mini|hochkant=1.35|Eschenbach in der Oberpfalz Eschenbach in der Oberpfalz (amtlich: Eschenbach i.d.OPf.) ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Eschenbach.

Gemeindegliederung Es gibt 17 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Auf Stadtgebiet liegen außerdem die Wüstungen Boden im Tal, Netzart im Tal, Römersbühl, Stegenthumbach und Weihern, die sich gleichzeitig im Areal des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr befinden. Sie gehörten bis 1946 zur Gemeinde Stegenthumbach.

Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Um 1150 wurde Eschenbach erstmals als Markt erwähnt. Die wittelsbachische Stadtherrschaft setzte nach der Ausschaltung der Staufer am Ende des 13. Jahrhunderts ein und war im 14. Jahrhundert während der Zugehörigkeit zu Neuböhmen von 1353 bis 1400 unterbrochen. Kaiser Karl IV. verlieh Eschenbach 1358 die Stadtrechte. Im 15. Jahrhundert kam Eschenbach in pfälzischen Besitz und später zum Kurfürstentum Bayern. Die Stadt war Sitz eines Pflegamts und gehörte zum Rentamt Amberg des Kurfürstentums Bayern. Eschenbach besaß ein Stadtgericht mit magistratischen Eigenrechten.

20. und 21. Jahrhundert Bis zur Kreisgebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, war die Stadt der Sitz des Landkreises Eschenbach in der Oberpfalz. Einen großen Teil der Kreisfläche nahm der Truppenübungsplatz Grafenwöhr ein. Teile des Landkreises gehören heute zum Landkreis Nürnberger Land in Mittelfranken (Neuhaus an der Pegnitz) und, wie etwa die Stadt Auerbach, zum Landkreis Amberg-Sulzbach. Der Großteil wurde in den Landkreis Neustadt eingegliedert. Mit der Kreisreform verlor die Stadt das Landratsamt und weitere Behörden.

Am 30. Juni 2012 wurde das Krankenhaus Eschenbach der Kliniken Nordoberpfalz AG nach über 100 Jahren Tätigkeit geschlossen.

Netzaberg Östlich vom Stadtkern am Netzaberg entstand bis 2008 die größte US-Garnison außerhalb des festländischen US-Staatsgebiets, unter dem Namen Netzaberg Housing Area.„largest OCONUS garrison“ Insgesamt wurden 830 Doppel- und Dreifachhäuser für US-Soldaten der sogenannten Strykerbrigade (benannt nach den leicht bewaffneten Stryker-Radpanzern) und deren Familien errichtet. Das Viertel bekam auch einen Kindergarten, ein Jugendzentrum, ein Sportzentrum, eine Schule und die Garnisonkirche Netzaberg-Chapel. Es war eines der größten Bauprojekte der letzten Jahrzehnte in Bayern. Insgesamt wurden 700 Millionen US-Dollar in das Bauvorhaben investiert.Mittelbayerische Zeitung vom 16. Dezember 2012 Die US-Armee hat die Immobilien für zehn Jahre angemietet mit einer Option, den Mietvertrag auf weitere fünf Jahre zu verlängern., Presseportal vom 12. Oktober 2008 Die Einwohnerzahl Eschenbachs wird sich voraussichtlich um 3.500 Soldaten (mit Familien ca. 10.500 US-Bürger) erhöhen.Süddeutsche Zeitung Nr. 102 vom 4. Mai 2007 Seite 41

Eingemeindungen Im Jahr 1946 wurden die Gemeinde Stegenthumbach und ein Teil der Gemeinde Thomasreuth eingegliedert. Ein Teil der Gemeinde Pichlberg wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Laut dem Landesamt für Statistik wohnen in der Rußweiherstadt 4056 Menschen (Stand Juli 2019). Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3669 auf 4056 um 387 Einwohner bzw. um 10,6 %.

Politik Stadtrat Nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 setzt sich der Stadtrat Eschenbachs so zusammen: CSU SPD FW ÜCW Gesamt 2020 6 5 3 2 16

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2020 Marcus Gradl (CSU); er wurde bei der Kommunalwahl 2020 mit 56,7 % der abgegebenen Stimmen gewählt.

Wappen

Städtepartnerschaften Partnerstadt in der Schweiz ist die Gemeinde Eschenbach im Kanton Luzern seit 1989 (vor allem bekannt für das Kloster Eschenbach). Weitere Partnerschaften bestehen mit Neustadt am Kulm (vor allem bekannt für seine reiche Geschichte und den Rauhen Kulm) und Speinshart (vor allem bekannt für das Kloster Speinshart) – beide sind Teil der Verwaltungsgemeinschaft Eschenbach in der Oberpfalz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Freizeit Der Kleine und der Große Rußweiher bieten Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten.

Baudenkmäler

Gotische Pfarrkirche St. Laurentius Mariensäule und historisches Rathaus Reste der historischen Stadtmauer Mariahilfbergkirche Friedhofkirche Mater Dolorosa

Bodendenkmäler

Baumdenkmal Das Baumdenkmal für die Deutsche Einheit am Sommerleitenweg, zwischen Eshenbachgraben und Waldjugendheim, wurde am 2. November 2015 gepflanzt.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Eschenbach liegt an der Bundesstraße 470, den Staatsstraßen 2122 und 2168 sowie der Kreisstraße NEW1.

Von 1904 bis 1962 (Personenverkehr) bzw. 1976 (Güterverkehr) war es Station der Bahnstrecke Pressath–Kirchenthumbach.

Ansässige Unternehmen Curamik electronics, Hersteller keramischer Leiterplatten Erwin Koppe Keramische Heizgeräte GmbH Kerafol Keramische Folien GmbH Mondi GmbH, Verpackungen Novem Car Interior Design Metalltechnologie GmbH Schug Unternehmensgruppe (Apotheken, Sanitätshäuser, Medizinproduktehersteller, Dienstleistungen)

Öffentliche Einrichtungen Landespolizei Freiwillige Feuerwehr Notariat Straßenmeisterei Nebenstelle der Bundesagentur für Arbeit Campingplatz Freibad (Rußweiher in Eschenbach) Hallenbad Vogelfreistätte Stadtbibliothek/Stadtarchiv Rettungsdienst (BRK) Wasserwacht Seniorenheime

Bildung Städtischer Kindergarten und Kinderkrippe Grundschule Mittelschule Förderschule Gymnasium Wirtschaftsschule Musikschule im Vierstädtedreieck Volkshochschule (VHS)

Söhne und Töchter der Stadt Georg Raumer (1610–1691), evangelischer Theologe Johann Baptist Loritz (1857–1932), Verwaltungsjurist, Bezirksamtmann und Regierungspräsident von Oberbayern Anton Hauptmann (1864–1953), bayerischer Staatsrat Ludwig K. Walter (* 1937 in Haag), Theologe und Bibliotheksdirektor Werner Ziegler (* 1950), Rektor der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen Hans-Georg Gradl (* 1973), katholischer Theologe Michaela Specht (* 1997), Fußballspielerin

Weblinks

Stadt Eschenbach in der Oberpfalz Luftbilder der Stadt

Einzelnachweise

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