mini|Antarktischer Krill beim Filtrieren phytoplanktonreichen Wassers. mini|Indische Makrelen beim Plankton-Seihen.
Als Filtrierer werden Tiere unterschiedlicher systematischer Zugehörigkeit bezeichnet, die ihre Nahrung (Detritus, Plankton) aus dem Wasser herausfiltern.
Zur Nahrungsaufnahme erzeugen diese Tiere einen auf sie gerichteten Wasserstrom, aus dem sie mittels spezieller morphologischer Einrichtungen (Filter) Nahrungspartikel aus dem Wasser sieben und diese dann aufnehmen.Lexikon der Biologie. Filtrierer Spektrum der Wissenschaft, aufgerufen am 12. April 2022
Allgemeines Arten, die zur Nahrungsaufnahme aktiv einen Wasserstrom erzeugen, werden auch „Strud(e)ler“ genannt. Andere Tiere filtrieren das Wasser beim Schwimmen Flussgebietsgemeinschaft Weser, aufgerufen am 12. April 2022, wie etwa die BartenwaleKompaktlexikon der Biologie. Filtrierer Spektrum der Wissenschaft, aufgerufen am 12. April 2022, die sich von tierischem Plankton (Krill) ernähren.
Einige, meist sessile (festsitzende) Arten, sind filtrierende Suspensionsfresser. Sie ernähren sich, indem sie die Suspension aus Wasser und den darin als Schwebstoffe enthaltenen festen Nahrungsteilchen durch ihre Siebvorrichtungen strömen lassen.
Es gibt jedoch auch Arten, die sich nur im Jugendstadium als Filtrierer ernähren, wie beispielsweise die Kaulquappen diverser Frösche.
Einige Vogelarten, wie etwa FlamingosFlamingofakten. Nahrung der Flamingos Biologische Station Zwillbrock, aufgerufen am 12. April 2022 oder Enten, filtrieren das Wasser mit einem Seihschnabel.
Fossilien belegen, dass Flugsaurier der Gattung Pterodaustro diese Art von Ernährung bereits vor 120 Millionen Jahren nutzten. Bei Untersuchungen von versteinertem Sauerierkot fielen den Paläontologen auffällig viele Planktonorganismen auf, wie sie für sich filtrierend ernährende Tiere typisch sind.„Flamingos“ des Jura entdeckt vom 26. August 2019 Bild der Wissenschaft, aufgerufen am 12. April 2022
Steinkorallen nehmen mit der Nahrung jedoch auch Mikroplastik und Nanoplastik auf, welches sie ebenfalls aus dem Wasser filtern und in ihr Kalkskelett einbauen. Je höher jedoch die Belastung durch Plasikpartikel wird, desto schlechter wachsen die Korallen. Außerdem sind betroffene Korallen häufiger von der tödlichen Korallenbleiche betroffen.David Rennert: Müllschlucker der Meere. Korallen filtern Mikroplastik aus dem Meer vom 2. Dezember 2021 Der Standard, aufgerufen am 12. April 2022
Beispiele für Filtrierer Unterschiedliche, überwiegend aquatisch lebende Tiere, ernähren sich als Filtrierer, wobei es sich sowohl um frei lebende als auch um sessile Tiere handeln kann.
Fische mini|Schwarmfische, wie der Heringsartige Menhaden leisten als Filtrierer einen wichtigen Beitrag für die Wasserqualität mini|Auch die Larve des Neunauges lebt als Filtrierer Zahlreiche Fische, die sich als Filtrierer ernähren, nutzen hierfür eine Kiemenreuse. Schwarmfische, wie der Atlantische Menhaden, tragen durch die Aufnahme von Phytoplankton dazu bei, die Wasserqualität zu verbessern, indem sie Stickstoffeinträge reduzieren, die zu übermäßiger Algenblüte und schließlich dem eine wichtige Rolle für das Ökosystem, da sie durch ihre Ernährung, außergewöhnlich stark auftretende auf natürliche Weise eindämmen, wodurch sie Gewässer vor dem Umkippen eines Gewässers führen können. Virginia Institute of Marine Science, aufgerufen am 13. April 2022
Lanzettfischchen (Bodenbewohner) Universität Wien, aufgerufen am 12. April 2022 Querder, Larven der NeunaugenFlussneunauge. Lampetra fluviatilis Bundesanstalt für Gewässerkunde, aufgerufen am 12. April 2022 Riesenhai, Walhai, Riesenmaulhai, Teufelsrochen Heringe und Heringsartige wie der Atlantische Menhaden Manche Coregonus-Arten (auch „Schwebrenken“ genannt) Silberkarpfen
Muscheln Bei den hier genannten Arten handelt es sich lediglich um eine Auswahl: Bachmuschel (Süßwasser und Brackwasser)Jasmin Bergmann: Unterschätzte Tiere. Wieso Muscheln so wichtig für Gewässer sind vom 3. September 2023 SWR, abgerufen am 7. Juli 2024 Europäische AusterDie Europäische Auster im Steckbrief WWF, abgerufen am 7. Juli 2024 FlussperlmuschelDie Flussperlmuschel. Ernährung flussperlmuschel.at, aufgerufen am 27. Januar 2025 MiesmuschelDie Miesmuschel (Mytilus edulis) Schutzstation Wattenmeer, aufgerufen am 13. April 2022 HerzmuschelCerastoderma edule. Gemeine Herzmuschel Südwestrundfunk, aufgerufen am 13. April 2022
Nesseltiere mini|Nahaufnahme einer Hirnkoralle Wurzelmundqualle Korallen
Neumünder Manteltiere (wie Seescheiden, mittels KiemendarmLexikon der Biologie. Seescheiden Spektrum der Wissenschaft, abgerufen am 27. Januar 2025) Seelilien und HaarsterneWie sich Seelilien vor 450 Millionen Jahren ernährten Universität Tübingen, aufgerufen am 12. April 2022 Flügelkiemer
Weitere Filtrierer Bartenwale SchwämmeSchwämme versorgen Korallen mit Nährstoffen. Filtrierende Höhlenbewohner spielen entscheidende Rolle für Nahrungskreislauf im Riff Scinexx, aufgerufen am 12. April 2022 Röhrenwürmer Rankenfußkrebse (u. a. Seepocken, Entenmuscheln) WimperntierchenZooplankton. Ciliaten – Wimpertierchen Scinexx, aufgerufen am 13. April 2022 „Kranzfühler“ (Tiere mit Lophophoren, u. a. Moostierchen, Armfüßer) mini|James-Flamingos bei der Nahrungsaufnahme
Vögel Wenn Vögel sich als Filtrierer ernähren, so nutzen sie einen Seihschnabel. Flamingos Enten
Einzelnachweise
Kategorie:Ernährungstyp Kategorie:Lebewesen – Ökologische Gruppe