemeindegebietes gehörte zur Propstei Hohenstein, die erst zur Grund- und Gerichtsherrschaft des Klosters Reichenbach gehörte und 1442 vom Kloster Waldsassen angekauft wurde. Mähring wurde Mittelpunkt eines Richteramtes im Stiftland. Im Freiheitsbrief von 1566 wurde der Ort schon als Flecken (Markt) bezeichnet. Die politische Gemeinde entstand im Jahr 1818.

Das im Rahmen des Kalten Krieges betriebene Projekt Uranbergbau Mähring wurde 1982 eingestellt. 1986 wurde rund 200 m von der tschechischen Grenze entfernt der Wanderer Hans Dick von tschechischen Grenzsoldaten, die auf deutsches Gebiet vorgedrungen waren, erschossen. Er gilt als das letzte Todesopfer an dieser Grenze.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Dippersreuth, Griesbach und Großkonreuth (ab dem 9. Januar 1952, vorher amtlich Poppenreuth) eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1892 auf 1776 um 116 bzw. um 6,1 %.

Politik Gemeinderat Die zwölf Sitze sind wie folgt verteilt: FW 4 Sitze CSU 3 Sitze CWU (Christliche Wählerunion) 3 Sitze UWG 2 Sitze

Bürgermeister Bürgermeister: Franz Schöner, CWU Bürgermeister: German Hartmann, CSU

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Gelebtes Museum Mähring im Alten Rathaus Mähring Mineralienmuseum Mähring – Privatsammlung im ehemaligen Raiffeisen-Lagerhaus, zugänglich nach Absprache mit dem Eigentümer (siehe Website)

Bauwerke miniatur|St.-Anna-Gedächtniskirche mit Aussichtsturm St.-Anna-Gedächtniskirche auf dem Pfaffenbühl. auf der Webseite Heimatkreis Plan-Weseritz e. V. Die ursprünglich 1953 geweihte Kapelle wurde in den Jahren 1967 und 1987 erweitert. Sie erinnert an die gleichnamige Egerländer Wallfahrtskirche im 13 Kilometer entfernten böhmischen Plan-Weseritz im damaligen Sudetenland. Der seitlich angebaute, etwa 17 Meter hohe Aussichtsturm ergänzte 1973 das Gebäudeensemble. Besonders in den Zeiten des Kalten Krieges und des Eisernen Vorhangs diente er den Heimatvertriebenen als Aussichtspunkt für einen „Blick in die alte Heimat“ und „Symbol der Wachsamkeit und Wehrhaftigkeit gegenüber dem kommunistischen Osten“.Staatliche Heimatpolitik und Heimatdiskurse in Bayern 1947 bis 1970, Ulla-Britta Vollhardt, 2008, ISBN 383-1608156 Pfarrkirche St. Katharina Kapelle Zum Alten Herrgott im Wald Nikolauskirche Högelstein ein historisches Waldkirchlein an der Straße nach Bad Neualbenreuth Hammer Treppenstein, ehemaliger Eisenhammer in Treppenstein

Feuerwehren Freiwillige Feuerwehren bestehen in Mähring, Griesbach, Großkonreuth, Poppenreuth, Dippersreuth und Redenbach.

Vereine Fußballverein SC Mähring 1970 e. V. Fußballverein SV Griesbach (gegründet 1949) Fußballverein SG Großkonreuth (1974).3 Vereine in der Gemeinde Mähring auf der Webseite vereinswappen.de Schützenverein SV Linda Mähring 1963 e. V. Schützenverein SG Heimat Griesbach Heimatverein Mähring (1980) Zweigverein Griesbach des Oberpfälzer Waldvereins hat hier eine Zweigstelle. auf der Webseite der Marktgemeinde Mähring Faschingsverein Rosamunde Mähring (1970) Modellsportverein Großkonreuth e. V. (2008)Modellsportverein Großkonreuth e. V. Musikverein "Großkonreuther Blasmusik" (1876), auf grosskonreuther-blasmusik.de, abgerufen am 14. Mai 2018

Regelmäßige Veranstaltungen Heimat-Treffen der Plan-Weseritzer in der letzten Juliwoche

Tourismus Der Markt Mähring entwickelt sich immer mehr zu einem Touristenort, nicht zuletzt durch die Nähe des Bäderdreiecks Marienbad – Franzensbad – Karlsbad, das über den Grenzübergang Mähring/Broumov erreicht werden kann. Auch die Mittelgebirgslandschaft, die zu ausgedehnten Wanderungen einlädt oder die vielen Fischgewässer für Angler sind Gründe für die steigende Beliebtheit.

Verkehr Im Gemeindeteil Treppenstein endet die Staatsstraße 2167 am Grenzübergang Mähring – Broumov/Promenhof in die Tschechische Republik., Regierung der Oberpfalz

Wochentags verkehren die Buslinien 2702 und 2704 der Firma Eska Stiftlandkraftverkehr.

Weblinks

Gemeinde Mähring

Belege

Kategorie:Ort im Landkreis Tirschenreuth Kategorie:Markt in der Oberpfalz Kategorie:Ersterwähnung 1181 Kategorie:Gemeindegründung 1818