Berglern ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Erding und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wartenberg.
Geografie Lage Berglern liegt in der Region München mitten im Erdinger Moos, etwa auf halber Strecke zwischen den Städten Moosburg an der Isar (11 km) und Erding (9 km). Zum Flughafen München sind es 12 km.
Gemeindegliederung Es gibt die vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Berglern (Pfarrdorf), Glaslern (Dorf), Mitterlern (Dorf), Niederlern (Kirchdorf)
Sie liegen alle in der Gemarkung Berglern.
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Langenpreising, Wartenberg (Oberbayern), Fraunberg, Erding und Eitting, alle im Landkreis Erding, sowie Langenbach (Oberbayern) im Landkreis Freising.
Gewässer Zwischen den Gemeindeteilen Mitterlern und Berglern fließt der Mittlere-Isar-Kanal.
Geschichte Das 1952 östlich der Pfarrkirche St. Peter und Paul aufgefundene Urnengräberfeld deutet auf eine frühe Besiedelung hin. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte mit einem Grundstückstausch zwischen Bischof Atto von Freising (783–793) und Hungis „in loco qui dicitur Hiera“. Die 1281 ausgestorbenen Grafen von Moosburg hatten in Berglern die Grundherrschaft, den Zehent und die Kirchenvogtei. Ihre Nachfolger waren die Wittelsbacher.
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde von dem Erdinger Baumeister Johann Baptist Lethner Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut. Die Filialkirche St. Andreas in Niederlern wurde 1698 geweiht. Berglern gehörte vor 1800 zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern.
1818 entstand mit dem bayerischen Gemeindeedikt die politische Gemeinde. Entlang des Mittlere-Isar-Kanals verlief bis 1967 die zu dessen Bau errichtete Bahnstrecke Altenerding–Pfrombach.
Einwohnerentwicklung Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen wie folgt entwickeltBayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de. Abgerufen am 18. August 2016.:
Stand Einwohner193976819501069 1960 1036 1970 1014 1980 1127 1990 1309 1995 1660
Stand Einwohner20002198 2005 2406 2006 2472 2007 2515 2008 2539 2009 2564 2010 2568
Stand Einwohnerhttps://www.statistik.bayern.de/mam/produkte/statistik_kommunal/2020/09177112.pdf 2011 2562 2012 2626 2013 2672 2014 2717 2015 2711 2016 2815 2019 2982
Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2016 um 1774 erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 170,41 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren nahm die Einwohnerzahl 11,93 (7,2) Prozent zu.
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1227 auf 2951 um 1724 Einwohner bzw. um 140,5 Prozent, den höchsten prozentualen Zuwachs im Landkreis und vierthöchster Wert in Bayern im genannten Zeitraum.
Politik mini|Berglern und Mitterlern Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern: FWG 5 Sitze BBL 5 Sitze PuB 3 Sitze BNW 1 Sitz Hinzu kommt der Bürgermeister.
Bürgermeister Ehrenamtlicher Erster Bürgermeister ist Anton Scherer (Berglerner Bürgerliste). Er ist seit 1. Mai 2020 im Amt. Bei der Bürgermeisterwahl 2020 wurde er im ersten Wahlgang mit einem Stimmenanteil von 72,8 Prozent gewählt. Sein Vorgänger war Simon Oberhofer (Freie Wähler).
Wappen und Flagge
Das Wappen der Gemeinde wurde am 4. September 1962 mit folgender Blasonierung festgelegt: „Geteilt von Rot und Silber; oben eine silberne heraldische Rose, unten ein grüner Dreiberg.“
Neben dem Wappen führt die Gemeinde eine Flagge mit den Farben Rot-Weiß-Grün, belegt mit dem Gemeindewappen.
Gemeindefinanzen Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 742.000 Euro, davon waren umgerechnet 196.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen. Der Haushalt 2019 der Gemeinde umfasste 6.059.445,99 Euro im Verwaltungshaushalt und 1.189.266,68 Euro im Vermögenshaushalt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=1.35|St. Peter und Paul in Berglern Naturdenkmäler Nordwestlich von Niederlern befindet sich das Naturschutzgebiet Viehlaßmoos; der östliche Teil liegt auf Gemeindegebiet, der westliche gehört zur Gemeinde Eitting.
Baudenkmäler
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Berglern: stattlicher Saalbau, Chor und Turm im Kern spätgotisch, Langhausneubau 1734/35, Chor und Turmerhöhung von Johann Baptist Lethner 1778, katholische Filialkirche St. Andreas in Niederlern: erbaut 1678 von Hans Kogler, über mittelalterlichem Kern
Wirtschaft und Infrastruktur Industrie, Handel und Gewerbe 1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 109 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 13 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 787. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe.
2019 gab es nach der amtlichen Statistik 281 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1579. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe.
Land- und Forstwirtschaft Die landwirtschaftlich genutzte Fläche betrug 1999 1720 ha, davon waren 1538 ha Ackerfläche. Im Jahr 1999 gab es noch 57 landwirtschaftliche Betriebe, deren Zahl gung bis 2010 auf 39 und 2016 auf 36 zurück.
+ Betriebsgrößenstruktur in der LandwirtschaftBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2015 – Gemeinde Berglern 09 177 112 – Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. PDF, online auf www.statistik.bayern.de, abgerufen am 5. November 2016. Betriebsgröße in ha Anzahl der Betriebe 1999 2010 2016 unter 5 8 2 1 5 bis unter 10 4 3 2 10 bis unter 20 18 8 12 20 bis unter 50 15 11 7 50 oder mehr 12 15 14 Gesamt 57 39 36
Verkehr Berglern befindet sich in einer Einflugschneise des Flughafens München. Durch die geplante dritte Start- und Landebahn wäre Berglern betroffen; bei Westwind würden, von Osten kommend, täglich 437 Landeanflüge über das Zentrum von Berglern führen.
Früher führte die Bahnstrecke Altenerding–Pfrombach durch Berglern.
Bildung Im Jahr 2015 gab es folgende Einrichtungen: 2 Kindertageseinrichtungen mit 258 Plätzen und 153 Kindern (gegenüber 2014 wurden 84 Plätze zusätzlich geschaffen), 1 Volksschulen mit sechs Lehrern und 103 Schülern
Literatur Günther Flohrschütz, Matthias Johannes Bauer (Hrsg.): Lern bis zum 13. Jahrhundert. Herrschaftsstrukturen und Herrschaftsträger in Berglern und Umgebung. Herbert Utz Verlag, München 2006, ISBN 3-8316-0653-6
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Kategorie:Ort im Landkreis Erding Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Ersterwähnung im 8. Jahrhundert Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)