Wolf-Jürgen Seesselberg (* 11. Januar 1941 in Hamburg, Deutsches Reich) ist ein deutscher Filmarchitekt, Bühnen- und Szenenbildner sowie Hochschullehrer.
Leben und Wirken Wolf-Jürgen Seesselberg erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf und sammelte praktische Erfahrungen bei dem renommierten Bühnenbildner Teo Otto, dessen Assistent er bis zu dessen Tode wurde. Als selbständiger Bühnenbildner wurde Seesselberg anschließend am Deutschen Schauspielhaus Hamburg verpflichtet und ging anschließend gastweise auch an andere Bühnen. Sporadisch stattete er auch Operninszenierungen aus. Darüber hinaus übte Seesselberg eine Lehrtätigkeit aus, von 1967 bis 1973 übernahm er die Leitung der Klasse für Theater und Film an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, und ab 1984 leitete er mit einer Professur das Seminar Filmarchitektur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg.
Seit 1965 ist Wolf Seesselberg auch als Filmarchitekt bzw. Szenenbildner aktiv. In diesem Bereich arbeitete er mit einer Fülle bekannter Regisseur zusammen, darunter Peter Beauvais, Egon Monk, Peter Schulze-Rohr, Rolf von Sydow, Dieter Wedel, Jérôme Savary, Tom Toelle, Hermann Leitner, Marcel Ophüls, Gero Erhardt, Jürgen Goslar, Heinrich Breloer und Wolfgang Becker. Sein erstes wichtiges Szenenbild lieferte er 1966 noch als rechte Hand seines alten Lehrmeisters Otto bei der Fernsehadaption des Theaterstücks Jegor Bulytschow und andere (nach Maxim Gorki). Seit Mitte der 1970er Jahre entwarf Seesselberg intensiv Filmbauten für Fernsehspiele und -serien, seltener für Kinoproduktionen wie 40 qm Deutschland, einer bedrückenden Bestandsaufnahme eines türkischen Lebens in der Fremde, und Süperseks, einer diesmal komödiantischen Geschichte aus dem deutsch-türkischen Umfeld. Bekannt machten Wolf Seesselberg auch seine Szenenbilder zu beliebten norddeutschen Serien wie Kümo Henriette, Die Bertinis, Das Erbe der Guldenburgs, Adelheid und ihre Mörder und Der König von St. Pauli. 2007 beendete er seine Fernsehkarriere.
1973 oder 1974 – die Angaben dazu gehen auseinander – veröffentlichte Wolf Seesselberg zusammen mit seinem jüngeren Bruder Eckart im Eigenverlag eine inzwischen sehr gesuchte LP mit elektronischer Musik. Sie lief einfach unter Seesselberg und trug den Titel Synthetik 1. Die Auflage betrug 1000 Stück. Seit 2002 liegt sie auch als CD vor, seit 2013 gibt es eine LP-Neuausgabe.https://www.discogs.com/master/214058-Seesselberg-Synthetik-1
Filmografie Als Fernseharchitekt, wenn nicht anders angegeben
1966: Jegor Bulytschow und andere 1976: Pariser Geschichten (Serie) 1977: Glücksucher 1979: Kümo Henriette (Serie) 1982: Festspiele 1983: Der Raub der Sabinerinnen 1984: Abgehört 1984: Anruf genügt 1985: Damenwahl 1985: Hautnah 1985: Grenzenloses Himmelblau 1986: 40 qm Deutschland (Kinofilm) 1988: Die Bertinis (Serie) 1988: Die Beute 1987–1990: Das Erbe der Guldenburgs (Serie) 1990: Lebewohl, Fremde (Kino) 1991: Das Heimweh des Walerjan Wróbel (Kino) 1991: Tatort: Finale am Rothenbaum 1992: La Paloma fliegt nicht mehr 1993: Böses Blut (Serie) 1993–1994: Adelheid und ihre Mörder (Serie) 1995: Anna – Im Banne des Bösen 1995: Angst hat eine kalte Hand 1995: Paradies, Brooklyn (Someone Else's America) (Kino) 1996: Schuldig auf Verdacht 1996: Crash Kids 1997: Todesspiel 1997: Der König von St. Pauli 1999: Die blauen und die grauen Tage 2000: Der Briefbomber 2000: Das Rätsel des blutroten Rubins 2002: Zweikampf 2002: Erste Liebe 2003: Süperseks (Kinofilm) 2005: Der Dicke (Serie) 2007: Der Zauber des Regenbogens
Literatur Film and Television Design Annual, 2. Jahrgang 1987, hrsg. vom Verband der Szenenbildner, Filmarchitekten und Kostümbildner e.V., S. 70 Film and Television Design Annual, 7. Jahrgang 1993/94, hrsg. vom Verband der Szenenbildner, Filmarchitekten und Kostümbildner e.V., S. 104
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Szenenbildner Kategorie:Hochschullehrer (Kunstakademie Düsseldorf) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Mann